Der renommierte Bloomberg-Analyst Mike McGlone warnt vor einem drastischen Szenario für den Kryptomarkt. Während der Bitcoin-Kurs zuletzt spürbar nachgegeben hat, sieht der Rohstoff-Stratege darin möglicherweise erst den Anfang einer umfassenden Korrektur, die den Preis bis auf 10.000 US-Dollar drücken könnte.
Der Kryptomarkt zeigt sich aktuell von seiner volatilen Seite. Der Bitcoin-Kurs hat im 30-Tages-Rückblick bereits deutlich an Wert eingebüßt und notiert im Bereich von rund 68.500 US-Dollar. Doch geht es nach Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, könnte das Schlimmste noch bevorstehen. McGlone bringt ein Kursziel von 10.000 US-Dollar ins Spiel – eine Prognose, die einem Wertverlust von etwa 85 Prozent entspräche und in der Community auf gemischte Reaktionen stößt.
The Bitcoin Path To $10,000 https://t.co/M4cg82OL7W
— Mike McGlone (@mikemcglone11) February 9, 2026
Einordnung der Prognose: Mehr als nur Pessimismus?
Es lohnt sich, die Hintergründe dieser extremen Warnung genauer zu betrachten, denn McGlone gilt nicht als genereller Krypto-Kritiker. In der Vergangenheit bewies er oft ein gutes Gespür für langfristige Trends. So prognostizierte er im Oktober 2020 einen Anstieg auf 100.000 US-Dollar innerhalb von fünf Jahren, was der Markt später bestätigte. Auch die Richtung des Bärenmarktes 2018 schätzte er korrekt ein, wenngleich sein damaliges Tiefstkursziel unterschritten wurde.
Seine aktuelle Skepsis begründet der Analyst mit makroökonomischen Faktoren. Er zieht Parallelen zu historischen Marktphasen vor großen Rezessionen und warnt vor einer „Great Reversion“. Ein entscheidender Indikator ist für ihn das Verhältnis des S&P 500 zu Gold, das ähnliche Warnsignale sende wie vor dem Börsencrash von 1929. In diesem Szenario würde Bitcoin nicht als sicherer Hafen fungieren, sondern als Risiko-Asset korrelieren und fallen.
Cryptos Breach Key Support vs. Metals –
Cryptos have dropped below a key pivot vs. metals, suggesting the trend will continue in 2026. Our graphic shows the ratio of the Bloomberg Galaxy Crypto Index (BGCI) vs. the Bloomberg All Metals Total Return Subindex (BCOMAMT) below… pic.twitter.com/n6A85HQeLT— Mike McGlone (@mikemcglone11) February 10, 2026
Ist ein Absturz auf 10.000 Dollar realistisch?
Technisch gesehen ist ein Rückgang um 85 Prozent für Bitcoin historisch nicht präzedenzlos. Nach den Hochphasen 2013 und 2017 erlebte der Markt Korrekturen von 86 beziehungsweise 77 Prozent. Aktuell fehlen dem Markt laut McGlone neue positive Impulse, da viele Hoffnungen – wie die Zulassung von Spot-ETFs – bereits eingepreist oder realisiert sind. Zudem verweist er auf eine Fragmentierung des Marktes und die relative Stärke von Gold als konkurrierendem Wertspeicher.
Hey crypto followers $BTC
The nature of the decline in Bitcoin (now 8 days of lower lows and highs) has all the finger prints of campaign selling, not retail liquidation
Seen this before hundreds of times over the decades
Never know when of course this pattern ends
Note to trolls… pic.twitter.com/THGJpez35F— Peter Brandt (@PeterLBrandt) February 5, 2026
Auch andere Analysten mahnen zur Vorsicht. So lieferte kürzlich beispielsweise Peter Brandt eine Bitcoin-Prognose mit Abwärtszielen, die zwar weniger drastisch ausfiel, aber dennoch auf weitere Korrekturen hindeutete. McGlone betont zudem, dass Bitcoin derzeit mit einer deutlich höheren Volatilität als der Aktienmarkt handelt, sich aber dennoch oft im Gleichschritt mit diesem bewegt.
Marktstruktur und Stimmung sprechen dagegen
Trotz der düsteren Bitcoin Prognose gibt es Faktoren, die gegen einen totalen Kollaps sprechen. Die Bitcoin-Dominanz liegt bei rund 59,2 Prozent – ein historisch hohes Niveau, das zeigt, dass Kapital eher in Bitcoin verbleibt als in riskante Altcoins abzufließen. Zudem hat sich die Marktstruktur durch institutionelle Investoren und ETFs fundamental gewandelt. Solche Akteure agieren oft langfristiger als reine Spekulanten. Dies könnte extreme Ausschläge nach unten abfedern, weshalb Anleger selbst bei Preisen um 60.000 US-Dollar nicht in Panik geraten sollten.
Ein weiterer Indikator ist die Marktstimmung: Der „Fear and Greed Index“ notierte zuletzt im Bereich extremer Angst. Historisch betrachtet waren solche Phasen oft gute Einstiegsgelegenheiten und markierten eher lokale Tiefpunkte als den Beginn neuer Abstürze. Während Privatanleger oft verunsichert reagieren, nutzen professionelle Marktteilnehmer solche Phasen zum Accumulieren. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass 70 Prozent der Profis Bitcoin trotz Crash-Angst für unterbewertet halten. Dies erklärt auch, weshalb zahlreiche Anleger in einen spekulativen Presale wie Bitcoin Hyper einsteigen, welcher eine Layer 2-Lösung für die Bitcoin-Blockchain bieten soll.
Sogar staatliche Akteure wie El Salvador nutzen die aktuellen Kurse für Nachkäufe, was das langfristige Vertrauen in die Anlageklasse unterstreicht. Ob McGlones Warnung vor einem Rückfall auf Unterstützungslinien und tieferen Tiefs eintritt, hängt stark von der Entwicklung der US-Aktienmärkte und der Geldpolitik ab. Anleger sollten die makroökonomischen Daten im Auge behalten, aber auch die veränderte, robustere Struktur des Krypto-Marktes nicht außer Acht lassen.
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