Die Ethereum Foundation initiiert heute eine der tiefgreifendsten technischen Transformationen in der Geschichte des Netzwerks. Mit dem Start der formellen Koordinierung zur Integration von Zero-Knowledge Proofs auf Layer 1 beginnt ein Prozess, der die Skalierbarkeit der Blockchain massiv erhöhen und Hardware-Hürden senken könnte. Der geplante Umbau zielt darauf ab, die Netzwerkteilnahme durch effizientere Bestätigungsverfahren grundlegend zu vereinfachen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Die Block-Validierung des Netzwerks soll durch EIP-8025 revolutioniert werden.
- L1-zkEVM soll die Sicherheit des Basis-Layers wahren, ohne die Validator-Anforderungen ins Unermessliche steigen zu lassen.
- Dies geschieht im Kontext einer stärkeren Rückbesinnung auf L1 und einer möglichen Abwendung von L2-Lösungen
Was EIP-8025 für das Netzwerk bedeutet
Bisher müssen Knotenpunkte (Nodes) jede Transaktion in einem Block individuell neu berechnen, um deren Gültigkeit zu bestätigen. Dieser ressourcenintensive Prozess soll durch den Vorschlag EIP-8025 („Optional Execution Proofs“) revolutioniert werden. Anstatt jede Transaktion erneut auszuführen, überprüfen Validatoren – in dieser Funktion als zkAttesters bezeichnet – lediglich einen kryptografischen Beweis, der die korrekte Ausführung bestätigt.
Dieser Paradigmenwechsel ist Teil einer breiteren Strategie. Experten sehen hierin eine fundamentale Trendwende bei Ethereum, die den Fokus der Skalierung wieder stärker auf das Mainnet lenkt, statt sich ausschließlich auf Layer-2-Netzwerke zu verlassen. Die sogenannte L1-zkEVM soll es ermöglichen, die Sicherheit des Basis-Layers zu wahren, ohne die Validator-Anforderungen ins Unermessliche steigen zu lassen.
Technische Umsetzung und erwartete Vorteile
Der heutige erste Koordinations-Call markiert den Startschuss für die praktische Entwicklung. Zentrales Ziel ist es, die Verifizierungszeit unabhängig von der Komplexität der Block-Validierung konstant zu halten. Durch die Umstellung könnten Validatoren künftig auf Verbraucher-Hardware laufen, während spezialisierte Prover die schwere Rechenlast übernehmen. Langfristig werden durch diese Architektur Durchsatzraten von bis zu 10.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) angestrebt.
Interessant ist hierbei der philosophische Kontext: Während Vitalik Buterin oft die Wichtigkeit externer Skalierungslösungen betonte, wirft die native Integration von ZK-Proofs Fragen auf, ob Vitalik Buterins Vision der Layer-Roadmap neu justiert werden muss. Das neue System bleibt laut Entwicklerangaben zunächst optional, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
There have recently been some discussions on the ongoing role of L2s in the Ethereum ecosystem, especially in the face of two facts:
* L2s' progress to stage 2 (and, secondarily, on interop) has been far slower and more difficult than originally expected
* L1 itself is scaling,…— vitalik.eth (@VitalikButerin) February 3, 2026
Anfang Februar hatte Vitalik Buterin selbst in mehreren Posts auf X erklrärt, dass die ursprüngliche Vision für L2 und ihre Rolle innerhalb des Ethereum-Ökosystems keinen Sinn mehr machen. Seiner Ansicht nach, bedürfe es eines neuen Ansatzes mit Blick auf die Zukunft. Dieses jüngste Update dürfte einen Schritt in diese Richtung darstellen.
Auswirkungen auf Dezentralisierung und Skalierung
Für Investoren und Netzwerkteilnehmer signalisiert dieser Schritt eine Reifung des Protokolls. Während die technische Entwicklung voranschreitet, zeigt sich auch institutionelles Interesse noch vor der Implementierung: Daten von Lookonchain zeigen, dass BitMine Immersion Technologies kürzlich rund 20.000 Ethereum im Wert von 42 Millionen Dollar akkumulierte. Gleichzeitig stieg das Transaktionsvolumen von Stablecoins drastisch an, was oft als Vorbote für erhöhte Netzwerkaktivität gilt.
Diese Fundamentaldaten stützen optimistische Ethereum-Prognosen. Die erfolgreiche Einführung der ZK-Proofs könnte das Netzwerk langfristig nicht nur schneller, sondern durch niedrigere Einstiegshürden für Validatoren auch dezentraler machen.
Die vollständige Implementierung wird stufenweise erwartet, wobei Phase 1 für Mitte 2026 angesetzt ist. Trotz technischer Risiken gilt die Integration als notwendiger Schritt, um Ethereum dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten.
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