Ethereum gilt als die dynamischste Smart-Contract-Blockchain der Welt. Kaum ein anderes Netzwerk entwickelt sich so schnell weiter und erhält in regelmäßigen Abständen umfangreiche Upgrades. Das bislang bedeutendste Update war der Merge im September 2022.
Damals stellte Ethereum den Konsensmechanismus von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake um und reduzierte den Energieverbrauch des Netzwerks drastisch. Nun könnte das nächste historische Kapitel folgen. Mit „Glamsterdam“ arbeiten die Entwickler an jenem Upgrade, das von vielen Core-Entwicklern bereits als das größte seit dem Merge bezeichnet wird. Der Fokus liegt diesmal nicht auf dem Konsensmechanismus, sondern auf der Skalierung der Layer-1-Blockchain. Nachdem die Planung weitgehend abgeschlossen wurde, hat nun die finale Entwicklungsphase begonnen. Damit rückt eines der ambitioniertesten Ethereum-Upgrades der vergangenen Jahre immer näher.
Das Wichtigste im Überblick:
- Ethereum startet größtes Upgrade seit Merge, finale Testphase bereits angelaufen.
- Glamsterdam soll Layer-1 skalieren und langfristig 10.000 TPS ermöglichen.
- Neue Technologien steigern Effizienz, Kapazität und Dezentralisierung des Netzwerks.
- Höhere Skalierung könnte Ethereum gegenüber Solana deutlich wettbewerbsfähiger machen.
Glamsterdam startet in die letzte Entwicklungsphase
Mit Glamsterdam hat Ethereum ein Upgrade-Paket geschnürt, das die Leistungsfähigkeit des Netzwerks deutlich steigern soll. Besonders im Fokus stehen Verbesserungen der Layer-1-Skalierung, also der eigentlichen Ethereum-Blockchain. Während viele frühere Upgrades vor allem Rollups und Layer-2-Lösungen unterstützten, soll Glamsterdam die Basis-Schicht selbst effizienter machen.
Ethereum’s Glamsterdam Upgrade: The Biggest Planned Upgrade for 2026
Ethereum core developers have entered the final stretch for the next major network upgrade, Glamsterdam. Teams have begun full-scale testing of a fork incorporating all planned Ethereum Improvement Proposals… pic.twitter.com/B7TFzg86L2
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) June 17, 2026
Aktuell haben die Ethereum-Core-Entwickler die letzte große Entwicklungsphase eingeleitet. Sämtliche geplanten Ethereum Improvement Proposals (EIPs) werden nun gemeinsam auf sogenannten Devnets getestet. Dabei handelt es sich um private Entwicklernetzwerke, auf denen die neuen Funktionen unter realistischen Bedingungen geprüft werden. Diese Phase gilt als entscheidender Meilenstein vor dem Code Freeze und den anschließenden öffentlichen Testnet-Rollouts.
Ethereum's Glamsterdam Upgrade: The Biggest Thing Coming in 2026
Ethereum is gearing up for its most important upgrade of the year: Glamsterdam. Slated for launch in Q3 2026, it's just around the corner and could be a game-changer for the network.
This upgrade focuses on… https://t.co/6deq0hpGqU pic.twitter.com/6XBpUBl5hr
— Ethereum Daily (@ETH_Daily) June 17, 2026
Zu den wichtigsten Neuerungen zählt das sogenannte Enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS), das unter EIP-7732 entwickelt wird. Dieses System integriert die heute bereits genutzte Trennung zwischen Block-Erstellern und Block-Vorschlagenden direkt in das Ethereum-Protokoll. Ziel ist eine höhere Effizienz bei der Blockproduktion, geringere Zentralisierungstendenzen und bessere Voraussetzungen für künftige Skalierungsmaßnahmen.
Hinzu kommen die Block-Level Access Lists (EIP-7928). Diese sollen die Ausführung von Transaktionen optimieren und den Ressourcenbedarf für Validatoren senken. Dadurch könnte Ethereum langfristig mehr Transaktionen direkt auf Layer 1 verarbeiten.
Ethereum's Biggest Upgrade Since The Merge Nears
Ethereum $ETH developers have entered the final testing phase for Glamsterdam, a major network upgrade expected later this year, per CoinDesk.
Core developer Parithosh Jayanthi described it as the largest Ethereum fork since the… pic.twitter.com/mTqM3szq11
— BSCN (@BSCNews) June 17, 2026
Ethereum-Forscher und Core-Entwickler sprechen bereits vom größten Fork seit dem Merge. Laut Entwickler Ansgar Dietrichs und Ethereum Foundation Research Lead Dankrad Feist könnte Glamsterdam zahlreiche bisherige Annahmen über die Skalierungsgrenzen des Netzwerks verändern. Die Entwickler sehen das Upgrade als Fundament für deutlich höhere Kapazitäten in den kommenden Jahren.
Noch befindet sich Glamsterdam in der Testphase. Mit dem Beginn der umfassenden Devnet-Tests hat jedoch die letzte große Etappe vor den öffentlichen Testnetzen begonnen. Verläuft diese erfolgreich, könnte Ethereum 2026 einen weiteren Meilenstein setzen und die Grundlage für die nächste Wachstumsphase des Ökosystems schaffen.
10.000 TPS auf Ethereum? Warum Glamsterdam enormes Potenzial entfalten könnte
Gerade die jüngsten Aussagen aus dem Ethereum-Umfeld sorgen für neue Fantasie. Während Ethereum in den vergangenen Jahren stark auf Layer-2-Lösungen setzte, zeichnet sich nun eine strategische Erweiterung ab. Das langfristige Ziel lautet offenbar, die Leistungsfähigkeit der Layer 1 selbst massiv zu steigern. Diskutiert werden inzwischen Kapazitäten von bis zu 10.000 Transaktionen pro Sekunde. Damit würde Ethereum in eine völlig neue Größenordnung vorstoßen.
Besonders spannend ist dabei, dass mehrere Entwicklungen gleichzeitig zusammenkommen. Zum einen sollen höhere Gaslimits die Netzwerkkapazität deutlich erhöhen. Zum anderen arbeiten die Entwickler an Konzepten wie Parallel Execution, wodurch mehrere Transaktionen gleichzeitig verarbeitet werden können. Bislang erfolgt die Ausführung weitgehend sequentiell, was natürliche Skalierungsgrenzen schafft.
👀
Ethereum is going to greatly increase L1 TPS with parallel execution and other upgrades
The plan is to get L1 to 10,000 TPS – this is the new path:
“There have recently been some discussions on the ongoing role of L2s in the Ethereum ecosystem, especially in the face of… https://t.co/PhuHMSAaSW
— Nomad (@JourneyMacro) June 16, 2026
Auch Vitalik Buterin deutete zuletzt an, dass sich die Rolle der Layer-2-Netzwerke verändern könnte. Die ursprüngliche Vision, nahezu die gesamte Skalierung auf externe Layer auszulagern, wird inzwischen kritischer betrachtet. Ethereum selbst wird schneller, günstiger und leistungsfähiger, während die Entwicklung vieler Layer-2-Lösungen langsamer voranschreitet als ursprünglich erwartet.
Für Anleger ist das besonders relevant. Sollte Ethereum tatsächlich einen Weg finden, die Layer 1 massiv zu skalieren, könnten viele Kritikpunkte der vergangenen Jahre entkräftet werden. Niedrige Gebühren, höhere Transaktionskapazitäten und eine einfachere Nutzererfahrung würden die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Solana und anderen High-Performance-Blockchains deutlich verbessern. Glamsterdam wäre dann nicht nur ein technisches Upgrade, sondern möglicherweise der Startschuss für die nächste große Wachstumsphase des Ethereum-Ökosystems.
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