Das Weiße Haus will am 2. Februar 2026 den zentralen Streit bei der Crypto-Market-Structure-Gesetzgebung ausräumen. Zentraler Streitpunkt sind hierbei die Zinsen auf Stablecoins zwischen Krypto-Branche und Banken. Das Senate Agriculture Committee hat derweil seinen Entwurf heute aus dem Komitee gebracht.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Das Weiße Haus beruft ein hochrangiges Treffen ein, um den zentralen Streit um Zinsen auf Stablecoins zu lösen.
  • Krypto-Plattformen wie Coinbase fordern die Möglichkeit, Erträge auf Stablecoin-Bestände zu zahlen. Während Banken dies als systemisches Risiko ablehnen.
  • Coinbase-CEO Brian Armstrong zog Mitte Januar 2026 die Unterstützung für die Senatsversion zurück, was zur Absage eines geplanten Markups im Banking Committee führte.
  • Das Senate Agriculture Committee hat am 29. Januar 2026 seinen Crypto-Market-Structure-Entwurf mit knapper 12:11-Mehrheit aus dem Komitee gebracht – ein erster wichtiger Schritt.
  • Trotz Fortschritts fehlt bislang bipartisane Unterstützung. Ein Kompromiss beim White-House-Treffen ist entscheidend, sonst droht weiteres Patt.

Weißes Haus will Streitpunkt bei Erträgen und Zinsen auf Stablecoins ausräumen

In den USA zeichnet sich bei der Crypto-Market-Structure-Gesetzgebung ein potenzieller Durchbruch ab. Eine hochrangige Sitzung im Weißen Haus am nächsten Montag (2. Februar 2026) soll den zentralen verbleibenden Streitpunkt zwischen traditionellen Banken und der Krypto-Industrie ausräumen und damit den Weg für eine umfassende Regelung freimachen.

Der zentrale Konflikt ist die Frage, ob Kryptobörsen Zinsen oder Erträge auf Stablecoin-Bestände zahlen dürfen. Die Krypto-Seite, darunter Coinbase und die Blockchain Association, fordert genau diese Möglichkeit vehement. Coinbase sieht in der Ablehnung dieser Möglichkeit einen unberechtigten Wettbewerbsvorteil für Banken. 

Dagegen verteidigt die Bankenlobby, vertreten unter anderem durch das Bank Policy Institute, den Status quo, wie er durch den GENIUS Act definiert wird. Das Institute verweist auf systemische Risiken wie Einlagenflucht aus Banken sowie mangelnden Verbraucherschutz. 

Der Konflikt eskalierte so sehr, dass Coinbase-CEO Brian Armstrong Mitte Januar 2026 öffentlich die Unterstützung für die Senatsversion zurückzog. Daraufhin platzte die Aufsicht auf Einigung im geplanten Markup-Termin, wodurch das Banking Committee den Termin absagte.

Die entscheidende Sitzung am Montag

Das Weiße Haus unter der Trump-Administration hat jetzt ein hochrangiges Treffen einberufen, um den Konflikt zu lösen. Vertreter beider Seiten sollen dabei zusammen kommen. Im Mittelpunkt steht die Suche nach einer Kompromisslösung, vor allem beim heiklen Thema der Zinsen oder Erträge auf Stablecoins. Viele Beobachter schätzen ein, dass es vor allem für institutionelle Anleger durch eine solche Regelung deutlich attraktiver werden könnte, in Kryptowährungen zu investieren.

Die Trump-Regierung drängt massiv darauf, die seit Langem stockende Gesetzgebung zur Crypto-Market-Structure noch 2026 endlich über die Ziellinie zu bringen. Krypto wird dabei als entscheidender Faktor für Wirtschaftswachstum und Innovation in den USA gesehen.

Kommt ein tragfähiger Deal zustande, könnte das Banking Committee schon in der nächsten Wochen einen neuen Markup-Termin ansetzen. Scheitert die Verständigung hingegen, droht ein weiteres Patt. Erschwerend kommt hierzu auch noch die Möglichkeit eines erneuten Shutdowns infrage, dieser hatte zuvor zwischen Oktober und November für erste Verzögerungen bei der Gesetzgebung gesorgt. Viele Beobachter sehen in der Regulierung einen Startschuss für einen neuen Crypto Bull Run, der Kapital sowie Innovationen dauerhaft in die USA lenken könnte.

Fortschritt beim Senate Agriculture Committee

Parallel dazu ist im Senate Agriculture Committee heute ein bedeutender Fortschritt gelungen. Das Komitee führte den Markup-Prozess durch und stimmte mit knapper 12:11-Mehrheit dafür, seine Version der Crypto-Market-Structure-Gesetzgebung  weiterzuleiten. Damit ist der Entwurf erstmals aus dem Senatskomitee herausgekommen und kann nun im allgemeinen Senat weiter verhandelt werden.

Allerdings verlief die Abstimmung strikt parteipolitisch entlang der Fraktionslinien. Alle 12 republikanischen Mitglieder stimmten dafür, während kein einziger der 11 Demokraten zustimmte. Das zeigt, wie tief die Gräben zwischen den Parteien in dieser Frage nach wie vor sind – trotz monatelanger Verhandlungen um eine bipartisan Lösung.

Dieser Schritt stellt keinen vollständigen Durchbruch dar, da eine parteiübergreifende Unterstützung für den Senatsboden und eine spätere Versöhnung mit der House-Version fehlt. Dennoch ist nun zumindest ein wichtiger Teil des regulatorischen Puzzles endlich in Bewegung geraten und der Prozess gewinnt an Fahrt. Sollte der Kompromiss gelingen, rechnen Marktbeobachter damit, dass regulierte Stablecoins und Plattformen eine wichtige Rolle in der nächsten Altcoin Season spielen könnten.

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Michael Sprick
Krypto Journalist

Michael Sprick ist ein freiberuflicher Journalist und Content Writer mit Schwerpunkt Blockchain und Web3 und wohnt in Barcelona. In der Vergangenheit hat er u.a. für btc-echo.de und für die BSV Blockchain Association gearbeitet. Mehr lesen

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