Der Kryptomarkt präsentiert sich derzeit in einem Spannungsfeld aus Unsicherheit und Erwartung. Zahlreiche Anleger sehen sich mit widersprüchlichen Signalen konfrontiert. Betrachtet man den traditionellen Vierjahreszyklus, könnte das aktuelle Umfeld durchaus das Ende eines Bullenmarktes markieren. Doch es gibt auch gegenteilige Einschätzungen. Eine neue Analyse von Coinbase deutet darauf hin, dass der Aufwärtstrend noch bis ins Jahr 2026 andauern könnte.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Oktober-Crash gilt laut Coinbase als massives, aber reinigendes Markt-Ereignis.
  • Analysten sehen Parallelen zur „Great Grain Robbery“ – extreme Knappheit löst Preisschocks aus.
  • Automatisierte Liquidationen und fehlende Liquidität trafen vor allem hochvolatile Altcoins hart.
  • Das Leverage-Niveau wurde bereinigt, institutionelle Anleger blieben weitgehend stabil positioniert.
  • Kurzfristig dürfte Bitcoin dominieren, langfristig sieht Coinbase asymmetrisches Aufwärtspotenzial.
  • Trotz Makro-Risiken erwartet Coinbase eine Fortsetzung des Bullenmarkts bis ins Jahr 2026.

Oktober-Crash als potenzieller Wendepunkt

Der massive Abverkauf vom 10. Oktober gilt laut der neuen Coinbase-Studie als eines der heftigsten Liquidationsevents in der Geschichte des Kryptomarktes. Dennoch könnte gerade dies den Grundstein für die nächste Aufwärtsphase gelegt haben. Die Analysten um David Duong und Colin Basco ziehen dabei eine Parallele zu einem historischen Rohstoffereignis: der sogenannten „Great Grain Robbery“ aus dem Jahr 1973.

Damals führte eine unerwartete Marktverknappung zu einer explosionsartigen Preisreaktion. Ähnliche Mechanismen wirkten nun auch im Kryptomarkt, als mangelnde Liquidität und automatisierte Abwicklungen in dezentralen Protokollen einen selbstverstärkenden Abwärtssog erzeugten.

Crash

Besonders Altcoins mit hoher Volatilität wurden hart getroffen. Coinbase verweist darauf, dass solch extreme Phasen oft die Kapitulation der schwächsten Marktteilnehmer markieren. In der Folge könnte genau dieser Schock die Basis für eine nachhaltige Erholung bilden, ähnlich wie historische Bereinigungen vor früheren Bullenzyklen.

Nach dem Krypto-Crash: Temporärer Reset statt Zyklusende

Coinbase sieht im Oktober-Crash also eine überfällige Bereinigung des überhitzten Marktes. Der drastische Abverkauf habe das exzessive Leverage aus dem System gespült und damit die Grundlage für eine stabilere Aufwärtsbewegung geschaffen.

Während vor dem Crash fast die Hälfte institutioneller Anleger den aktuellen Zyklus bereits im Spätstadium sahen, deutet die Marktstruktur nun auf Erholungspotenzial hin.

Die Liquidationskette legte zwar Schwächen bei Sicherheiten und Preisquellen offen, doch das gesamte Verschuldungsniveau hat sich laut Coinbase wieder normalisiert.

Institutionelle Investoren blieben von den automatisierten Abwicklungen weitgehend verschont, sie hielten sich bei Leverage zurück und konzentrierten sich auf Large Caps wie Bitcoin.

bitcoin

Daher erwarten die Analysten in den kommenden Monaten eine steigende Bitcoin-Dominanz, während Altcoins kurzfristig unter Druck bleiben. Langfristig sehen sie jedoch asymmetrisches Aufwärtspotenzial bis ins erste Quartal 2026 hinein.


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Krypto Prognosen: Makro-Risiken bleiben entscheidender Faktor

Coinbase mahnt derweil in seiner aktuellen Analyse, den makroökonomischen Kontext nicht zu unterschätzen. Trotz der Bereinigung am Kryptomarkt agiert dieser weiterhin in einem fragilen globalen Umfeld. Die Coinbase-Experten verweisen auf geopolitische Spannungen, US-Sanktionen, wachsende Haushaltsdefizite und überbewertete Aktienmärkte als zentrale Unsicherheitsfaktoren.

Makro

Zwar hat die US-Notenbank ihre Geldpolitik gelockert, doch die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen verharren stabil bei rund vier Prozent. Dies sei ein Hinweis auf strukturelle Spannungen im Finanzsystem. Sollte die Zinskurve weiter ansteigen, könnte dies Risikoanlagen wie Kryptowährungen erneut belasten. Andererseits deuten steigende Renditen bei gleichzeitiger Produktivitätszunahme, etwa durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, auf ein robusteres Wirtschaftswachstum hin. In diesem Fall würde die makroökonomische Volatilität an Bedeutung verlieren, während interne Faktoren wie Liquidität, Fundamentaldaten und eine zunehmend krypto-freundliche Regulierung wieder stärker über die Marktrichtung entscheiden könnten.

Das übergeordnete Fazit der Coinbase-Experten bleibt bullisch – mit einer Präferenz für eine Fortsetzung des Bullenmarkts in 2026 hinein.

„Insgesamt bleibt die Frage, wo wir uns innerhalb des Krypto-Marktzyklus befinden, weiterhin Gegenstand intensiver Debatten, aber wir glauben, dass die Hebelwirkung der letzten Wochen dazu beigetragen hat, die Voraussetzungen für einen Anstieg in den kommenden Monaten zu schaffen. Wir glauben, dass makroökonomische Faktoren wie Zinssenkungen der Fed, eine Lockerung der Liquidität und kryptofreundliche regulatorische Veränderungen im Rahmen von Initiativen wie den GENIUS/CLARITY Acts weiterhin für einen Aufwärtstrend sprechen und den Zyklus möglicherweise bis 2026 verlängern könnten.“

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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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