Für die nächste Steuererklärung müssen Sie beachten, dass Krypto-Börsen ab 2026 automatisch Daten ans Finanzamt melden. 

Noch ist das neue Jahr nicht da, doch die Vorboten für die Einkommensteuererklärung sind bereits da und Anleger müssen sich richtig vorbereiten. 2026 melden Krypto-Börsen relevante Finanzdaten automatisch an die Finanzämter. Wer dann seine Krypto-Erträge nicht versteuert, bekommt mit dem neuen Gesetz unter Umständen Probleme.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Grundlage sind die EU-Richtlinie DAC8 und das OECD-Rahmenwerk CARF.
  • Steuerlich relevante Informationen der Krypto-Transaktionen beim Finanzamt.
  • 2026 bedeutet das Ende der steuerlichen Anonymität für Krypto-Handel.
  • Automatische Verknüpfung mit der Steuererklärung durch Künstliche Intelligenz.
  • Es gibt aber eine Möglichkeit, diese Regelung noch zu Ihren Gunsten zu nutzen.

Was müssen Krypto-Anleger 2026 beachten?

Korrekt und vollständig, so muss die Steuererklärung sein. Dazu gehört eine lückenlose und ordentliche Dokumentation von allen relevanten Transaktionen rund um die Vermögensanlage. Damit sind nun auch Krypto-Transaktionen gemeint, denn die bisher gültige teilweise Anonymität beim Investment in Kryptowährungen ist ab 2026 vom Tisch. 

Die Meldepflicht ist durch einen EU-Beschluss möglich und erfolgt auf Basis automatischer Meldungen von Krypto-Börsen an die Finanzämter. Allerdings geht es nicht nur um die Transaktionsdaten von Nutzern, sondern auch um die Wallet-Informationen. Viele Krypto-Börsen bieten bereits integrierte Tools zum Nachweis der Krypto-Transaktionen. Doch bisher mussten Nutzer diese eigenständig der Steuererklärung beifügen. 

Die automatische Übermittlung soll Probleme vermeiden und Steuerhinterziehung umgehen. Am Ende ist aber der Steuerzahler selbst dafür verantwortlich, die korrekten und vollständigen Daten bei seinem Finanzamt einzureichen. Auch der Steuerzahlengedenktag, der dieses Jahr auf den 13. Juli fiel, erinnert an die Krypto-Steuerpflicht. 

Was bedeutet das für Krypto-Exchanges?

Relevante Daten über Krypto-Transaktionen, also den Kauf, Verkauf, Handel und Tausch von Kryptowährungen, werden an die zuständigen Steuerbehörden gemeldet. Die Krypto-Handelsplätze, die einer EU-Regulierung unterliegen, sind dazu automatisch ab dem 1. Januar 2026 verpflichtet. Die Informationen tauschen die Behörden bzw. Exchanges auch innerhalb der EU-Länder aus. Da es auch viele Krypto-Börsen mit Lizenzen aus beispielsweise Malta gibt, fallen diese Anbieter ebenfalls unter die neue Regelung. 

Allerdings fielen in der Vergangenheit eben solche Krypto-Börsen mit Malta-Lizenz in die Kritik der Gesetzgeber, denn die Vergabepraxis sei zu lasch, so der Vorwurf. Mit MiCAR hat sich dies sowieso erledigt, daher hatten sich die führenden Exchanges bereits in den vergangenen Monaten um eine neue und höherwertige Lizenz bemüht. Zu diesen gehören beispielsweise:

Übrigens fängt diese neue Regelung erst ab März 2027 an, ihre Wirkung zu zeigen. Dann sind die ersten Steuererklärungen aus dem Jahr 2026 in der Bearbeitung. Eingereicht werden können die 2026er-Steuerunterlagen in der Regel allerdings schon ab März 2027. 

Wie können Anleger diese Regelung umgehen?

Krypto-Börsen mit Sitz in der EU sind von der neuen Steuerregelung betroffen. Das bedeutet für Anleger aber auch, andere Exchanges brauchen diesem Rahmenwerk nicht zu folgen. Wer also beispielsweise bei Margex, Binance US, DeFi-Exchanges wie Uniswap oder aber P2P-Plattformen Transaktionen tätigt, muss keine Sorge haben, dass die Anbieter ihre Daten preisgeben. Allerdings kann das in der Zukunft durchaus möglich sein. 

Neben den Transaktionen sind auch die Bestände betroffen. Allerdings nur dann, wenn die Wallet eine sogenannte Exchange-Wallet ist. Kann die Krypto-Börse nicht auf die Wallet, etwa eine Hardware-Wallet wie das neue Ledger Nano Gen5, zugreifen, können die Bestände auch nicht abgefragt werden. Anleger, die zum Beispiel mit Trade Republic oder Scalable arbeiten, nutzen das integrierte Kundenkonto als interne Wallet. Hier wird also alles Relevante abgefragt und automatisch an die Finanzbehörden gesendet. 

Der beliebte Krypto-Broker eToro hat ebenfalls eine MiCAR-Lizenz und fällt damit auch unter die steuerliche Regelung der EU. 

Die neue Regelung betrifft alle Transaktionen über in der EU regulierte Krypto-Börsen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die getätigten Krypto-Aktivitäten vor dem 01.01.2026 nicht unter die Steuerbeobachtung fallen. Wer größere Transaktionen plant oder Bitcoin anonym kaufen will, sollte dies also vor dem Jahreswechsel tun und eine selbstverwahrende Hardware-Wallet nutzen. 

Aber Achtung: Steuerlich relevante Einnahmen können auch alle anderen Krypto-Transaktionen auslösen. Informieren Sie sich gegebenenfalls bei einem speziellen Krypto-Steuerunternehmen oder nutzen Sie ein Steuer-Tool. Die Krypto-Steuer 2025 muss auf jeden Fall vollständig sein, sonst droht Ärger mit dem Finanzamt.

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Paul Schröder
Paul Schröder

Paul ist hauptberuflicher Content-Writer mit einem Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Finanzthemen. Seine Leidenschaft für Krypto begann 2016, als er seinen ersten Bitcoin für rund 900 Dollar kaufte. Seitdem hat er sich immer wieder intensiv mit dem Markt beschäftigt. 2024 machte er... Mehr lesen

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