Solana hat auf dem Mainnet eine Funktion aktiviert, die die Ziel-Blockzeit von 400 auf 350 Millisekunden verkürzt. Die Änderung wird nach einer Verzögerung von einer Epoche in Epoch 1020 wirksam. Parallel senkt das zugehörige Verbesserungspapier SIMD-0525 die zulässige Rechenlast pro Slot, damit die theoretische Verarbeitungskapazität pro Sekunde nicht steigt, sondern nahe 250 Millionen Compute Units bleibt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die 350-Millisekunden-Funktion wurde zu Beginn von Epoch 1019 bei Slot 440.208.000 aktiviert, wird wegen einer Ein-Epoch-Verzögerung aber erst in Epoch 1020 wirksam.
  • SIMD-0525 senkt das maximale Compute-Budget je Slot proportional, sodass die theoretische Obergrenze bei rund 250 Millionen Compute Units pro Sekunde bleibt.
  • Das vierslotige Leader-Fenster schrumpft von 1,6 auf 1,4 Sekunden, die Epochendauer von rund 48 auf 42 Stunden.
  • SIMD-0525 ist weiterhin ein Entwurf; weitere Stufen bis 200 Millisekunden sollen über separate Feature-Gates aktiviert werden.

Aktivierung mit eingebauter Verzögerung

Die 350-Millisekunden-Funktion wurde zwar zu Beginn von Epoch 1019 aktiviert, greift wegen einer im Vorschlag festgelegten Ein-Epoch-Verzögerung aber erst in Epoch 1020. Bis dahin arbeitet das Mainnet weiter mit dem bisherigen 400-Millisekunden-Ziel, wie aus dem SIMD-0525-Vorschlag hervorgeht.

The Solana cryptocurrency logo featuring a stylized S with purple and teal gradients on a black circular background

Auf den Testnetzen ist die Umstellung bereits weiter fortgeschritten: Das Testnet läuft effektiv mit 200 Millisekunden, das Devnet mit 300 Millisekunden und hat das 250-Millisekunden-Gate bereits aktiviert, ohne es wirksam zu schalten. SIMD-0525 trägt weiterhin den Status eines Entwurfs. Die Aktivierung einer einzelnen Cluster-Änderung bedeutet daher nicht, dass das gesamte 200-Millisekunden-Design bereits final verabschiedet ist. Zudem sind Ziel-Slot-Zeiten von der tatsächlich beobachteten Blockproduktion, Bestätigungslatenz und ökonomischen Finalität zu unterscheiden.

Rechenleistung pro Slot sinkt, Gesamtkapazität bleibt gleich

Der zentrale Konstruktionsgedanke von SIMD-0525 ist, dass bei kürzeren Slots weniger Arbeit in einen einzelnen Slot passt. Solana hatte zuvor ein maximales Block-Limit von 100 Millionen Compute Units bei 400 Millisekunden aktiviert. Dieser Wert skaliert proportional mit den kommenden Stufen.

Ziel-Slot Max. Block-CUs Theoret. max. CUs/Sek. Leader-Fenster
400 ms 100M 250M 1,6 Sek.
350 ms 87,5M 250M 1,4 Sek.
300 ms 75M 250M 1,2 Sek.
200 ms 50M 250M 0,8 Sek.

Jede Stufe kommt auf rund 250 Millionen Compute Units theoretisches Blockbudget pro Sekunde. Die Halbierung der Slot-Zeit lässt die Rechenobergrenze damit weitgehend unverändert. Das Ziel ist nicht mehr Durchsatz pro Sekunde, sondern häufigere Einplanungsmöglichkeiten für Transaktionen. Wie viel Rechenleistung tatsächlich genutzt wird, hängt weiterhin von Arbeitslast und Netzwerkbedingungen ab.

Engere Handoffs für Validatoren und Software

Kürzere Leader-Fenster bedeuten weniger Zeit, um den vorherigen Block zu empfangen, zu replizieren, darauf aufzubauen und Votes zu platzieren, bevor das Netzwerk weiterzieht. Vote- und Gossip-Ereignisse häufen sich im gleichen Zeitfenster, während Turbine kleinere, slot-abhängige Budgets durchsetzen muss. Auch die Epochendauer verdichtet sich: Bei konstant 432.000 Slots pro Epoche sinkt die nominale Dauer von rund 48 Stunden bei 400 Millisekunden auf 42 Stunden bei 350 Millisekunden.

Rows of IBM Blue Gene/P supercomputer racks in a white tiled datacenter server room
An IBM Blue Gene/P supercomputer installation in a high-performance computing center.

Die Änderung reicht über Validatoren hinaus. Manche SDK-Konstanten und Off-Chain-Annahmen sind auf 400 Millisekunden kalibriert. Anwendungen, die verstrichene Zeit über eine Multiplikation von Slot-Anzahl mit 400 Millisekunden schätzen, können nach der Umstellung von der tatsächlichen Cluster-Zeit abweichen. Der langfristige Ansatz sieht vor, dass Software die Timing-Parameter direkt vom Cluster abfragt, statt sie fest zu verdrahten.

Der VAT-Mechanismus als Beispiel

Ein Beispiel für die ökonomische Seite der Umstellung liefert der Validator Admission Ticket-Mechanismus von Alpenglow, der laut SIMD-0525 nur bei einer aktiven VAT-Implementierung greift. In diesem Fall würde die vorgeschlagene Gebühr von 1,6 SOL je Epoche bei 400 Millisekunden auf 0,8 SOL bei 200 Millisekunden sinken. Damit bliebe ein Tagesziel von rund 0,8 SOL ungefähr gleich. Ob dieser Mechanismus auf einem Cluster bereits aktiv ist, geht aus den verfügbaren Angaben nicht hervor.

Ausblick: Was als Nächstes ansteht

Für das Mainnet ist aktuell nur der Schritt auf 350 Millisekunden in Epoch 1020 konkret vorgesehen, kein direkter Sprung auf 200 Millisekunden. Die weiteren Stufen aus der SIMD-0525-Tabelle bei 300, 250 und 200 Millisekunden bleiben vorgeschlagene, aber noch nicht verbindlich terminierte Schritte.

  • Epoch 1020: Der Zeitpunkt, an dem 350 Millisekunden auf dem Mainnet tatsächlich wirksam werden.
  • Koordinationsmargen: Ob Validatoren und Infrastruktur die engeren Handoff-Fenster bei künftigen Stufen stabil bewältigen.
  • Off-Chain-Kompatibilität: Wie schnell RPC-Clients und Explorer ihre Zeit-Annahmen an die neuen Slot-Parameter anpassen.

Solana notiert aktuell bei 92,17 US-Dollar und liegt damit 2,19 Prozent im Minus auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht dagegen ein Plus von 22,38 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 53,76 Milliarden US-Dollar bei einem 24-Stunden-Volumen von 5,67 Milliarden US-Dollar.

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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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