Prediction Markets haben sich – direkt neben Stablecoins – zu einem der bis dato wenigen Krypto-Segmente entwickelt, denen echte Chancen auf breite Massenadoption zugeschrieben werden. Kaum ein Bereich bietet einen so klaren Usecase und einen derart starken Product-Market-Fit, der spätestens seit der US-Wahl 2024 sichtbar wurde. Nun verdichten sichdie Gerüchte, dass ausgerechnet Coinbase, eines der größten Krypto-Unternehmen der Branche, eine direkte Konkurrenz zu Polymarket und ähnlichen Plattformen aufbauen könnte. Was zeigen die neuen Enthüllungen?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Prediction Markets wachsen stark und gelten als nächster Kandidat für Massenadoption.
  • Codes zeigen: Coinbase entwickelt eine eigene Prognosemarkt-Infrastruktur mit Kalshi.
  • Coinbase Financial Markets ermöglicht regulierte Prediction Markets mit USDC oder US-Dollar.
  • Die „Everything Exchange“ bringt tokenisierte Aktien, Derivate und Prognosemärkte zusammen.
  • Dune-Daten bestätigen neue Allzeithochs bei Volumen und aktiven Prediction-Market-Nutzern.
  • Kalshi und Polymarket teilen sich derzeit die Anzahl der Transaktionen nahezu gleichmäßig.
  • Coinbase-Kalshi-Pläne erhöhen Druck, während Polymarket weiter innovativ expandiert.

Coinbase plant Einstieg in Prognosemärkte

Die Hinweise verdichten sich, dass Coinbase an einer eigenen Prediction-Market-Plattform arbeitet. Ausgelöst wurden die Spekulationen durch Funde der bekannten Tech-Forscherin Jane Manchun Wong, die bereits mehrfach unveröffentlichte Features großer Plattformen wie Facebook, Instagram und X korrekt vorausgesagt hat. In öffentlich zugänglichem Code entdeckte sie Elemente, die eindeutig auf ein Prediction-Market-Produkt von Coinbase hindeuten, inklusive erster Interface-Strukturen.

Besonders spannend: Die Screenshots zeigen, dass das Angebot offenbar über Coinbase Financial Markets, also den Derivate-Arm von Coinbase Global, laufen soll. Geplant scheint der Prognosemarkt in Verbindung mit Kalshi, dem in den USA regulierten Prediction-Market-Anbieter. Diese Kombination würde Coinbase einen direkten Einstieg in die Welt offizieller, genehmigter Prognosemärkte ermöglichen und das Modell deutlich näher an den Massenmarkt bringen als heutige, eher krypto-native Lösungen.

Zudem deuten die gefundenen Elemente darauf hin, dass Nutzer USDC oder US-Dollar einsetzen könnten. Das unterscheidet das Produkt klar von dezentralen Alternativen wie Polymarket, die meist vollständig auf On-Chain-Assets basieren. Die geplanten Märkte sollen vielfältig sein, von Wirtschaft und Politik über Wissenschaft und Technologie bis hin zu Sportereignissen.

Ein solches Angebot könnte den Prediction-Market-Sektor erheblich professionalisieren und gleichzeitig massentauglicher machen, da Coinbase Reichweite, Markenvertrauen und regulatorische Infrastruktur mitbringt.

Coinbase erweitert sein Angebot immer weiter 

Im Juli berichtete bereits CNBC, dass Coinbase seine Plattform grundlegend ausweiten will und damit weit über das klassische Krypto-Trading hinausgeht. Das Unternehmen plant eine „Everything Exchange“, die tokenisierte Aktien, reale Vermögenswerte, Derivate, Prediction Markets sowie frühe Token Sales integriert. Laut Produktchef Max Branzburg sollen die neuen Funktionen zunächst für US-Nutzer starten und anschließend, abhängig von regulatorischen Genehmigungen, international ausgerollt werden. Das Ziel sei es, sämtliche handelbaren Güter auf die Blockchain zu bringen und eine zentrale Anlaufstelle für jedes Asset zu schaffen.

Mit diesem Schritt verschärft Coinbase den Wettbewerb mit Robinhood, Gemini und Kraken, die bereits tokenisierte Aktien außerhalb der USA anbieten. Die Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die SEC mit „Project Crypto“ Anpassungen des Wertpapierrechts vorbereitet und die Trump-Administration Tokenisierung stärker fördert. Parallel dazu treibt Coinbase die Nutzerbindung voran und hat mit der „Base App“ eine Super-App vorgestellt, die langfristig als westliches Gegenstück zu WeChat dienen soll.

Auch wenn Jane Manchun Wongs Analyste für große Schlagzeilen sorgt, ist das Konzept selbst keine vollkommene Neuheit. Coinbase hatte bereits im Juli angekündigt, Prediction Markets und tokenisierte Assets einzuführen.

Coinbase zählt seit Jahren zu den zentralen Innovatoren des US-Kryptomarkts und treibt die Entwicklung neuer Anwendungen konsequent voran. Die Krypto-Börse nutzt ihre enorme Reichweite, um digitale Assets stärker im Alltag zu verankern und zugleich regulatorische Klarheit voranzubringen. Aktuell rücken neue Spekulationen in den Vordergrund: Der 17. Dezember erscheint plötzlich als mögliches Schlüsseldatum für wichtige Ankündigungen. Der Hinweis in der offiziellen X-Biografie von Coinbase hat bereits gestern für Gerüchte gesorgt. Mittlerweile ist klar, dass Coinbase an diesem Tag ein größeres Livestream-Event plant.

CEO Brian Armstrong sprach von „Product Announcements, Business Updates und more“. Diese bewusst offene Formulierung lässt viel Raum für Interpretationen. Ankündigungen rund um Prognosemärkte von Coinbase werden damit wahrscheinlicher.

Prediction Markets erreichen neue Dynamik

Prediction Markets entwickeln sich zunehmend zu einem der spannendsten Segmente im Krypto-Sektor. Datenanalysen auf Dune zeigen ein deutliches Wachstum, sowohl bei aktiven Nutzern als auch beim wöchentlichen Handelsvolumen. In den vergangenen Wochen wurden hier neue Allzeithochs erreicht, was den steigenden Produkt-Market-Fit unterstreicht.

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Aktuell teilen sich Kalshi und Polymarket die Anzahl der Transaktionen nahezu gleichmäßig, was auf einen stark zweigeteilten Markt hindeutet. Beide Plattformen haben ihre eigene Nutzerbasis und bewegen sich in einem dynamischen Markt.

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Eine Integration durch Coinbase, die mit Abstand führende US-Kryptobörse, könnte dieses Gleichgewicht jedoch grundlegend verschieben. Durch Reichweite, Vertrauen und regulatorische Infrastruktur hätte Coinbase das Potenzial, den Prediction-Market-Sektor deutlich stärker zu zentralisieren.

Die jüngsten Hinweise zeigen also, dass Coinbase im Bereich der Prognosemärkte eng mit Kalshi zusammenarbeiten dürfte. Diese Kombination könnte erhebliche Wettbewerbsvorteile schaffen. Durch die enorme Reichweite von Coinbase und die regulatorische Struktur von Kalshi entstünde ein Angebot, das sowohl für Retail-Nutzer als auch institutionelle Marktteilnehmer attraktiv wäre. Für Polymarket könnte diese Entwicklung zusätzlichen Druck erzeugen.

Gleichzeitig zeigt Polymarket jedoch weiterhin Innovationsfreude. Die Plattform hat in den vergangenen Monaten massiv expandiert und ihre Sichtbarkeit deutlich erhöht. Besonders auffällig sind Integrationen mit Google und Yahoo Finance, die Prognosemärkte erstmals direkt in große Informationsplattformen bringen. Auch das strategische Investment von ICE in Polymarket sorgte für Aufsehen. Dieses Momentum zeigt, dass Polymarket weiterhin zu den wichtigsten Treibern des Segments zählt, selbst angesichts einer potenziell engen Coinbase-Kalshi-Kooperation.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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