Die Unsicherheit, die sich im letzten Quartal des Vorjahres am Kryptomarkt breit gemacht hat, setzt sich offenbar auch in diesem Jahr fort. Die starke Rallye, die Bitcoin und die meisten Altcoins in den ersten Tagen des neuen Jahres hingelegt haben, wurde durch den Zollstreit wieder abrupt beendet. Bitcoin gibt seine Gewinne wieder ab, fällt unter 90.000 Dollar und das zieht auch viele Altcoins mit nach unten. Auch XRP bleibt davon nicht verschont, obwohl der Ripple-Coin eigentlich einen extrem starken Jahresauftakt hingelegt hat. Viele Anleger sprechen inzwischen vom endgültigen Aus.

Das Wichtigste im Überblick:

  • XRP ist einmal mehr der größte Verlierer unter den Top 5 Coins.
  • In den letzten 7 Tagen ist der XRP-Kurs um fast 9 % eingebrochen.
  • Dabei wurden wichtige Unterstützungslinien wie der EMA50 und die psychologisch wertvolle 2 Dollar Marke unterschritten.
  • Im Streit um Grönland wird es vermutlich nicht so schnell zu einer Einigung kommen wie damals im Zollstreit zwischen den USA und China.
  • Solange Bitcoin nicht wieder auf 100.000 Dollar steigt, ist auch eine XRP-Rallye eher unwahrscheinlich.

Verlierer der Woche

Es hätte ein starker Januar für den Kryptomarkt werden können. Allerdings haben die neuen Zollankündigungen von Donald Trump den Bullen einmal mehr einen Strich durch die Rechnung gemacht. XRP trifft es dabei besonders hart. Wie ein Blick auf die 5 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung zeigt, ist der Ripple-Coin der größte Verlierer. Ein Bild, das es in den letzten Wochen schon mehrmals zu sehen gegeben hat.


(Top Coins nach Marktkapitalisierung – Quelle: Coinmarketcap)

Wie so oft zeigt sich Bitcoin noch als stabilste Kryptowährung mit einem Verlust von fast 3 % in den letzten 7 Tagen. Ethereum trifft es mit einem Verlust von fast 6 % deutlich härter. XRP ist mit einem Minus von fast 9 % allerdings der schwächste der Top 5 Coins. Und das, obwohl es noch nicht lange her ist, dass XRP den stärksten Jahresstart hingelegt hat und sich die Ripple-Prognosen wieder überschlagen haben.


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Wichtige Unterstützungslinien unterschritten

Eigentlich hat es noch vor wenigen Tag stark danach ausgesehen, als könnte sich der XRP-Kurs schnell wieder in Richtung 3 Dollar erholen. Der EMA200, der in der Charttechnik als wichtigster gleitender Durchschnitt gilt, wurde kurzzeitig überschritten und das hat ein deutlich bullisheres Bild am Chart vermittelt. Davon ist heute allerdings nichts mehr übrig. Vom Hochpunkt, der bei 2,40 Dollar noch vor wenigen Tagen erreicht wurde, ist der XRP-Kurs inzwischen um über 20 % eingebrochen.


($XRP Chart – Quelle: Tradingview)

Der Kursrutsch ist umso alarmierender, weil dabei auch die wichtigsten gleitenden Durchschnitte wieder unterschritten wurden. Der EMA200 liegt bei 2,30 Dollar und auch der EMA50 bei 2,06 Dollar hat nach den Zollmeldungen nicht mehr als Unterstützung gehalten. Das bedeutet, dass es im Fall einer Erholung nun wieder schwierig wird, diese Marken überhaupt erst zurückzuerobern, da wichtige gleitende Durchschnitte als Widerstand auftreten können, wenn der Kurs darunter notiert.

Für eine Erholung wäre es also in erster Linie wichtig, dass zuerst die psychologisch wertvolle 2 Dollar Marke wieder überschritten wird, bevor ein Anstieg über den EMA50 ein erstes starkes Signal senden würde. Um Investoren wirklich wieder zu motivieren, XRP zu kaufen, wäre ein nachhaltiger Anstieg über den EMA200 allerdings noch wichtiger.


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Geduld gefragt

Für Anleger ist es eine zermürbende Situation, da sich das letzte Quartal des Vorjahres schon als Geduldsprobe erwiesen hat und der aktuelle Konflikt um Grönland wohl nicht von heute auf morgen gelöst sein wird. Während bei den überzogenen Handelszöllen auf Importe aus China damals absehbar war, dass Trump nach ein paar Wochen einknicken wird, da sich niemand gegenseitige Zölle in dieser Höhe leisten konnte und die USA und China voneinander abhängig sind, ist das bei der aktuellen Situation nicht der Fall.

In Bezug auf Grönland wird es nicht so schnell eine Einigung geben, allerdings wird es in den nächsten Wochen wohl einen Schlagabtausch geben, bei dem sich beide Seiten immer wieder neue Maßnahmen androhen, das die Märkte weiter beunruhigen kann und Anleger nicht unbedingt dazu motiviert, Kryptowährungen zu kaufen.

An eine echte XRP-Rallye ist wohl erst wieder zu denken, wenn der Bitcoin-Kurs auf 100.000 Dollar gestiegen ist und sich die Lage am gesamten Kryptomarkt beruhigt, was in den nächsten 2 – 3 Wochen wohl eher nicht der Fall sein wird. Langfristig dürften sich die aktuellen Kurs zwar als ideale Kaufgelegenheit erweisen, Anleger sollten allerdings nicht damit rechnen, dass es schon in den nächsten Tagen zu den großen Kursrallyes kommt, wie sie noch vor wenigen Tagen zu beobachten waren.


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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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