Ethereum bleibt im Bärenmarkt gefangen. Auf Wochensicht verliert die zweitgrößte Kryptowährung rund 9 Prozent und fällt wieder auf etwa 2.100 US-Dollar zurück. Vom Allzeithoch ist ETH inzwischen rund 60 Prozent entfernt, das Momentum bleibt schwach und viele Anleger zeigen sich weiter vorsichtig. Dennoch gibt es fundamental weiterhin Signale, die für Vertrauen in das Netzwerk sprechen.

Besonders im Fokus steht aktuell das Staking-Verhalten der Anleger. Denn während der Kurs schwächelt, steigt die Nachfrage nach Ethereum-Staking zuletzt wieder deutlich an. Genau darauf verweist nun auch der Analyst Leon Waidmann. Die aktuellen Daten zeigen eine Entwicklung, die historisch oft als bullisches Signal interpretiert wurde.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Ethereum-Staking explodiert erneut, Validator-Warteschlange steigt inzwischen auf über 60 Tage.
  • Mehr als 32 Prozent aller ETH langfristig im Netzwerk gebunden gestakt.
  • Holder Retention Rate signalisiert zurückkehrendes Vertrauen trotz schwachem Ethereum-Kurs.

Validator-Queue steigt massiv: Analyst sieht starkes Vertrauen in Ethereum

Der Analyst Leon Waidmann verweist auf die zuletzt stark steigende Validator-Queue bei Ethereum. Konkret geht es dabei um die Warteschlange neuer Validatoren, die dem Netzwerk beitreten wollen. Wer Ethereum staken möchte, muss bekanntlich 32 ETH hinterlegen und anschließend auf die Aktivierung warten. Genau diese Wartezeit steigt nun wieder massiv an.

Laut den aktuellen Daten liegt die Entry Queue inzwischen wieder bei über 60 Tagen. Das bedeutet: Anleger und Institutionen wollen deutlich mehr ETH staken, als aktuell Validatoren das Netzwerk verlassen. Besonders auffällig ist dabei, dass die Exit Queue nahezu leer bleibt. Es gibt also kaum größere Bewegungen von Marktteilnehmern, die ihr gestaktes Ethereum abziehen möchten.

Die Grafik zeigt zudem, dass die Warteschlange zuletzt regelrecht explodiert ist. Anfang des Jahres lag die Wartezeit noch bei wenigen Tagen. Nun steigt sie erneut auf Niveaus, die zuletzt während besonders starker Nachfragephasen erreicht wurden. Für viele Analysten gilt das als Zeichen langfristigen Vertrauens in Ethereum.

Denn Staking entzieht dem Markt liquide ETH. Coins werden gebunden und stehen kurzfristig nicht mehr zum Verkauf bereit. Gerade in schwachen Marktphasen kann das langfristig den Verkaufsdruck reduzieren. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass viele Anleger trotz Bärenmarkt offenbar weiter auf Ethereum setzen und das Netzwerk als zentrale Infrastruktur im Krypto-Sektor betrachten.

Gestakte ETH erreicht neue Höchststände trotz schwachem Kurs

Die Daten unterstreichen die Stärke der aktuellen Staking-Dynamik. Besonders auffällig ist zunächst der massive Anstieg des insgesamt gestakten ETH-Angebots. Innerhalb eines Jahres steigt die Menge der gestakten Coins von rund 34 Millionen ETH auf fast 39 Millionen ETH an.

eth

Damit liegt inzwischen mehr als 32 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots im Staking. Die Entwicklung beschleunigt sich dabei vor allem seit Anfang 2026 deutlich. Während der ETH-Kurs gleichzeitig schwach bleibt, wächst die langfristige Bindung der Coins weiter an. Das zeigt, dass viele Investoren offenbar weniger auf kurzfristige Kursbewegungen achten, sondern vielmehr auf Renditen durch Staking und die langfristige Entwicklung des Netzwerks setzen.

Die nächste Grafik zeigt zusätzlich die Entwicklung der absoluten Validator-Queue. Hier wird sichtbar, dass zuletzt zeitweise mehr als vier Millionen ETH in der Entry Queue standen. Gleichzeitig fällt die Exit Queue deutlich zurück. Das Verhältnis zwischen neuen Validatoren und aussteigenden Teilnehmern spricht damit klar für weiter steigendes Interesse am Ethereum-Staking.

Historisch gelten solche Phasen häufig als Zeichen wachsender Netzwerkstärke. Denn trotz Unsicherheit am Markt bleibt die Nachfrage nach Ethereum-Infrastruktur hoch. Gerade institutionelle Anleger setzen zunehmend auf Staking-Erträge als langfristige Strategie. Zwar bleibt Ethereum charttechnisch aktuell angeschlagen, fundamental zeigen die aktuellen Daten jedoch weiterhin eine hohe Aktivität und starkes Vertrauen großer Marktteilnehmer.


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Holder Retention Rate steigt wieder deutlich an

Auch die aktuelle Glassnode-Metrik zur „Holder Retention Rate“ liefert ein konstruktives Signal für Ethereum. Die Kennzahl misst vereinfacht gesagt, wie stark bestehende ETH-Investoren ihre Coins halten, statt sie aktiv zu verkaufen oder zu bewegen. Eine steigende Retention Rate deutet daher häufig auf wachsendes Vertrauen und eine stärkere Überzeugung der Marktteilnehmer hin.

Besonders spannend ist die Entwicklung seit Februar 2026. Damals brach die Metrik massiv ein und fiel zeitweise auf rund 92,5 Prozent zurück. Hintergrund war die starke Unsicherheit am Markt rund um den erneuten Abverkauf bei Ethereum und die schwache Kursentwicklung. Viele Anleger reduzierten damals offenbar ihr Exposure oder bewegten ihre Coins verstärkt.

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Seitdem hat sich die Lage jedoch deutlich stabilisiert. Die Holder Retention Rate steigt inzwischen wieder klar an und nähert sich erneut den Hochs vom Jahresanfang. Damit signalisiert die Metrik, dass sich das Vertrauen der langfristigen ETH-Halter zuletzt wieder verbessert hat.

Auffällig ist zudem, dass sich die Kennzahl erholt, obwohl Ethereum preislich weiterhin deutlich unter Druck steht. Genau das werten viele Analysten als positives Zeichen. Denn trotz Bärenmarkt scheinen viele Investoren ihre ETH weiterhin langfristig halten zu wollen, anstatt in Panik zu verkaufen. Gerade solche Phasen gelten häufig als Grundlage für spätere Trendwenden am Kryptomarkt.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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