Während der Markt für digitale Währungen zum Jahreswechsel einen dynamischen Aufschwung erlebte, stand ein etabliertes Projekt ganz besonders im Fokus der Anleger. Es handelt sich um den Privaty-Coin Monero, welcher in den letzten 30 Tagen einen Zuwachs von satten 65 Prozent verzeichnete. Doch baut der Anstieg auf einem nachhaltigen Fundament?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Monero verwendet fortschrittliche Technologien, um seinen Nutzern maximale Privatsphäre zu gewährleisten. Für regulierte Börsen ist dies häufig ein Dorn im Auge.

  • Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels notiert XMR bei rund 709 US-Dollar, was einem Anstieg von 54 Prozent in den letzten 7 Tagen entspricht.

  • Ein Impuls über 800 US-Dollar dürfte Monero erneut auf Preisfindungsphase schicken, wohingegen ein Bruch unter 580 US-Dollar die Rallye ausbremst und unter 480 US-Dollar kurz- bis mittelfristig beendet.

Der XMR-Chart im Überblick

Da es sich bei Monero um eine sehr alte Kryptowährung handelt, lohnt ein kurzer Blick auf den Wochenchart:

Dieser offenbart, dass Monero im Rahmen des letzten großen Marktabschwungs von 530 US-Dollar in einen seitwärts gerichteten Trendkanal zwischen 175 und 120 US-Dollar fiel, woraufhin eine langwierige Konsolidierung einsetzte.

Seit Februar 2024 zeigt der Monero-Chart jedoch ein konträres Bild: Der Kurs markierte wiederholt höhere Hochs und höhere Tiefs und vollzog damit einen mittelfristigen Strukturbruch, der sich zuletzt in der Ausbildung eines neuen Allzeithochs verwandeln konnte!

Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels notiert XMR bei rund 709 US-Dollar, was einem Anstieg von 54 Prozent in den letzten 7 Tagen und einem Rückgang von 0,17 Prozent in den vergangenen 24 Stunden entspricht.

Da der Preis gerade auf ATH-Niveaus lanciert, gestaltet sich technische Analyse schwierig. Fakt ist jedoch, dass ein Durchbruch über 800 USD den Kurs erneut auf Preisfindungsphase (womöglich in Richtung 1.000 USD) schicken dürfte.

Demgegenüber betrachte ich die Kursrallye als vorläufig beendet, wenn Monero unter 480 US-Dollar fällt, da der Kurs dann einen Strukturbruch

Wie funktioniert Monero (XMR)?

Viele Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass Bitcoin anonym sei. Zwar sind Bitcoin-Transaktionen nicht direkt mit Klarnamen verknüpft, sämtliche Zahlungsströme sind jedoch öffentlich und dauerhaft auf der Blockchain einsehbar.

Jede Transaktion lässt sich eindeutig einer Wallet-Adresse zuordnen. Sobald diese Adresse auch nur einmal einer realen Person zugeordnet werden kann, werden sowohl vergangene als auch zukünftige Transaktionen vollständig nachvollziehbar.

Bitcoin ist daher nicht anonym, sondern bestenfalls pseudonym. Für Nutzer mit hohen Ansprüchen an finanzielle Privatsphäre ist das unzureichend, weshalb im Jahr 2014 das Monero-Netzwerk entstand.

Die Kryptowährung wurde gezielt mit dem Anspruch entwickelt, Anonymität, Sicherheit und vollständige Nicht-Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten. Im Gegensatz zu Bitcoin sind bei Monero standardmäßig alle Transaktionen verschleiert.

Möglich wird dies durch den Einsatz mehrerer ineinandergreifender Datenschutztechnologien: Ring-Signaturen verbergen den tatsächlichen Absender, indem jede Transaktion mit einer Gruppe potenzieller Signierer vermischt wird.

Stealth-Adressen hingegen erzeugen für jede Zahlung eine einmalige Empfangsadresse, sodass Außenstehende den Empfänger nicht identifizieren können.

Ergänzt wird dieses System durch Ring Confidential Transactions (RingCT), welche zusätzlich den übertragenen Betrag verschleiern. Damit sind Absender, Empfänger und Transaktionshöhe vollständig anonymisiert.

Als Konsens nutzt Monero Proof-of-Work auf Basis des RandomX-Algorithmus. Dieser ist gezielt auf herkömmliche CPUs optimiert, um eine breitere Beteiligung am Mining und damit eine hohe Dezentralisierung zu ermöglichen.

Darum hebt sich Monero von Konkurrenten ab

Während Nutzer Kryptowährungen wie Bitcoin damals noch diskret und problemlos kaufen konnten, sind Handelsbörsen heute über sogenannte KYC-Vorlagen dazu verpflichtet, die Identität ihrer Nutzer zu überprüfen und Transaktionen zu dokumentieren.

Dies hat zur Folge, dass immer mehr Transaktionen und Wallets Personen eindeutig zugewiesen werden können. Dies stößt bei vielen Nutzern berechtigterweise auf Unmut, weshalb sie lieber zu Monero greifen.

Hier ist eine derartige Nachverfolgung aufgrund der oben genannten Mechanismen nämlich faktisch nicht möglich, weshalb die Währung von regulierten Handelsplattformen auch häufig gemieden wird.

Allerdings sind es eben diese Eigenschaften, die XMR für Menschen, die in repressiven Regimen leben, ihre wirtschaftliche Freiheit bewahren oder sich vor Überwachung und Datenhandel schützen möchten, so wertvoll machen.


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Dennis Geisler
Dennis Geisler
Krypto Journalist

Dennis ist 25 Jahre alt und lebt seit August in Thailand. Seine Reise in die Welt der Kryptowährungen begann 2020 mit einem kleinen Investment in XRP über Binance. Aus der anfänglichen Neugier entwickelte sich schnell ein tiefes Interesse für die... Mehr lesen

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