Die Weihnachtswoche verlief am Kryptomarkt erwartungsgemäß ruhig. Geringe Handelsvolumina und zurückhaltende Anleger sorgten dafür, dass es kurstechnisch kaum Bewegung gab. Bitcoin, Ethereum und andere große Kryptowährungen blieben klar in ihren bekannten Seitwärtsranges gefangen, ohne dass ein nachhaltiger Ausbruch nach oben oder unten gelang. Volatilität war Mangelware, neue Impulse blieben aus.
Dennoch bedeutete die ruhige Kursphase keineswegs Stillstand hinter den Kulissen. Gerade abseits der Charts gab es in der vergangenen Woche mehrere spannende Entwicklungen. Welche Themen den Markt beschäftigten, zeigt unser 99B Weekly Crypto Check.
Das Wichtigste im Überblick:
- Weihnachtswoche brachte geringe Volatilität, Bitcoin und Ethereum blieben klar in Seitwärtsranges.
- Sicherheitslücke bei Trust Wallet verursachte über sieben Millionen US-Dollar Verluste.
- Strategy-CEO sieht Bitcoin-Fundamentaldaten stärker trotz schwacher Kurse und Skepsis am Markt.
- Russland plant regulierten Bitcoin-Zugang für Privatanleger mit Limits und Wissenstests.
- Influencer-ETFs auf Solana bündeln Onchain-Assets und nutzen deflationäre Reinvestitionsmechanismen systematisch.
- Coinbase übernimmt Clearing Company und beschleunigt Ausbau regulierter Prognosemärkte strategisch.
- Uniswap aktiviert Fee-Switch, Robinhood tokenisiert Aktien, Base und Solana liefern Infrastruktur.
Sicherheitslücke erschüttert Trust-Wallet-Nutzer
Über die Weihnachtsfeiertage sorgte ein schwerer Sicherheitsvorfall bei Trust Wallet für Unruhe am Kryptomarkt. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag eine gezielte Attacke auf die Google-Chrome-Browsererweiterung in Version 2.68. Über eine Schwachstelle in der Software-Lieferkette gelang es Angreifern, private Schlüssel abzugreifen und Kryptowährungen im Wert von rund sieben Millionen US-Dollar zu entwenden. Betroffen waren ausschließlich Nutzer dieser einen Version, während Mobile-Wallets und andere Erweiterungen sicher blieben.
Trust Wallet(@TrustWallet) has been exploited, with hundreds of users affected and over $6.77M stolen so far.
The hacker has already sent ~$4.25M to ChangeNOW, FixedFloat, KuCoin, and HTX.
CZ(@cz_binance) has stated that Trust Wallet will fully cover the losses.
Check hacker… pic.twitter.com/6xjyOaxUEK
— Lookonchain (@lookonchain) December 26, 2025
Auffällig war die schnelle Bewegung der Gelder: Ein Großteil der gestohlenen Mittel wurde über Dienste wie ChangeNOW, FixedFloat, KuCoinund HTX weitergeleitet, offenbar zur Verschleierung der Spur. Trotz des Vorfalls bemühte sich die Branche um Beruhigung. Binance-Gründer Changpeng Zhao stellte öffentlich eine vollständige Entschädigung in Aussicht. Trust Wallet bestätigte am Freitagmorgen, dass alle betroffenen Nutzer rückerstattet werden sollen und arbeitet an der konkreten Abwicklung.
Hier mehr erfahren: Hackerangriff auf Trust Wallet
Bitcoin-Fundamentaldaten stärker als gedacht
In der vergangenen Woche gab es auch ein neues Interview mit Phong Le, CEO von Strategy. Im Gespräch mit Natalie Brunell betonte Le, dass die fundamentalen Rahmenbedingungen für Bitcoin trotz schwacher Kurstendenzen so robust seien wie nie zuvor. Besonders hob er den politischen Wandel in den USA hervor. Während Bitcoin früher regulatorisch skeptisch betrachtet wurde, zeigte sich Washington zuletzt deutlich offener gegenüber dem digitalen Vermögenswert.
Auch im traditionellen Finanzsektor habe sich die Haltung spürbar verändert. Banken beschäftigten sich nicht mehr nur oberflächlich mit Bitcoin, sondern diskutieren die Integration zunehmend auf Vorstandsebene. Le wertete dies als klares Signal für eine langfristige Akzeptanz.
Seinen Vergleich des bestehenden Geldsystems mit einer intransparenten Industriekette stellte er Bitcoin als „Farm-to-Table-Geld“ gegenüber. Für die kommenden Jahre erwartet Le eine stärkere Verzahnung von Staat, Banken und Institutionen, wobei Bitcoin zunehmend als monetäres Fundament wahrgenommen werde.
Hier mehr erfahren: Strategy-CEO sieht Bitcoin-Bullcase intakt
Russland öffnet Bitcoin für Privatanleger
Ferner kristallisiert sich ein Kurswechsel in der russischen Krypto-Politik heraus. Die Russische Zentralbank stellte ein neues Konzept vor, das erstmals einen regulierten Zugang zu Bitcoin für Privatanleger ermöglichen soll. Damit öffnete sich Russland vorsichtig einem Markt, den das Land lange strikt eingeschränkt hatte. Zwar blieb der Ton der Notenbank betont defensiv, dennoch markierte der Vorstoß einen Wendepunkt.
MONEY WITH NO OFF SWITCH
A year ago, Putin said Bitcoin couldn’t be banned. Since then, Russia has quietly started using crypto where traditional finance shuts off.
There’s no public data on how much $BTC the Russian government actually holds — but Russia’s National… pic.twitter.com/oHixpyAHpL
— CryptosRus (@CryptosR_Us) December 8, 2025
Geplant sind klare Begrenzungen: Privatanleger sollten nur in ausgewählte, liquide Kryptowährungen investieren dürfen, begleitet von verpflichtenden Wissenstests und einem jährlichen Investitionslimit von 300.000 Rubel. Bitcoin bleibt erlaubt, wurde jedoch weiterhin nicht als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Hintergrund des Umdenkens sind unter anderem geopolitische Spannungen und veränderte Handelsstrukturen. Digitale Assets gewinnen für Russland an strategischer Bedeutung.
Hier mehr erfahren: Russland ändert Bitcoin-Politik
Influencer-ETFs auf Solana starten
In der vergangenen Woche rückte das Projekt bands.fun stärker in den Fokus der Krypto-Community. Die Plattform übertrug das klassische ETF-Prinzip auf den Solana-Ökosystem und kombinierte es mit der Reichweite von Influencern. Kern des Konzepts waren sogenannte „Bands“ – Token, die mehrere Onchain-Assets wie Coins oder NFTs bündeln, jedoch aktiv gemanagt werden.
Besonders Aufmerksamkeit erhalten die Creator-ETFs. Influencer definieren dabei öffentlich ihre Strategie, Gebühren und Zielparameter. Jeder Kauf löst automatisierte Transaktionen aus, inklusive Reinvestitionsmechanismus: Erreichte Gewinne werden genutzt, um Token zurückzukaufen und zu verbrennen.
Hier mehr erfahren: Neue Influencer-ETFs auf Solana
Coinbase stärkt Prognosemärkte strategisch
In der vergangenen Woche gab Coinbase die Übernahme von The Clearing Company bekannt und setzte damit einen weiteren strategischen Akzent kurz vor Weihnachten. Der Zukauf zielt klar auf den Ausbau von Prognosemärkten ab, einem Segment, das den Handel mit ereignisbasierten Erwartungen ermöglicht. Coinbase hatte bereits zuvor damit begonnen, erste Prognosemärkte in die eigene Handelsoberfläche zu integrieren.
Mit der Übernahme wollte das Unternehmen diesen Ausbau beschleunigen. The Clearing Company bringt umfassende Erfahrung im Aufbau regulierter Event Contracts sowie tiefes technisches und regulatorisches Know-how mit. Besonders im Fokus steht das Gründerteam um Toni Gemayel.
First we announced prediction markets on Coinbase.
Now we’re bringing in the specialized talent to take our plans to the next level.
Welcome to Coinbase, @theclearingco. pic.twitter.com/KfRZSp9w9j
— Coinbase 🛡️ (@coinbase) December 22, 2025
Für Coinbase fügte sich der Schritt nahtlos in die Vision einer „Everything Exchange“ ein – einer Plattform, auf der Kryptowährungen, Derivate, Aktien und ereignisbasierte Märkte langfristig zusammengeführt werden sollten.
Hier mehr erfahren: Coinbase tätigt nächste Übernahme
DeFi-Woche bringt spannende News
In der vergangenen Woche sorgten gleich mehrere Entwicklungen für Bewegung im DeFi-Sektor. Besonders im Fokus stand Uniswap, dessen DAO am 25. Dezember das sogenannte UNIfication-Proposal verabschiedete. Damit wurde erstmals der lang diskutierte Fee-Switch aktiviert. Künftig kann ein Teil der Handelsgebühren aus ausgewählten v2- und v3-Pools an das Protokoll fließen. Ergänzt wurde der Beschluss durch einen geplanten Burn von 100 Millionen UNI.
Parallel setzt Robinhood ein starkes Signal Richtung On-Chain-Finanzmärkte. Der Broker stellte über 1.900 tokenisierte Aktien und ETFs auf Arbitrum bereit und erweiterte das Angebot zuletzt deutlich. Die Wertpapiere sind vollständig gedeckt und rund um die Uhr handelbar.
Auch im Derivate-Bereich gibt es spannende News: Die Hyperliquid Foundation stufte im Assistance Fund gehaltene HYPE-Token offiziell als verbrannt ein, wodurch sich der effektive Umlauf reduzierte.
Zudem startete Coinbase den globalen Rollout der Base-App, während die Solana Foundation mit Kora einen neuen Standard für flexible Gebühren vorstellte. Abgerundet wurde die Woche durch Polygon, das Stablecoin-Zahlungen für den globalen Handel erweitern möchte.
Hier mehr erfahren: DeFi News im Überblick
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