Seit dem Fusaka-Upgrade Anfang Dezember 2025 verzeichnet das Ethereum-Netzwerk einen deutlichen Anstieg zentraler Aktivitätskennzahlen. Die Zahl der täglichen Transaktionen ist laut aktuellen Daten um rund 50 Prozent gestiegen, aktive Adressen legten sogar um etwa 60 Prozent zu. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein klarer Beleg für den Erfolg des Upgrades, das Skalierbarkeit verbessert und Transaktionskosten deutlich gesenkt hat.
Eine neue Analyse von Coin Metrics zeigt jedoch, dass ein relevanter Teil dieses Wachstums nicht auf neue Nutzer oder Anwendungen zurückgeht, sondern auf sogenannte Address-Poisoning-Angriffe.
Das Wichtigste im Überblick:
- Nach dem Fusaka-Upgrade stiegen Ethereums Transaktionen um 50 Prozent deutlich.
- Aktive Ethereum-Adressen legten seit Dezember 2025 um rund 60 Prozent.
- Ein Teil des Aktivitätsanstiegs resultiert aus Address-Poisoning statt echter Nutzung.
- Stablecoin-Dust-Transfers machen inzwischen bis zu 15 Prozent aller Transaktionen auf Ethereum.
- Bereinigte Kennzahlen sind nötig, um reales Wachstum von technischem Rauschen zu trennen.
Ethereum Analyse: Mehr Transaktionen nach Fusaka – mit Einschränkungen
Mit der Aktivierung von Fusaka am 3. Dezember 2025 sank das durchschnittliche Gebührenniveau auf Ethereum spürbar. In der Folge stieg die Zahl der täglichen Transaktionen auf durchschnittlich über zwei Millionen, mit einem Zwischenhoch von knapp 2,9 Millionen Mitte Januar. Auch die Zahl aktiver Adressen erreichte mit rund 1,4 Millionen neue Höchststände. Coin Metrics ordnet diese Entwicklung grundsätzlich als reales Aktivitätswachstum ein, warnt jedoch vor einer verzerrten Wahrnehmung in der Ethereum Prognose.
Im Zentrum der Analyse stehen Stablecoin-Transfers, insbesondere bei USDC und USDT. Hier zeigte sich nach Fusaka ein sprunghafter Anstieg extrem kleiner Transaktionen. Transfers unter fünf US-Dollar stiegen von etwa 50.000 auf rund 380.000 pro Tag. Gleichzeitig brach der Median der Transaktionsgrößen von rund 100 US-Dollar auf Bruchteile eines Cents ein. Solche Werte lassen sich ökonomisch kaum erklären und deuten auf automatisierte Massenüberweisungen hin.
Coin Metrics wertete dafür rund 227 Millionen Stablecoin-Balance-Updates zwischen November 2025 und Januar 2026 aus. Ergebnis: 43 Prozent der Transfers lagen unter einem US-Dollar, 38 Prozent sogar unter einem Cent. Diese „Dust“-Überweisungen dienen nicht realen Zahlungen, sondern sollen Wallet-Historien manipulieren, um Nutzer bei späteren Transaktionen zu Fehlüberweisungen zu verleiten.
Ethereum Kritik: Verzerrte Kennzahlen verfälschen Prognose
Die Untersuchung zeigt, dass ein kleiner Kreis von Absenderadressen für einen Großteil dieser Dust-Transfers verantwortlich ist. Einzelne Akteure versendeten Millionen Miniüberweisungen an Millionen unterschiedlicher Wallets, bei minimalem finanziellen Einsatz. Möglich wurde dies erst durch die gesunkenen Gebühren nach Fusaka, die Massenangriffe erstmals wirtschaftlich attraktiv machten.
Für die Interpretation von Netzwerkdaten hat das spürbare Folgen. Laut Coin Metrics machen Stablecoin-Dust-Transfers inzwischen rund 10 bis 15 Prozent aller Ethereum-Transaktionen und etwa ein Viertel der täglich aktiven Adressen aus. Das tatsächliche, ökonomisch relevante Nutzungswachstum ist damit geringer als es die reinen Rohdaten vermuten lassen, bleibt aber weiterhin dominant.
Die Analyse unterstreicht vor allem die Bedeutung bereinigter Kennzahlen. Nur wenn extrem niedrigwertige Transfers herausgefiltert werden, lässt sich reale Adoption von technikgetriebenem Rauschen trennen.
Für Analysten, Investoren und auch für Wallet-Anbieter wird es damit wichtiger, nicht nur steigende Aktivität zu messen, sondern deren Qualität und wirtschaftliche Substanz genauer einzuordnen.
Welche Kryptowährungen kaufen? – alles Wissenswerte
Warum Sie 99Bitcoins vertrauen können
99Bitcoins wurde 2013 gegründet und verfügt über ein Team von Experten, deren Erfahrung bis in die Anfänge der Kryptozeit zurückreicht.
Wöchentliche Recherche
100k+Monatliche Leser
Experten
2000+Krypto-Projekte unter die Lupe genommen



