Jack Dorsey zählt seit Jahren zu den prägendsten Figuren der Tech- und Krypto-Industrie. Als Mitgründer von Twitter und CEO von Block hat er früh auf Bitcoin gesetzt und gilt als einer der prominentesten Befürworter eines dezentralen Internets. In Teilen der Community wird sogar spekuliert, ob er hinter Satoshi Nakamoto stehen könnte. Zuletzt arbeitete Dorsey an einer neuen Vision: einem vollständig dezentralen Messenger namens Bitchat.
Doch genau dieses Projekt sorgt nun für Schlagzeilen – denn in China wurde die App plötzlich aus dem App Store entfernt.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitchat aus dem Apple AppStore in China entfernt, Verstoß gegen Regularien.
- Jack Dorsey baut mit Bitchat eine dezentrale Messenger-Alternative für kurze Distanzen.
- Bitchat wurde zuletzt auch bei Protesten im Iran eingesetzt.
Verbot in China: Apple zieht Bitchat zurück
Die Lage rund um Bitchat spitzte sich zuletzt deutlich zu. Laut Dorsey wurde die App bereits im Februar aus dem chinesischen App Store entfernt – auf direkten Druck der Cyberspace Administration of China. Auch die TestFlight-Beta ist in China nicht mehr nutzbar. Apple begründet den Schritt damit, dass die App gegen lokale Internet-Regularien verstoße.
bitchat pulled from the china app store pic.twitter.com/jrrd0gDrA9
— jack (@jack) April 5, 2026
Konkret geht es um Inhalte und Funktionen, die laut Behörden als problematisch eingestuft werden. Besonders kritisch: Bitchat funktioniert ohne zentrale Server und ohne klassische Internet-Infrastruktur. Damit entzieht sich die App weitgehend staatlicher Kontrolle – ein sensibles Thema in China, wo digitale Kommunikation stark reguliert wird.
Der Hintergrund ist politisch aufgeladen. Anwendungen wie Bitchat gewinnen insbesondere in Ländern an Bedeutung, in denen Regierungen Kommunikationskanäle einschränken. Genau diese Eigenschaft – Zensurresistenz – macht die App aus Nutzersicht attraktiv, aus Sicht von Regulierern jedoch problematisch.
Lies auch: Die besten Krypto Wallets im Vergleich
Was hinter Bitchat steckt: Radikal dezentral gedacht
Bitchat verfolgt einen radikal anderen Ansatz als klassische Messenger wie WhatsApp oder Telegram. Statt auf zentrale Server zu setzen, baut die App ein Peer-to-Peer-Netzwerk auf Basis von Bluetooth Low Energy (BLE) und Mesh-Technologie auf. Geräte kommunizieren direkt miteinander – jedes Smartphone wird gleichzeitig Sender, Empfänger und Weiterleitungsstation.
Das bedeutet konkret. Nachrichten gelangen von Gerät zu Gerät, bis sie ihr Ziel erreichen. Dadurch kann sich die Reichweite über mehrere “Hops” erweitern – theoretisch weit über die üblichen Bluetooth-100 Meter hinaus. Gleichzeitig ist keine Internetverbindung notwendig.
Technisch basiert Bitchat auf einer klar strukturierten Architektur mit vier Ebenen. Die Application Layer definiert Nachrichten und Inhalte. Die Session Layer organisiert Routing, Fragmentierung und Datenstruktur. Die Encryption Layer nutzt das Noise Protocol Framework für sichere Kommunikation. Und die Transport Layer sorgt für die physische Übertragung via Bluetooth oder ähnliche Technologien.
Die Designziele sind ambitioniert und klar auf Sicherheit und Privatsphäre ausgerichtet. Dazu zählen vollständige Vertraulichkeit, Authentifizierung der Kommunikationspartner, Integrität der Nachrichten sowie sogenannte Forward Secrecy – also Schutz vergangener Kommunikation selbst bei kompromittierten Schlüsseln. Hinzu kommt ein selten betonter Aspekt: Deniability. Nutzer sollen nicht eindeutig nachweisen können, dass sie eine bestimmte Nachricht gesendet haben.
Besonders relevant ist die Resilienz des Systems. Bitchat funktioniert auch bei Internetausfällen, Naturkatastrophen oder gezielten Abschaltungen. Genau deshalb wurde die App bereits bei Protesten und in Regionen mit eingeschränkter Netzabdeckung genutzt.
Damit steht Bitchat sinnbildlich für eine neue Generation von Anwendungen: weg von zentralen Plattformen, hin zu selbstorganisierten Netzwerken.
Weiterlesen: Die besten Krypto Presales 2026
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen


