US-notierte Bitcoin- und Ethereum-ETFs haben in der Woche bis zum 21. August netto 2,6 Mrd. US-Dollar eingesammelt – die stärkste Zuflusswoche seit Oktober. Damit kehrte sich der Trend der Vorwoche um, in der die Produkte noch einen kombinierten Abfluss von 391,96 Mio. US-Dollar verzeichnet hatten.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin- und Ethereum-ETFs verbuchten in einer Woche zusammen 2,6 Mrd. US-Dollar Nettozuflüsse – der stärkste Wert seit Oktober.
- Bitcoin-Produkte zogen 1,92 Mrd. US-Dollar an, Ethereum-ETFs 697,18 Mio. US-Dollar.
- Das Wochenhandelsvolumen bei Bitcoin-ETFs stieg auf 22,15 Mrd. US-Dollar, etwa das Dreifache der Vorwoche.
- Trotz der starken Woche bleibt die Jahresbilanz 2026 für beide Produktgruppen negativ.
Die Zahlen im Detail
Von den insgesamt 2,6 Mrd. US-Dollar entfielen 1,92 Mrd. US-Dollar auf Bitcoin-ETFs und 697,18 Mio. US-Dollar auf Ethereum-Produkte. Fünf aufeinanderfolgende Handelstage vom 17. bis 21. August brachten durchgehend Nettozuflüsse in Bitcoin-ETFs, mit einem Höhepunkt am 20. August, als an einem einzigen Tag 606 Mio. US-Dollar in die Vehikel flossen.

Bei Ethereum-ETFs fiel die größte Tagesaufnahme seit Oktober ebenfalls auf den 20. August, mit 220,77 Mio. US-Dollar. Für Anleger, die die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin-ETFs verfolgen, ist diese Serie ein konkreter Hinweis darauf, dass Kapital wieder bereit ist, über regulierte Produkte Risiko aufzubauen.
Handelsvolumen springt deutlich an
Parallel zu den Zuflüssen zog auch die Handelsaktivität kräftig an. Das wöchentliche Handelsvolumen in Bitcoin-Produkten erreichte 22,15 Mrd. US-Dollar – ungefähr das Dreifache des Vorwochenwerts, was auf eine Nachfrage hindeutet, die sich nicht nur in Zuflusszahlen, sondern auch im tatsächlichen Orderflow niederschlägt.
Die Dynamik blieb nicht auf die beiden großen Kryptowährungen beschränkt. Auch andere US-Spot-ETFs meldeten im gleichen Zeitraum Nettozuflüsse:
- XRP-ETFs: 39,78 Mio. US-Dollar Zufluss bei einem Rekord-Wochenvolumen von 271,74 Mio. US-Dollar.
- Solana-Produkte: 28,34 Mio. US-Dollar, die achte Woche in Folge mit Zuflüssen.
- Chainlink: 13,35 Mio. US-Dollar, die zweitgrößte Woche seit dem Launch im Dezember.
- Hyperliquid: 3,89 Mio. US-Dollar bei rekordhohen Assets von 360,39 Mio. US-Dollar.
Zufluss und Kursgewinn sind zwei verschiedene Dinge
Wichtig für die Einordnung: In derselben Woche wuchsen die kombinierten Assets beider Produktgruppen um rund 23 Mrd. US-Dollar – deutlich mehr als die 2,6 Mrd. US-Dollar an gemeldetem Neugeld. Der Großteil dieser Differenz erklärt sich durch Revaluation am Spotmarkt: Ein impliziter Wertzuwachs von 22,9 Prozent bei Bitcoin und 29,2 Prozent bei Ethereum in den zugrunde liegenden Beständen macht den Löwenanteil der Positionsveränderung aus, nicht neues Kapital.

Diese Unterscheidung ist relevant, wenn man die Entwicklung der Ethereum-ETFs im Verhältnis zur Kursbewegung bewertet: Ein starker Anstieg des verwalteten Vermögens bedeutet nicht automatisch, dass entsprechend mehr frisches Geld eingesammelt wurde.
Jahresbilanz bleibt negativ
Trotz der starken Woche zeigt der langfristige Blick ein anderes Bild. Bitcoin-ETFs erreichten im Oktober 2025 mit 62,77 Mrd. US-Dollar ihren kumulierten Zuflusshöhepunkt, sind seither aber auf 53,71 Mrd. US-Dollar zurückgefallen. Für 2026 weist die Bilanz bei Bitcoin-ETFs einen Abfluss von 2,91 Mrd. US-Dollar aus, bei Ethereum-Produkten von 177,93 Mio. US-Dollar – beide Produktgruppen steuern damit rechnerisch auf ihr erstes Verlustjahr seit dem Launch zu.
Worauf Anleger jetzt achten sollten
Ob die vergangene Woche eine echte Trendwende oder nur eine Zwischenphase in einem größeren Rückzugsregime markiert, bleibt offen. Entscheidend dürfte sein, ob sich die Kombination aus Nettozufluss und steigendem Handelsvolumen in den kommenden Wochen fortsetzt.
- Fortsetzung der Zuflussserie: Mehrere Wochen mit stabilen Zuflüssen wären nötig, um den negativen Jahressaldo zu drehen.
- Altcoin-ETFs: Anhaltende Serien bei XRP-, Solana- und Chainlink-Produkten würden eine breitere Risikoneigung bestätigen.
- Volumenentwicklung: Ein weiterer Anstieg des Handelsvolumens würde zeigen, dass die Nachfrage auch in der Ausführung ankommt.
Weitere Details zur aktuellen Datenlage liefert der Originalbericht von IT Boltwise.
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