Eine neue Studie von JPMorgan liefert ein ernüchterndes Bild für den Kryptomarkt. Laut dem „2026 Global Family Office Report“ halten die meisten der weltweit größten privaten Vermögensverwalter weiterhin Abstand von digitalen Währungen.
Stattdessen rückt Künstliche Intelligenz klar in den Fokus der Kapitalallokation. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschiebung strategischer Prioritäten, aber auch einen wachsenden Widerspruch zwischen Umfragen und realen Marktbewegungen.
JPMorgan befragte für den „Bericht 333“ Family Offices aus 30 Ländern, die im Durchschnitt ein Vermögen von rund 1,6 Milliarden US-Dollar verwalten. Das zentrale Ergebnis ist eindeutig:
89 Prozent der befragten Family Offices verfügen über keinerlei Krypto-Exposure. Gleichzeitig geben 65 Prozent an, dass Künstliche Intelligenz eines der wichtigsten Investmentthemen für die kommenden Jahre ist.
KI-Narrative dominiert strategische Prioritäten
Im thematischen Vergleich führt Künstliche Intelligenz die Rangliste klar an. Auf den nächsten Plätzen folgen Innovationen im Gesundheitswesen mit 50 Prozent sowie Infrastrukturinvestitionen mit 41 Prozent.
Kryptowährungen und digitale Assets hinken mit lediglich 17 Prozent deutlich hinterher. Die Diskrepanz zwischen strategischem Interesse und tatsächlicher Kapitalallokation fällt dabei besonders auf:
Mehr als die Hälfte der befragten Family Offices hält keinerlei Positionen in Growth Equity oder Venture Capital – also genau jenen Segmenten, in denen ein Großteil der KI-Innovation stattfindet.
Gleichzeitig verfügen 79 Prozent über keine Infrastruktur-Allokation, obwohl diese als physische Grundlage für den KI-Ausbau gilt. Die Studie zeigt damit eine starke thematische Überzeugung, die sich bislang nur begrenzt in konkrete Investitionen widerspiegelt!
Kristin Kallergis Rowland, Global Head of Alternative Investments bei JPMorgan, ordnet diese Entwicklung ein: Alternative Anlagen seien nicht länger nur eine taktische Beimischung, sondern ein fester Bestandteil langfristiger Vermögensplanung.
Entsprechend planen weltweit 37 Prozent der Family Offices, ihre Private-Equity-Allokation weiter auszubauen.
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Krypto bleibt untergewichtet – trotz einiger Gegenbeispiele
Der Studie von JPMorgan zufolge halten Family Offices lediglich 0,4 Prozent ihrer Portfolios in digitalen Assets. Nur 0,2 Prozent dieser Investitionen entfallen dabei auf Bitcoin.
Diese Zurückhaltung wirkt umso auffälliger, da viele Befragte geopolitische Risiken und Inflation als zentrale Gefahren werten. Gleichzeitig besitzen 72 Prozent der Family Offices nicht einmal Gold, das traditionell als Absicherungsinstrument gilt.
Parallel zu dieser defensiven Haltung mehren sich jedoch konkrete Krypto-Investitionen einzelner Akteure:
So investierte die in Hongkong ansässige VMS Group jüngst 10 Millionen US-Dollar in Re7 Capital, während asiatische Family Offices mehr als 100 Millionen US-Dollar für Krypto-Produkte ausgaben.
Zudem lancierte Maelstrom, das Family Office des BitMEX-Mitgründers Arthur Hayes, einen Private-Equity-Fonds über 250 Millionen US-Dollar mit Fokus auf Krypto-Unternehmen außerhalb der Blockchain.
Aber auch aus dem institutionellen Umfeld kommen abweichende Signale:
Eine Studie von BNY Mellon zeigte etwa, dass 74 Prozent der Ultra-High-Net-Worth-Family-Offices in Kryptowährungen investieren oder entsprechende Schritte planen, was vor allem auf verbesserte Verwahrlösungen und regulierte Anlageprodukte zurückzuführen ist.
Institutionelle Investoren hingegen halten an Kryptowährungen fest
Während Family Offices laut JPMorgan überwiegend an der Seitenlinie verharren, zeichnet sich bei institutionellen Investoren ein ganz anderes Bild ab:
Eine gemeinsame Umfrage von Coinbase und Glassnode ergab, dass 70 Prozent der befragten Institutionen Bitcoin trotz Kursrückgängen als unterbewertet ansehen. Mehr als 60 Prozent hielten ihre Positionen während der jüngsten Korrektur oder stockten sogar auf.
Auch Finanzberater gewinnen als Krypto-Multiplikatoren an Bedeutung. Laut einer Erhebung von Bitwise und VettaFi investierten 2025 rund 32 Prozent der Berater für ihre Kunden in digitale Währungen.
Außerhalb der USA planen zudem asiatische Family Offices, ihr Krypto-Exposure schrittweise auf bis zu fünf Prozent zu erhöhen. Beobachter verweisen dabei auf einen Generationenwechsel, der zu einer offeneren Haltung gegenüber digitalen Assets führt.
Zusammenfassend zeigt die JPMorgan-Studie eine klare Präferenz vieler Family Offices für Künstliche Intelligenz bei gleichzeitiger Zurückhaltung gegenüber Kryptowährungen.
Die geringe Allokation steht jedoch im Kontrast zu wachsenden Investitionen einzelner Vermögensverwalter und institutioneller Akteure.
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