Bitcoin steht weiter massiv unter Druck. Der Kurs testete zuletzt erneut den Bereich um 60.000 US-Dollar, auf Wochensicht summiert sich das Minus zeitweise auf rund 15 Prozent. Momentum ist kaum vorhanden, der Abstand zum Allzeithoch bleibt groß und die Marktstruktur wirkt kurzfristig klar bearish.
Zusätzlich belastet die hohe Volatilität, weil mit dem historischen SpaceX-IPO ein großes Liquiditätsereignis Kapital aus spekulativen Märkten abziehen kann. Reuters berichtet von einem 75-Milliarden-Dollar-IPO und einer Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar. Dennoch bleibt die langfristige Bitcoin-Prognose für viele Marktbeobachter bullisch: Denn die Knappheit nimmt weiter zu.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin verliert 15 Prozent, langfristige Knappheit bleibt dennoch zentraler Treiber.
- Nur 4,6 Prozent Bitcoin ungemined, Angebot wächst künftig deutlich langsamer.
- Gini-Koeffizient stagniert seit Hoch, Verteilung breitet sich zunehmend aus.
Nur noch 4,6 Prozent Bitcoin: Warum Knappheit langfristig bullisch bleibt
Der entscheidende Punkt bei Bitcoin ist nicht die kurzfristige Kursbewegung, sondern der fest programmierte Angebotsplan. Maximal 21 Millionen BTC können jemals existieren. Laut Blockchain.com ist diese Obergrenze direkt im Protokoll definiert, während die Mining-Belohnung etwa alle 210.000 Blöcke halbiert wird. Damit unterscheidet sich Bitcoin fundamental von Fiat-Währungen, Aktienemissionen oder Rohstoffen, deren Angebot bei steigenden Preisen ausgeweitet werden kann.
There's only 4.6% of #Bitcoin left to be mined.
In 2 years, it will be just 3.1%.
At this point, new supply issuance will be cut in half permanently.
People are currently focused on when the bear market is over (is it now? in 3 months?)…
but the supply shortage that… pic.twitter.com/sG2uqU4o1B
— Jesse Myers (@Croesus_BTC) June 11, 2026
Dass nur noch rund 4,6 Prozent der gesamten Menge neu geschürft werden können, ist deshalb langfristig relevant. Denn die große Mehrheit aller BTC ist bereits im Umlauf. Neue Nachfrage trifft künftig auf ein immer kleineres zusätzliches Angebot. Coindesk berichtete bereits Anfang 2026, dass mehr als 95 Prozent aller Bitcoin bereits zirkulieren und der letzte Teil der Emission sich über mehr als 100 Jahre strecken wird.
Kurzfristig schützt diese Knappheit jedoch nicht vor starken Rücksetzern. Bitcoin bleibt ein hochvolatiler Risiko-Asset, der bei Liquiditätsstress, Makroangst oder großen Kapitalereignissen wie dem SpaceX-IPO unter Druck geraten kann. Genau deshalb können Preise trotz langfristig bullischer Angebotsstruktur deutlich fallen. Doch langfristig entsteht die bullische These gerade aus diesem Gegensatz: Während der Markt heute auf Bärenmarkt, Tiefs und kurzfristige Liquidität schaut, sinkt die künftige Neuemission dauerhaft weiter.
Sollte die Nachfrage in einem späteren Zyklus wieder steigen, müssen Käufer um ein knappes Gut konkurrieren. Das macht die 4,6 Prozent nicht kurzfristig kursentscheidend, aber langfristig strukturell bullisch.
Bitcoin-Gini-Koeffizient: Was die Verteilung der BTC-Bestände verrät
Der Gini-Koeffizient ist eine Kennzahl zur Messung der Verteilung von Bitcoin über verschiedene Wallets. Vereinfacht gesagt zeigt die Metrik, ob sich immer mehr BTC in wenigen großen Adressen konzentrieren oder ob die Bestände breiter auf viele Marktteilnehmer verteilt werden. Steigt der Gini-Koeffizient, wächst die Konzentration bei Walen, ETFs, Custodians oder Börsen. Fällt die Kennzahl, verteilt sich das Angebot stärker über den Markt.
Bitcoin’s Gini Coefficient measures the level of supply concentration across wallets.
When it rises, it means BTC is becoming more concentrated in large addresses, such as whales, custodians, ETFs, or exchanges.
When it falls, it means the supply is becoming more distributed… pic.twitter.com/1wtaLxaCMv
— Alphractal (@Alphractal) June 10, 2026
Interessant ist die aktuelle Entwicklung seit dem Bitcoin-Hoch im Oktober 2025. Während der Kurs damals neue Rekordstände erreichte, hörte der Gini-Koeffizient auf zu steigen. Das deutet darauf hin, dass die zunehmende Konzentration großer Bestände vorerst gestoppt wurde. Stattdessen scheint Bitcoin seitdem schrittweise breiter verteilt zu werden.
Historisch ist eine solche Entwicklung oft typisch für spätere Marktphasen. Früh im Zyklus akkumulieren große Akteure häufig erhebliche Mengen Bitcoin. Mit steigenden Kursen werden diese Bestände teilweise an neue Marktteilnehmer weitergegeben. Dadurch nimmt die Verteilung zu und die Konzentration sinkt.
Die aktuelle Stagnation des Gini-Koeffizienten zeigt somit, dass die starke Akkumulationsphase großer Wallets vorerst abgeschlossen sein könnte. Das Angebot bleibt knapp, die Akkumulation ist vorbei. Das könnte nun bald einen neuen Krypto-Zyklus unterstützen.
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