Stablecoins gelten 2025 als das erfolgreichste Produkt im gesamten Kryptomarkt. Sie verbinden digitale Innovation mit Stabilität und ermöglichen Zahlungen in Echtzeit. Kein Krypto-Segment hat eine derartige Akzeptanz erfahren.
Die folgenden Daten von Token Terminal zeigen die derzeit am schnellsten wachsenden Stablecoins gemessen an der Marktkapitalisierung der letzten 30 Tage. Auffällig ist, dass sowohl traditionelle Finanzakteure wie Société Générale als auch Krypto-Unternehmen wie Ripple, Aave und Tether stark zulegen. Die meisten dieser Projekte setzen auf Ethereum als Hauptbasis, was die Dominanz der Chain im Stablecoin-Sektor unterstreicht und die wachsende Verschmelzung von TradFi und Krypto-Innovation verdeutlicht. Doch nicht alle TradFi-Unternehmen sind über diese Entwicklugn glügklcih.
Fastest growing stablecoins, based on 30d growth (%) in market cap.
One key takeaway:
The stablecoin market attracts both TradFi & crypto-native teams; many of them building on @ethereum. pic.twitter.com/epKfKxBTAI
— Token Terminal 📊 (@tokenterminal) November 6, 2025
Besonders in den USA gewinnt das Thema an Dynamik, seit die Regierung mit dem GENIUS Act eine klare rechtliche Grundlage geschaffen hat. Dennoch bestehen weiterhin Differenzen zwischen traditionellen Finanzakteuren und Krypto-Unternehmen. Aktuell stehen sich vor allem die Banken und Coinbase gegenüber. Im Mittelpunkt: das mögliche Verbot von Stablecoin-Zinsen. Was ist hier passiert?
Das Wichtigste im Überblick:
- Stablecoins sind digitale Währungen, deren Wert meist an den US-Dollar gebunden ist.
- Anleger können durch Stablecoin-Yields Zinsen verdienen, ähnlich klassischen Sparzinsen.
- US-Bankenverbände fordern im GENIUS Act ein generelles Zinsverbot für Stablecoins.
- Ziel der Banken: gleiche Regeln, Schutz vor Geldwäsche und stabile Finanzsysteme.
- Coinbase widerspricht und fordert differenzierte Regeln für Emittenten und Dienstleister.
- Laut Coinbase fördern moderate Regeln Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und US-Führung.
- Streitpunkt bleibt das geplante Verbot von Stablecoin-Zinsen zwischen Banken und Coinbase.
Stablecoins und Zinsen einfach erklärt
Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an klassische Währungen wie den US-Dollar gebunden ist. Ein USDC oder USDT ist also stets etwa einen Dollar wert und dient vor allem als digitaler Ersatz für Bargeld im Kryptomarkt. Mittlerweile sind Stablecoins in grenzüberschreitenden Zahlungen und im institutionellen Rahmen immer beliebter und sichern sich Marktanteile.
Stablecoin-Zinsen, auch „Yields“ genannt, entstehen dann, wenn Anleger ihre Coins auf Plattformen hinterlegen. Diese Plattformen verleihen sie weiter oder nutzen sie für Liquiditätspools. Dafür erhalten Nutzer regelmäßige Erträge, ähnlich wie Zinsen auf einem Sparkonto, jedoch mitunter deutlich höher.
Banken fordern klare Regeln für Stablecoins
In den USA haben mehrere große Bankenverbände, darunter das Bank Policy Institute (BPI), die American Bankers Association und The Clearing House, eine gemeinsame Stellungnahme zum geplanten GENIUS Act veröffentlicht. Dieser soll erstmals einheitliche Regeln für Stablecoins schaffen.
Die Banken begrüßen das Vorhaben grundsätzlich, fordern jedoch strikte Rahmenbedingungen. Zentrale Forderung: Stablecoins dürfen keine Zinsen oder Erträge („Yields“) auszahlen. Diese Beschränkung solle nicht nur für Herausgeber, sondern auch für Kryptobörsen und digitale Dienstleister gelten.
Hintergrund ist die Sorge, dass Stablecoin-Zinsen klassische Bankeinlagen ersetzen und damit das Finanzsystem destabilisieren könnten (und das Geschäftsmodell der Banken beeinträchtigen).
Sie betonen außerdem die Notwendigkeit strenger Maßnahmen gegen Geldwäsche, klare Offenlegungspflichten über Reserven und eine Trennung von Bank- und Handelsaktivitäten. Das Ziel der Bankenlobby: Vertrauen schaffen, Wettbewerbsnachteile verhindern und sicherstellen, dass Stablecoins als reine Zahlungsmittel dienen, nicht als Ersatz für verzinste Finanzprodukte.
Coinbase fordert mehr Freiraum für Stablecoins
Coinbase positioniert sich in einem Schreiben deutlich gegen die Forderungen der US-Bankenverbände. Das Unternehmen unterstützt zwar den neuen GENIUS Act grundsätzlich, sieht aber die geplante Umsetzung durch das Finanzministerium als zu restriktiv. Nach Ansicht von Coinbase soll das Gesetz Innovation fördern, nicht durch übermäßige Regulierung bremsen.
Im Zentrum steht das Verbot von Stablecoin-Zinsen. Während Banken ein generelles Zinsverbot fordern, argumentiert Coinbase, dass der Gesetzestext klar zwischen Emittenten und Vermittlern unterscheidet. Nur Stablecoin-Herausgeber selbst dürften keine Zinsen zahlen, nicht jedoch Börsen oder andere Dienstleister. Diese könnten weiterhin Treueprogramme oder Cashback-Modelle anbieten, um Stablecoin-Nutzung attraktiver zu machen. Eine Ausweitung des Verbots auf Börsen würde laut Coinbase dem Sinn des Gesetzes widersprechen und die Wettbewerbsfähigkeit der USA schwächen.
„Der GENIUS Act enthält klare Leitlinien zur Förderung von Wachstum und verantwortungsvoller Innovation auf dem US-amerikanischen Stablecoin-Markt. Wir unterstützen das Engagement des Finanzministeriums, die Anforderungen des GENIUS Act zu erfüllen, der Innovationen im Bereich der Zahlungs-Stablecoins fördert und gleichzeitig ein maßgeschneidertes System zum Schutz der Verbraucher, zur Minderung potenzieller Risiken durch illegale Finanzgeschäfte und zur Bewältigung von Risiken für die Finanzstabilität vorsieht.“
Coinbase betont zudem, dass Stablecoins bereits das globale Finanzsystem modernisieren, durch schnelle Abwicklung, niedrige Kosten und transparente Reserven. Die Plattform fordert daher „fit-for-purpose“-Regeln, die Innovation und Verbraucherschutz verbinden. Überregulierung würde laut Coinbase dazu führen, dass Innovation ins Ausland abwandert und der US-Markt an Dynamik verliert.
Das Unternehmen appelliert an das Finanzministerium, den GENIUS Act im ursprünglichen Geist der Förderung umzusetzen, nämlich als Grundlage für ein offenes, sicheres und global führendes Stablecoin-Ökosystem.
Dann dürfte Coinbase in Zukunft Stablecoin-Zinsen offerieren.
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