Für XRP bleibt das Marktumfeld schwierig. Die Kryptowährung notiert inzwischen unter 1,30 US-Dollar und setzt damit ihren übergeordneten Abwärtstrend fort. Auf Wochensicht steht ein Minus von rund vier Prozent, während sich der Verlust im vergangenen Monat auf etwa sieben Prozent beläuft.

Vom Allzeithoch ist XRP mittlerweile rund zwei Drittel entfernt. Gleichzeitig bleibt das Sentiment im Kryptomarkt schwach. Bitcoin rutschte zuletzt erneut unter wichtige Unterstützungen, viele Altcoins verlieren weiter an Boden. Kapital fließt aktuell nur in wenige relative Stärke-Titel, während XRP kaum Momentum aufbauen kann. Zusätzliche Fantasie durch einen möglichen Börsengang von Ripple Labs könnte zwar neue Aufmerksamkeit erzeugen, doch genau dieses Szenario scheint derzeit immer unwahrscheinlicher zu werden. Was zeigt die Ripple Prognose für 2026?

Das Wichtigste im Überblick:

  • XRP bleibt schwach, verliert Momentum und notiert deutlich unter Allzeithoch.
  • Ripple und XRP sind eng verbunden, rechtlich jedoch getrennt.
  • Ripple dürfte vorerst keinen Börsengang anstreben oder benötigen aktuell.
  • Regelmäßige XRP-Freigaben sorgen weiter für potenziellen Angebotsdruck am Markt.

Wie hängen Ripple Labs und XRP zusammen?

Ripple Labs ist das Unternehmen hinter zahlreichen Produkten und Dienstleistungen rund um den XRP Ledger. XRP selbst ist jedoch kein Unternehmensanteil und verleiht Investoren keinerlei Eigentumsrechte an Ripple Labs. Dennoch besteht eine enge Verbindung. Ripple hält große XRP-Bestände und nutzt den Token teilweise für Liquiditätslösungen, internationale Zahlungsnetzwerke und institutionelle Anwendungen. Der Erfolg von Ripple kann daher indirekt die Nachfrage nach XRP beeinflussen. Umgekehrt wirken sich Entwicklungen rund um XRP häufig auf die Wahrnehmung des Unternehmens aus. Viele Anleger betrachten beide deshalb als eng miteinander verknüpft, auch wenn rechtlich eine klare Trennung zwischen Unternehmen und Kryptowährung besteht.

Ripple-IPO wird immer wieder diskutiert

Seit Jahren spekuliert der Markt über einen möglichen Börsengang von Ripple Labs. Nach dem Ende des Rechtsstreits mit der SEC schien dieses Szenario zeitweise realistischer denn je. Dennoch haben führende Ripple-Manager zuletzt mehrfach signalisiert, dass ein IPO aktuell keine Priorität besitzt.

Das überrascht nicht. Das Umfeld für Börsengänge ist insbesondere im Kryptosektor zuletzt deutlich schwieriger geworden. Viele frisch gelistete Krypto-Unternehmen mussten nach ihrem Börsendebüt erhebliche Kursverluste hinnehmen. Gleichzeitig verfügt Ripple über eine starke Bilanz und konnte Ende 2025 weiteres Kapital von Investoren einsammeln. Der unmittelbare Finanzierungsdruck, der häufig ein Hauptgrund für einen Börsengang ist, scheint daher nicht vorhanden zu sein.

Für Anleger, die auf einen kurzfristigen IPO als Kurstreiber für XRP spekulieren, ist das zunächst eine Enttäuschung. Die Fantasie eines baldigen Börsendebüts dürfte vorerst aus dem Markt verschwinden.

Weshalb das XRP-Investoren nicht gefallen dürfte

Der folgende Krypto-Analyst argumentiert derweil, dass Ripple derzeit schlicht keinen Grund für einen Börsengang habe. Das Unternehmen verfügt über erhebliche finanzielle Reserven, erzielt laufende Einnahmen und besitzt weiterhin große XRP-Bestände. Zusätzlich konnte Ripple zuletzt privates Kapital zu einer Bewertung von rund 40 Milliarden US-Dollar aufnehmen. Schätzungen des Sekundärmarktes sehen das Unternehmen inzwischen sogar noch höher bewertet.

Aus Sicht von Ripple ergibt ein IPO daher wenig Sinn. Ein Börsengang würde zusätzliche Transparenzpflichten, Quartalsdruck und regulatorische Anforderungen mit sich bringen. Solange das Unternehmen auch ohne Kapitalmarkt ausreichend finanziert ist, überwiegen die Nachteile.

Für XRP-Investoren ist diese Situation jedoch nicht zwingend positiv. Ein häufig diskutierter Kritikpunkt lautet, dass Ripple seit Jahren über seine XRP-Bestände zusätzliche Liquidität generiert. Historisch wurden regelmäßig XRP aus den Escrow-Konten freigegeben, wobei ein Teil davon verkauft oder für Unternehmenszwecke genutzt wurde. Zwar werden große Teile wieder gesperrt und Ripple betont stets den strategischen Einsatz dieser Reserven. Dennoch sorgt die Möglichkeit zusätzlicher XRP-Angebote immer wieder für Verkaufsdruck und Verwässerungsängste im Markt.

Genau deshalb sehen manche Anleger einen Interessenkonflikt: Während Ripple Labs von seinen umfangreichen XRP-Beständen profitieren kann, wünschen sich viele XRP-Halter eine stärkere Angebotsverknappung. Solange Ripple jedoch keinen Finanzierungsbedarf hat und weiterhin über erhebliche XRP-Reserven verfügt, dürfte sich an dieser Situation wenig ändern. Für den XRP-Kurs bedeutet das, dass neben dem schwachen Gesamtmarkt auch auf fundamentaler Ebene weiterhin Gegenwind bestehen könnte.

Ripple schaltet erneut 500 Millionen XRP frei – was steckt dahinter?

Zuletzt sorgte eine weitere Freigabe von 500 Millionen XRP im Wert von rund 666 Millionen US-Dollar für Aufmerksamkeit. Auf den ersten Blick wirkt ein solches Ereignis für Anleger oft beunruhigend, da plötzlich eine enorme Menge zusätzlicher Token verfügbar wird. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um einen seit Jahren bekannten Mechanismus. Ripple verwaltet einen Großteil seiner XRP-Bestände über sogenannte Escrow-Konten. Monatlich werden dabei festgelegte Mengen XRP freigegeben. Nicht verwendete Token werden anschließend meist wieder in neue Escrow-Verträge zurückgeführt.

Dennoch bleibt der Vorgang für den Markt relevant. Denn auch wenn nicht sämtliche freigegebenen XRP unmittelbar verkauft werden, erhöht sich kurzfristig das potenziell verfügbare Angebot. Genau deshalb beobachten Investoren diese Freigaben sehr genau. Kritiker argumentieren seit Jahren, dass die regelmäßigen Unlocks einen gewissen Angebotsdruck erzeugen und dadurch Kursanstiege bremsen können.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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