Es gibt einen großen Wettskandal um den türkischen Fußballclub Galatasaray Istanbul. Geldwäsche mit Kryptowährungen steht im Fokus.
Fast gleichzeitig decken deutsche Ermittler einen weitreichenden WhatsApp Betrug auf, bei dem sich Unbekannte als Klubbosse ausgeben. Doch anders als beim Fall in der Türkei ging es hierbei nicht direkt um Kryptos. Die Betrüger gaben sich jedoch teilweise als Finanzberater und Investoren aus.
Was ist bei Galatasaray los?
- Ein ehemaliger Galatasaray Manager wurde wegen Verdachts der Geldwäsche verhaftet.
- Die Firma von Erden Timur, NEF, soll verdächtige Transaktionen auf Krypto Börsen getätigt haben.
- Weitere türkische Fußballspieler, Schiedsrichter und Vorstände des türkischen Fußballverbands TFF wurden ebenfalls verhaftet.
Was wird den Beschuldigten vorgeworfen?
Der ehemalige Vizepräsident von Galatasaray, Erden Timur, wurde im Zusammenhang mit offiziellen Ermittlungen wegen illegaler Wetten und Geldwäsche festgenommen. Wie die türkische Staatsanwaltschaft mitteilte, geht es um auffällige Transaktionen auf Kryptobörsen und Handelsplätzen, die verdächtig sind. Illegale Wetten sind dabei der Kern der Vorwürfe gegen den 44-Jährigen, dessen Vermögen auf rund 550 Millionen US-Dollar geschätzt wird.
Die Anklage wirft ihm vor, über seine Immobilienfirma NEF, offiziell Timur Gayrimenkul Gelistirme Yapi ve Yatirim AS, Kryptowährungen zum Zwecke der Geldwäsche gehandelt zu haben. Das Unternehmen NEF, zu dem auch Nef Reserve und Nef Arsa gehören, entwickelt unter der globalen Marke NEF in den USA, Kanada, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und auch Deutschland, neue Geschäftsmodelle rund um Architektur und Design.
Die Generalstaatsanwaltschaft Istanbul gab bekannt, dass die Festnahmen im Anschluss an koordinierte Razzien in elf Provinzen am 26. Dezember erfolgten.
In seiner Tätigkeit als Vizepräsident von Galatasaray SK Sportif A.Ş. war Timur bis zum vergangenen Jahr für alle kommerziellen Aktivitäten des Vereins zuständig. Vergangene Woche erfolgte dann die Verhaftung, der am Dienstag die formelle Anklage vor einem Istanbuler Gericht folgte. Sie lautete aber zunächst nicht auf Wettmanipulation, sondern auf Geldwäsche.
Die umfassenden Untersuchungen, die jetzt zur Verhaftung des ehemaligen Galatasaray-Vizes führten, hatten in den vergangenen zwei Monaten die Aktie des Traditionsclubs in der Türkei um 20 % abstürzen lassen. Das Unternehmen NEF, das sich auch über Anleihen finanziert, ist bis dato aktiv gelistet. Die nächsten Rückzahlungen stehen für Februar 2026 an, ob es aber dazu kommt, ist aktuell nicht absehbar.
Einen kurzfristigen Schuldtitel im Wert von 8,5 Millionen US-Dollar hat NEF am Dienstag storniert. Das Unternehmen gab als Grund veränderte Marktbedingungen und die jüngsten Entwicklungen an.
In einer Stellungnahme nach Timurs Inhaftierung bat NEF alle Beteiligten, die Unschuldsvermutung und das laufende Gerichtsverfahren zu respektieren. Das Unternehmen hat versucht, den Geschäftsbetrieb trotz der rechtlichen Probleme seines Gründers aufrechtzuerhalten, doch die Stornierung des Schuldtitelverkaufs deutet darauf hin, dass diese Strategie nicht erfolgreich ist.
Quelle: Cryptopolitan
Was bedeutet das für den Krypto Sektor?
Die Vorwürfe wiegen schwer, denn es sind genaue Zahlen bekannt. In diesem Zusammenhang wird die Krypto Börse OKX in der Türkei genannt, auf der die Firma NEF, an der Erden Timur beteiligt ist, verdächtige Transaktionen durchgeführt hat.
Konkret heißt es dazu auf X:
Es wurde festgestellt, dass zwischen 2024 und 2025 insgesamt 144.217.000 TL von der Firma Timur Gayrimenkul Geliştirme Yapı ve Yatırım A.Ş., an der der Verdächtige Erden Timur beteiligt ist, an die Kryptowährungsplattform OKX TR überwiesen wurden. Dieses Geld wurde anschließend in Kryptowährungen umgewandelt.
Ein weiterer Name taucht bei den Ermittlungen auf. Es geht um Akin Topal, einem Freund von Timur, der, wie er sagt, in einem Darlehensverhältnis zu ihm stehe. Dieser Freund hat jedoch etwa 1 Million US-Dollar aus den auf OKX gefundenen Transaktionen erhalten. Allerdings sind keine wirtschaftlichen Hintergründe der beiden Personen bekannt, sodass die Staatsanwaltschaft von der Überweisung Wind bekam.
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Stattdessen könnten die verdächtigen Transaktionen, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, mit anderen Untersuchungen im Zusammenhang mit illegalen Wetten stehen. Aufgrund der möglichen Brisanz ging die Leitung der Untersuchungen an eine spezielle Abteilung für Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche. Timur verwies zunächst in einer Erklärung darauf, die Gelder seien für Immobilien getätigt worden, die Kunden bei ihm erworben hätten. Dies konnte jedoch bisher nicht offiziell bestätigt werden.
Die Istanbuler Instanzen äußerten zuletzt Bedenken, ob es sich um einen Zusammenhang mit illegalen Wetten im türkischen Fußball handelt. Die Transaktionen seien aber auf jeden Fall verdächtig genug, um sie zu untersuchen. Der Vorwurf der Geldwäsche über Kryptowährungen bleibt also weiterhin aufrecht.
Der Krypto Sektor steht wieder einmal vor einem Fall mit Wettmanipulation, was dem sportlichen Ansehen und dem allgemeinen Kryptowährungsmarkt erheblichen Schaden zufügt.
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