Die neue Woche beginnt mit einer deutlichen Erholung an den internationalen Finanzmärkten. Nachdem die USA und der Iran ihre Angriffe vorerst erneut ausgesetzt haben, fallen die Ölpreise kräftig, während Aktien und Kryptowährungen profitieren. Bitcoin kämpft wieder mit der Marke von 65.000 US-Dollar, zahlreiche Altcoins entwickeln sich noch dynamischer. Nun könnten mehrere makroökonomische, technologische und unternehmensspezifische Ereignisse für neue Volatilität sorgen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Fed-Entscheidung und PCE-Daten könnten Bitcoin diese Woche erneut deutlich bewegen.
- Polygon aktiviert Ithaca-Hardfork und könnte POL kurzfristig neue Impulse liefern.
- Microsoft, Meta, Apple, Amazon liefern wichtigen Stimmungstest für globale Risikomärkte.
- Kaito kündigt Details zum X-Datenabkommen an; KAITO bleibt kurzfristig spekulativ.
Fed-Entscheidung und PCE-Inflation bestimmen die Richtung
Das wichtigste Makroereignis folgt am Mittwoch, dem 29. Juli. Nach ihrer zweitägigen Sitzung veröffentlicht die US-Notenbank ihre neue Zinsentscheidung. Während zahlreiche Ökonomen mit unveränderten Leitzinsen von 3,50 bis 3,75 Prozent rechnen, ist das Ergebnis diesmal ungewöhnlich offen. Steigende Energiepreise und eine weiterhin erhöhte Inflation hatten zuletzt sogar Spekulationen über eine Zinserhöhung ausgelöst. Die vorläufige Entspannung im Iran-Konflikt und der deutliche Rückgang der Ölpreise reduzieren diesen Druck jedoch wieder etwas.
Key Events This Week:
1. Markets React to US/Iran Pausing Strikes – Today, 6 PM ET
2. July Consumer Confidence data – Tuesday
3. July Fed Interest Rate Decision – Wednesday
4. Microsoft, $MSFT, Meta, $META, Report Earnings – Wednesday
5. July PCE Inflation data – Thursday…
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) July 26, 2026
Am Donnerstag folgen die Juni-Daten zum PCE-Preisindex. Dabei handelt es sich um das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve. Entscheidend werden insbesondere die Kernrate sowie die monatliche Entwicklung. Höhere Werte könnten die Renditen von US-Staatsanleihen steigen lassen und riskante Anlagen wie Technologieaktien und Kryptowährungen belasten. Eine überraschend schwache Inflation würde dagegen Hoffnungen auf eine weniger restriktive Geldpolitik stärken. Für Bitcoin dürfte deshalb nicht nur die eigentliche Zinsentscheidung, sondern vor allem der anschließende Ausblick der Fed relevant werden.
Polygon aktiviert den Ithaca-Hardfork
Auch bei Polygon steht in dieser Woche ein wichtiges technisches Ereignis bevor. Der Ithaca-Hardfork soll am Mittwoch, dem 29. Juli, gegen 14:00 Uhr UTC auf dem Polygon-Mainnet aktiviert werden. Die Umstellung erfolgt planmäßig bei Blockhöhe 50.185.000, nachdem das Upgrade zuvor erfolgreich im Amoy-Testnetz implementiert wurde.
BREAKING: Polygon Foundation deploys Ithaca hardfork mainnet July 29, covering priority fees and validator infrastructure updates. pic.twitter.com/1zandiB9tR
— MSB Intel (@MSBIntel) July 17, 2026
Ithaca konzentriert sich insbesondere auf die Zuverlässigkeit des Netzwerks und die Abwicklung von Zahlungen. Zu den geplanten Verbesserungen gehören automatische Failover-Mechanismen, zusätzliche Schutzmaßnahmen für Transaktionen und eine bessere Übersicht für Betreiber von Netzwerkknoten. Damit soll Polygon auch bei technischen Problemen stabiler funktionieren und Zahlungsprozesse verlässlicher abwickeln können.
Für den POL-Token schafft das Upgrade zunächst einen klaren kurzfristigen Katalysator. Technische Updates führen häufig bereits vor ihrer Aktivierung zu steigender Aufmerksamkeit und spekulativer Nachfrage. Entscheidend bleibt jedoch, ob Ithaca anschließend tatsächlich die Netzwerkaktivität und Nutzung erhöht. Ohne steigende Transaktionszahlen könnte eine vorab entstandene Kursrally nach dem Upgrade auch wieder abverkauft werden.
Tech-Bilanzen werden zum Belastungstest für Kryptowährungen
Die Berichtssaison erreicht in dieser Woche einen ihrer wichtigsten Höhepunkte. Microsoft und Meta veröffentlichen ihre Zahlen am Mittwoch nach dem US-Börsenschluss. Am Donnerstag folgen Apple und Amazon. Damit berichten vier der weltweit größten Technologieunternehmen innerhalb von nur zwei Tagen. Microsoft hat seine Ergebnisse für den 29. Juli bestätigt, während Meta seine Telefonkonferenz am selben Tag um 16:30 Uhr US-Ostküstenzeit abhält. Apple und Amazon präsentieren ihre Quartalszahlen am 30. Juli.
Für den Kryptomarkt sind insbesondere die Aussagen zu KI-Investitionen, Cloud-Wachstum, Werbung, Konsum und zukünftigen Investitionsausgaben relevant. Überzeugende Zahlen könnten die Risikobereitschaft weiter erhöhen und neben dem Nasdaq auch Bitcoin und Altcoins unterstützen. Enttäuschende Prognosen oder unerwartet hohe Kosten würden dagegen Bewertungsängste verstärken.
Besondere Aufmerksamkeit dürfte den enormen KI-Ausgaben gelten. Anleger wollen erkennen, ob sich die milliardenschweren Investitionen bereits in höheren Umsätzen und Gewinnen niederschlagen. Da Kryptowährungen weiterhin stark mit wachstumsorientierten Technologieanlagen korrelieren können, dürften größere Kursbewegungen bei den Magnificent Seven unmittelbar auf den digitalen Markt ausstrahlen.
Kaito verspricht weitere Details zum X-Datenabkommen
Kaito könnte ebenfalls für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Das auf KI-gestützte Kryptoanalysen spezialisierte Projekt bestätigte am 23. Juli ein offizielles Datenabkommen mit X. Die Vereinbarung soll eine breite Palette neuer Anwendungsfälle ermöglichen. Genauere Informationen über Umfang, technische Umsetzung und wirtschaftliche Bedingungen wurden bislang jedoch noch nicht veröffentlicht. Kaito kündigte lediglich an, bald weitere Details bekannt zu geben.
Kaito has entered into a data agreement with X to power a wide range of use cases.
More coming soon. pic.twitter.com/UX4poxcq1c
— Kaito AI 🌊 (@KaitoAI) July 23, 2026
Der Deal ist für Kaito strategisch bedeutsam, weil Echtzeitdaten von X eine wichtige Grundlage für die Analyse von Narrativen, Marktstimmung und Kryptoaktivitäten darstellen. Ein offizieller Zugang könnte die Datenqualität verbessern und Risiken reduzieren, die durch eingeschränkte oder veränderte Programmierschnittstellen entstehen.
Für den KAITO-Token hängt die weitere Entwicklung nun stark vom konkreten Nutzen des Abkommens ab. Neue Produkte, exklusive Datenzugänge oder zusätzliche Monetarisierungsmöglichkeiten wären grundsätzlich positiv. Bleibt die Ankündigung hingegen vage, sind auch Gewinnmitnahmen denkbar. Anleger sollten deshalb weniger auf die Überschrift als auf Details zu Kosten, Exklusivität, Datenrechten und neuen Funktionen achten.
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