In diesem Beitrag
- Eine Erinnerung an den Sommer: Als BMNR Ethereum deutlich vorauslief
- Stabilisierende Signale mitten in der allgemeinen Krypto-Nervosität
- OBV als entscheidender Faktor: Der Ausbruch steht bevor, aber ist er schon bestätigt?
- Wichtige Preiszonen: Was jetzt den Ausschlag geben dürfte
- Das NAV-Modell von Donald Dean: Warum Ethereum doppelt zählt
Noch vor wenigen Tagen sah es für die Aktie von BitMine (BMNR) wenig erfreulich aus. Innerhalb von fünf Handelstagen verlor der Titel mehr als 20 % an Wert – ein Einbruch, der fast im Gleichschritt mit Ethereums deutlicher Schwäche erfolgte. Doch diesen Mittwoch überraschte der Kurs plötzlich mit einem Anstieg um gut vier Prozent. Eine kleine Bewegung zwar, aber sie fällt unmittelbar vor dem nächsten Zahlenwerk ins Gewicht: Am 21. November legt BitMine seine Q4-Ergebnisse vor – und genau diese zeitliche Nähe sorgt für auffällig viel Aufmerksamkeit.
Ein Déjà-vu lässt sich kaum leugnen. Schon im Sommer hatte BitMine eine ähnliche Dynamik gezeigt: Während Ethereum damals kaum vom Fleck kam, schoss die Aktie förmlich aus dem Stand nach oben. Nun mehren sich die Stimmen, die fragen, ob der Markt erneut unterschwellig auf eine Trendwende hindeutet.
Eine Erinnerung an den Sommer: Als BMNR Ethereum deutlich vorauslief
Wer sich an die Bewegungen Ende Juni bis Anfang Juli erinnert, erkennt sofort Parallelen. Während Ethereum in jener Woche nur etwa zehn Prozent zulegte, spielte BitMine in einer völlig eigenen Liga. Der Kurs schnellte von knapp vier Dollar auf über 160 Dollar nach oben – ein Anstieg, der selbst im volatilen Kryptosektor Seltenheitswert hat. Das Überraschende daran: Erst nachdem BMNR diesen spektakulären Vorstoß hingelegt hatte, folgte Ethereum mit einer wesentlich größeren Aufwärtsbewegung über den restlichen Sommer hinweg.
Viele Marktbeobachter werteten diese Abfolge als Beleg dafür, dass BitMine nicht nur auf die Bewegungen am Kryptomarkt reagiert, sondern oftmals deutlich früher antizipiert, was kommen könnte. Genau dieses Muster scheint sich nun zu wiederholen – zumindest deuten mehrere Indikatoren darauf hin.
Stabilisierende Signale mitten in der allgemeinen Krypto-Nervosität
Während Bitcoin und Ethereum in den letzten Tagen wieder vermehrt Bodenbildungsmuster zeigen, fällt auf, dass BMNR direkt vor den Quartalszahlen erneut zur Ruhe findet. Der Kurs sinkt nicht weiter ab, sondern zeigt eine Art „Seitwärtsgleiten“, das in den vergangenen Monaten bereits zwei Mal Vorboten größerer Bewegungen gewesen war.
Der Blick auf die technischen Indikatoren untermauert dieses Bild.
OBV als entscheidender Faktor: Der Ausbruch steht bevor, aber ist er schon bestätigt?
Noch wichtiger als der RSI bleibt jedoch der On-Balance-Volume-Indikator (OBV). Dieser misst, vereinfacht gesagt, ob bei steigendem oder fallendem Kurs mehr Volumen in den Markt fließt. Und genau hier baut sich aktuell eine spannende Konstellation auf:
- Der OBV liegt seit Monaten knapp unter einer abfallenden Trendlinie, die bisher jeden Erholungsversuch ausgebremst hat.
- Kurz vor den Q4-Zahlen dreht der OBV jedoch deutlich nach oben.
- Zudem gibt es eine längerfristige bullische Divergenz: Während der Kurs neue Tiefs markierte, tat der OBV das Gegenteil und bildete höhere Tiefs aus.
Falls der OBV diese Trendlinie nach oben durchbricht, entsteht meistens ein kräftiges Signal für deutliche Kursbewegungen. Das war im Juli so – und wäre jetzt erneut denkbar.
Wichtige Preiszonen: Was jetzt den Ausschlag geben dürfte
Seit Anfang August verteidigt BMNR die Marke von 30 Dollar. Sie wirkt wie ein unsichtbarer Boden, der immer wieder Käufer anzieht. Sollte dieser Bereich weiter halten, ergeben sich mehrere mögliche Kursziele:
- 39 Dollar als erste Hürde
- 43 Dollar, der entscheidende Widerstand
- 52–58 Dollar, sofern 43 Dollar überzeugend genommen werden
- In Richtung 65 Dollar, falls Ethereum zugleich einen nachhaltigen Rebound zeigt
Diese Zielregionen wirken ambitioniert, doch sie liegen im Rahmen früherer Kursbewegungen des Titels.
Der Chaikin Money Flow (CMF), der Kapitalzuflüsse und -abflüsse misst, unterstützt diese Einschätzung. Er hat kürzlich seine eigene fallende Trendlinie überwunden – ein Hinweis darauf, dass wieder frisches Geld in die Aktie fließt.
Das NAV-Modell von Donald Dean: Warum Ethereum doppelt zählt
Ein weiterer Baustein, der das Bild abrundet, stammt vom Analysten Donald Dean. Er berechnet den Wert von BMNR anhand eines NAV-Modells (Net Asset Value), das die ETH-Bestände des Unternehmens und dessen Barreserven berücksichtigt.
Sein Modell zeigt, dass selbst kleine Kursbewegungen bei Ethereum einen überproportionalen Effekt auf den fairen BMNR-Wert haben können. Ein ETH-Anstieg von gerade einmal zehn Prozent könnte BitMine laut Dean deutlich näher an die 60-Dollar-Region führen.
Natürlich funktioniert diese Konstruktion auch in die andere Richtung: Rutscht Ethereum nochmals ab, würde sich der NAV von BitMine entsprechend zusammenziehen. Ein Bruch unter 30 Dollar könnte dann schnelle Rücksetzer bis in den Bereich von 25 Dollar ermöglichen.
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