Digitale Währugen stehen erneut im Fokus internationaler Ermittlungen: Die US-Justiz wirft dem venezolanischen Staatsbürger Jorge Figueira vor, über Jahre hinweg rund eine Milliarde US-Dollar mithilfe von Kryptowährungen gewaschen zu haben. Der Fall zählt zu den größten bekannten Geldwäscheverfahren der Geschichte und unterstreicht die wachsende Bedeutung regulatorischer und strafrechtlicher Maßnahmen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • US-Ermittler beschuldigen Jorge Figueira, ein globales Netzwerk aus Wallets, Briefkastenfirmen und Konten zur Geldwäsche genutzt zu haben.

  • Die Behörden sprechen von einem historischen Ausmaß und sehen in Kryptowährungen ein zentrales Instrument zur Verschleierung von Zahlungsströmen.

  • Der Fall ist Teil einer breiteren Offensive der USA gegen Krypto-Kriminalität, welche laut dem Crime Report des Blockchain-Analyseunternehmens Coinalysis im Jahr 2025 neue Rekordwerte erreichte.

Milliardenschwere Geldwäsche mithilfe von Kryptowährungen

Kryptowährungen ermöglichen freie, grenzüberschreitende Transaktionen ohne zentrale Instanzen. Doch während diese Eigenschaft den Menschen einen fundamentalen Mehrwert bietet, greifen Kriminelle gerne auf Krypto zurück, um bestehende Kontrollmechanismen gezielt zu umgehen. Ein aktueller Fall verdeutlicht diese Problematik besonders eindrücklich:

Dem venezolanischen Staatsbürger Jorge Figueira drohen in den USA bis zu 20 Jahre Haft, weil er über Jahre hinweg rund eine Milliarde US-Dollar gewaschen haben soll.

Nach Angaben der US-Justiz nutzte er dafür ein international verzweigtes Netzwerk aus Krypto-Wallets, Briefkastenfirmen und Finanzkonten.

Die Bundesstaatsanwaltschaft im Eastern District of Virginia wirft dem 59-Jährigen vor, Bargeld systematisch in Kryptowährungen umgewandelt, diese über zahlreiche Wallets verschleiert und anschließend wieder in US-Dollar zurückgetauscht zu haben.

Die Gelder seien zudem an Empfänger in Hochrisikoregionen wie Kolumbien, China, Panama und Mexiko geflossen, weshalb die Behörden von einem der größten Geldwäschefälle in der Geschichte sprechen.

Nach Angaben der Ermittler wurden zwischen 2018 und heute mehr als eine Milliarde US-Dollar über inzwischen identifizierte Krypto-Wallets und Finanzkonten bewegt, wobei ein Großteil der Gelder von Krypto-Handelsplattformen stammen soll.

Um die Spuren zu verschleiern, habe Figueira „Untergebene“ angeheuert, die Hunderte Einzeltransaktionen ausführten und dabei verschiedene Bankkonten, Börsenkonten, private Wallets und Briefkastenfirmen nutzten.


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Ermittler sprechen von Geldwäsche im historischem Ausmaß

Das FBI identifizierte laut Reid Davis, Sonderagent der Kriminalabteilung in Washington, Kryptowährungen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar, die durch Wallets der mutmaßlichen Geldwäscheorganisation flossen.

Das Netzwerk habe weltweit Privatpersonen und Unternehmen bedient und damit möglicherweise zahlreiche kriminelle Aktivitäten unterstützt. US-Staatsanwältin Lindsey Halligan betonte das Ausmaß des Falls:

Geldwäsche dieser Größenordnung ermögliche es kriminellen Organisationen, zu wachsen und erheblichen realen Schaden anzurichten. Wer illegale Gelder in Milliardenhöhe verschiebe, müsse damit rechnen, identifiziert und konsequent strafrechtlich verfolgt zu werden!

Teil einer breiten Offensive gegen Krypto-Kriminalität

Die Anklage reiht sich in eine Serie verschärfter Maßnahmen der US-Behörden gegen Krypto-bezogene Finanzkriminalität ein.

Erst kürzlich forderte der New Yorker Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg, nicht lizenzierte Kryptogeschäfte zu kriminalisieren, dessen Volumen er auf rund 51 Milliarden US-Dollar bezifferte.

Laut FBI gingen allein 2024 rund 11.000 Beschwerden im Zusammenhang mit Krypto-ATMs ein, wobei der Gesamtschaden Schätzungen zufolge bei über 246 Millionen US-Dollar lag.

Unterdessen meldete das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis, dass Kriminalität im Zusammenhang mit Kryptowährungen mit 154 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 einen neuen Höchstwert erreicht hat:

Diese Entwicklung sei insbesondere auf einen immensen Anstieg der Sparte „sanktionierte Organisationen“ zurückzuführen und werde zunehmend von Stablecoin-Transfers getragen. Parallel dazu häufen sich aber auch spektakuläre Einzelverfahren:

In Utah wurde ein Mann wegen Betrugs und eines illegalen Bargeld-zu-Krypto-Geschäfts zu drei Jahren Haft verurteilt. In Brooklyn klagten Staatsanwälte einen 23-Jährigen an, rund 16 Millionen US-Dollar von Coinbase-Nutzern über Phishing erbeutet zu haben.

Strategische Bitcoin-Reserve und laufendes Verfahren

Angesichts wachsender Beschlagnahmungen hat die US-Regierung inzwischen eine strategische Bitcoin-Reserve eingerichtet, um sichergestellte Kryptowährungen nicht sofort zu veräußern.

Der staatliche Bestand wird derzeit auf 328.372 BTC mit einem Wert von über 31 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Fall Figueira gilt jedoch weiterhin die Unschuldsvermutung.

Die Anklage stellt bislang lediglich Vorwürfe dar. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, entscheidet das Gericht unter Berücksichtigung der gesetzlichen Strafrahmen und der konkreten Umstände über das Strafmaß.


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Dennis Geisler
Dennis Geisler
Krypto Journalist

Dennis ist 25 Jahre alt und lebt seit August in Thailand. Seine Reise in die Welt der Kryptowährungen begann 2020 mit einem kleinen Investment in XRP über Binance. Aus der anfänglichen Neugier entwickelte sich schnell ein tiefes Interesse für die... Mehr lesen

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