Die Krypto-Adoption dürfte vor allem dann voranschreiten, wenn traditionelle Finanzunternehmen konsequent auf Blockchain-Technologie setzen. Genau diese Annäherung zwischen Kryptoindustrie und klassischer Finanzwelt ist seit einiger Zeit immer deutlicher zu beobachten. Banken, Zahlungsdienstleister und Broker experimentieren zunehmend mit Stablecoins, tokenisierten Vermögenswerten und neuen Abwicklungsmodellen.

In dieses Bild passt auch die jüngste Nachricht von Mastercard. Der Zahlungsriese plant offenbar kein Übernahme-Manöver, sondern ein gezieltes Investment in das Krypto-Infrastrukturunternehmen Zerohash, um sich strategisch zu positionieren.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Mastercard verhandelte 2025 über Zerohash-Übernahme, doch der Deal kam nicht zustande.
  • Zerohash entschied sich bewusst für Unabhängigkeit und beendete die Übernahmegespräche endgültig.
  • Stattdessen prüft Mastercard nun eine strategische Beteiligung an dem Infrastruktur-Anbieter.
  • Zerohash liefert Banken Krypto-, Stablecoin- und Settlement-Infrastruktur über standardisierte APIs.
  • Interactive Brokers und Morgan Stanley nutzen Zerohash für Stablecoin- und Krypto-Angebote.
  • Eine Finanzierungsrunde 2025 bewertete Zerohash mit über einer Milliarde US-Dollar.
  • Gusto ermöglicht Stablecoin-Gehaltszahlungen in Minuten dank Zerohash-Infrastruktur.

Mastercard und Zerohash: Gerücht in 2025 ohne Deal

Im Oktober 2025 sorgte ein Reuters-Bericht für Aufsehen. Mastercard befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen, das Krypto-Infrastrukturunternehmen Zerohash für bis zu zwei Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Für den Zahlungsriesen wäre es einer der größten Schritte in Richtung Stablecoins und Blockchain-Infrastruktur gewesen.

Doch am Ende bliebt alles nur Spekulation. Weder Mastercard noch Zerohash bestätigten den Vorgang damals. In den Monaten danach wurde klar, dass es zu keiner Übernahme gekommen ist. Stattdessen setzte Zerohash seinen Weg als unabhängiger Infrastruktur-Anbieter fort und vertiefte Partnerschaften, etwa mit Morgan Stanley, das den Krypto-Handel über E*Trade mit Hilfe von Zerohash-Technologie vorbereitete.

Für Mastercard blieb die Botschaft dennoch bestehen: Das Unternehmen setzt weiter auf Stablecoins und Krypto-Integrationen über Partnerschaften statt über große Übernahmen. Nun rückt Zerohash genau deshalb erneut in den Fokus.

Mastercard setzt bei Zerohash auf Beteiligung

Noch im Herbst 2025 stand eine milliardenschwere Übernahme von Zerohash durch Mastercard im Raum. Inzwischen ist klar: Der Deal wird nicht zustande kommen – und dürfte auch nicht mehr wiederbelebt werden. Wie aus aktuellen Berichten vom Januar 2026 hervorgeht, hat sich Zerohash bewusst entschieden, unabhängig zu bleiben. Damit sind die Übernahmegespräche endgültig beendet.

Ganz vom Tisch ist die strategische Annäherung jedoch nicht. Stattdessen prüft Mastercard nun offenbar eine Beteiligung an dem Blockchain-Infrastruktur-Anbieter. Insider berichten, dass Gespräche über ein Investment laufen, auch wenn Details zu Umfang und Bewertung bislang nicht öffentlich sind. Für Mastercard wäre das ein flexiblerer Schritt, um vom Wachstum im Bereich Stablecoins, Verwahrung und Krypto-Abwicklung zu profitieren.

Zerohash liefert genau jene „Finanzmarkt-Infrastruktur“, die Banken, Broker und Fintechs benötigen, um Krypto-Angebote bereitzustellen, ohne alles selbst entwickeln zu müssen. Das erklärt, warum der Zahlungsriese trotz gescheiterter Übernahme weiter Interesse zeigt. Der Strategiewechsel passt zudem in ein Umfeld, in dem große TradFi-Konzerne stärker auf Partnerschaften und Minderheitsbeteiligungen setzen, statt milliardenschwere Komplettübernahmen zu riskieren. Für den Kryptomarkt ist das ein weiteres Signal. Die Integration in die klassische Finanzwelt geht weiter. Auch Mastercard treibt dies gemeinsam im Duopol mit Visa voran.

Mastercard und Zerohash: Infrastruktur statt Übernahme

Zerohash ist keine klassische Krypto-Exchange, sondern ein spezialisiertes Infrastrukturunternehmen, das Banken, Brokerhäusern und Fintechs Werkzeuge zur Integration von Kryptowährungen, Stablecoins und tokenisierten Assets bereitstellt. Über eine API-Suite und entwicklerfreundliche Tools lässt sich die gesamte digitale Vermögens- und Zahlungsinfrastruktur in bestehende Systeme einbetten – von On-/Off-Ramps über Verwahrung bis hin zu Settlement-Services.

Das Unternehmen wurde bereits 2017 gegründet und hat sich in der Branche etabliert. Mittlerweile gibt es über 5 Mio. Nutzer in mehr als 190 Ländern. In einer im September 2025 abgeschlossenen Finanzierungsrunde führte etwa die US-Brokerage Interactive Brokers eine Beteiligung von 104 Mio. US-Dollar an Zerohash an, mit Unterstützung durch Morgan Stanley, SoFi und weitere institutionelle Investoren. Diese Runde brachte Zerohash den Status eines „Unicorns“ ein, also einer Bewertung von rund einer Milliarde US-Dollar.

Zudem arbeitet Zerohash praktisch mit großen Finanzakteuren zusammen: Interactive Brokers nutzt neuerdings die Technologie, um Kunden die Einzahlung per Stablecoin und 24/7-Finanzierungsoptionen zu bieten, während Morgan Stanley über seinen E*Trade-Brokerage-Dienst Krypto-Trading mit Bitcoin, Ether und Solana ermöglicht.

Jüngste Entwicklungen zeigen, wie stark Zerohash seine Position als Infrastruktur-Anbieter für Stablecoin-Zahlungen ausbaut. Aktuell hat der US-Payroll-Anbieter Gusto Stablecoin-Auszahlungen für internationale Auftragnehmer integriert, technisch umgesetzt ebenfalls über Zerohash. Damit können über 400.000 kleine und mittlere Unternehmen ihre weltweiten Freelancer in Minuten statt in mehreren Tagen bezahlen. Hintergrund ist ein struktureller Wandel im Arbeitsmarkt: Die Zahl der Vollzeit-Selbstständigen hat sich in den USA innerhalb von vier Jahren nahezu verdoppelt, immer mehr Firmen beschäftigen internationale Auftragnehmer.

Traditionelle grenzüberschreitende Gehaltszahlungen benötigen oft drei bis sieben Tage, in denen das Geld unterwegs ist. Die neue Lösung nutzt Stablecoins, um diese Abwicklungszeit drastisch zu verkürzen. Zerohash stellt dafür die notwendige Infrastruktur bereit. Dies ist dieselbe technische Basis, die auch bei Stablecoin-Flows von Stripe, bei tokenisierten Fonds von BlackRock und vielen weiteren Unternehmen zum Einsatz kommt.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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