Bitcoin hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren und gehört 2026 bislang zu den schwächsten großen Anlageklassen. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass der Markt in eine entscheidende Phase eintreten könnte. Sowohl ein vielbeachteter On-Chain-Indikator als auch die Entwicklung der Geldmenge liefern Argumente dafür, dass sich langfristig eine attraktive Kaufgelegenheit bilden könnte.
Das Wichtigste im Überblick:
- Das Realized Profit/Loss Ratio ist erstmals seit 43 Monaten auf ein Niveau gefallen, das in der Vergangenheit häufig mit bedeutenden Bitcoin-Tiefs zusammenfiel.
- Obwohl Bitcoin 2026 rund 31 Prozent verloren hat, wächst die US-Geldmenge (M2) wieder kräftig. Einige Analysten sehen darin eine mögliche Grundlage für eine spätere Erholung von Risikoanlagen.
- Historische Daten deuten darauf hin, dass extreme Kapitulationsphasen häufig den Beginn neuer Aufwärtszyklen markieren. Eine Garantie für ein unmittelbares Tief stellt dies jedoch nicht dar.
On-Chain-Indikator sendet erstmals seit 2022 ein Kaufsignal
Für Optimismus sorgt derzeit das sogenannte Realized Profit/Loss Ratio. Diese Kennzahl misst das Verhältnis realisierter Gewinne zu realisierten Verlusten im Bitcoin-Netzwerk und gilt unter vielen On-Chain-Analysten als wichtiger Gradmesser für Kapitulationsphasen.
Der Indikator ist aktuell auf einen Wert von -0,35 gefallen – den niedrigsten Stand seit Ende 2022. Damals notierte Bitcoin im Bereich von rund 16.000 US-Dollar und markierte wenig später den Tiefpunkt des vergangenen Bärenmarktes.
THE MOST PRECISE BOTTOM INDICATOR IN BITCOIN JUST FIRED FOR THE FIRST TIME IN 43 MONTHS.
Realized P/L Ratio just hit -0.35.
The lowest reading since 2022.This metric has marked Bitcoin bottoms with extreme precision.
Not roughly.
Not approximately.
With precision.The last… pic.twitter.com/tYFlYkX1Fd
— Crypto Tice (@CryptoTice_) July 3, 2026
Nach Einschätzung einiger Analysten trat ein vergleichbares Signal zuletzt vor rund 43 Monaten auf. Historisch fielen solche Extremwerte häufig mit Phasen zusammen, in denen der Verkaufsdruck seinen Höhepunkt erreichte und langfristige Investoren begannen, wieder verstärkt Positionen aufzubauen.
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Geldmenge wächst wieder deutlich
Parallel dazu entwickelt sich auch das makroökonomische Umfeld in eine interessante Richtung. Während Bitcoin seit Jahresbeginn rund 31 Prozent verloren hat und auch Gold im Minus notiert, expandiert die US-Geldmenge (M2) wieder deutlich.
Allein im Mai stieg M2 um rund 247,8 Milliarden US-Dollar auf ein Rekordniveau von 23,1 Billionen US-Dollar. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg knapp 700 Milliarden US-Dollar – der stärkste Zuwachs in den ersten fünf Monaten eines Jahres seit 2021.
DOES 2026 MARK THE END OF THE DEBASEMENT TRADE, OR JUST A PAUSE?
Bitcoin is down 31% and gold has fallen 7% in the first half of 2026, making them the two worst-performing major assets so far this year, an unprecedented divergence despite accelerating money creation.
Meanwhile,… pic.twitter.com/jpbeadSFiE
— Bitcoin News (@BitcoinNewsCom) July 3, 2026
Viele Marktbeobachter weisen darauf hin, dass Bitcoin und andere Risikoanlagen in der Vergangenheit häufig zeitverzögert auf eine steigende Liquidität reagierten. Sollte sich dieser Zusammenhang erneut zeigen, könnte die aktuelle Schwächephase lediglich eine Verzögerung gegenüber der wachsenden Geldmenge darstellen.
Bitcoin-Prognose: Mehrere Signale sprechen für eine Bodenbildung
Obwohl kurzfristig weiterhin Unsicherheit herrscht, mehren sich die Hinweise auf eine mögliche Bodenbildung. Einerseits signalisiert das Realized Profit/Loss Ratio eine außergewöhnlich starke Kapitulationsphase, andererseits verbessert sich das Liquiditätsumfeld durch die wieder steigende Geldmenge.
Dennoch gilt: Kein einzelner Indikator kann den exakten Tiefpunkt eines Marktes vorhersagen. Historische Muster erhöhen zwar die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Erholung, schließen jedoch weitere Kursrückgänge nicht aus.
Sollte sich die Liquiditätsausweitung in den kommenden Monaten stärker auf die Finanzmärkte übertragen und gleichzeitig der Verkaufsdruck bei Bitcoin nachlassen, könnte sich die Grundlage für den nächsten größeren Aufwärtstrend bilden.
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