Der Bitcoin-Kurs befindet sich weiterhin in einer schwierigen Phase. Nach dem Rückfall unter wichtige Unterstützungszonen dominieren Unsicherheit und Vorsicht die Marktstimmung. Dennoch deuten mehrere On-Chain-Indikatoren darauf hin, dass sich unter der Oberfläche Entwicklungen abspielen, die langfristig für Bitcoin sprechen könnten.

Während kurzfristige Trader auf weitere Verluste setzen, bauen langfristige Investoren ihre Positionen weiter aus. Gleichzeitig nähert sich der Markt laut mehreren Analysten einem Bereich, der in der Vergangenheit häufig mit bedeutenden Wendepunkten zusammenfiel.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Menge an Bitcoin, die von langfristigen Investoren gehalten wird, nähert sich historischen Höchstständen und entzieht dem Markt zunehmend verfügbare Liquidität.
  • Der Anteil aller Bitcoin, die sich aktuell im Gewinn befinden, fällt in Richtung der kritischen 45%-Marke – ein Bereich, der in früheren Zyklen häufig Wendepunkte markierte.
  • Analysten sehen aufgrund der deutlich gesunkenen Volatilität ein wesentlich geringeres Risiko für einen erneuten 80%-Crash wie in früheren Bärenmärkten.

Langfristige Bitcoin-Investoren halten an ihren Beständen fest

Aktuelle Daten zeigen, dass die Menge an Bitcoin in den Händen langfristiger Anleger erneut stark angestiegen ist.
Die sogenannte Long-Term Holder Supply nähert sich inzwischen der Marke von 16 Millionen BTC und bewegt sich damit auf einem der höchsten Niveaus der Bitcoin-Geschichte.

Für den Markt ist diese Entwicklung von großer Bedeutung. Jeder Bitcoin, der langfristig gehalten wird, steht kurzfristig nicht zum Verkauf. Dadurch sinkt das frei verfügbare Angebot an den Börsen kontinuierlich.

Historisch betrachtet gingen Phasen steigender Long-Term Holder Bestände häufig größeren Aufwärtsbewegungen voraus, da bereits vergleichsweise geringe Nachfrageanstiege auf ein immer knapperes Angebot treffen.

Marktstress erreicht historische Schlüsselzone

Parallel dazu nähert sich ein weiterer wichtiger Indikator einem kritischen Bereich.
Der Anteil aller Bitcoin, die aktuell im Gewinn gehalten werden, fällt in Richtung der 45%-Marke. Laut verschiedenen Marktanalysen handelt es sich dabei um einen Bereich, in dem in früheren Zyklen die maximale Marktverzweiflung erreicht wurde.

Immer wenn dieser Bereich in der Vergangenheit getestet wurde, befand sich Bitcoin an einem entscheidenden Scheideweg. Entweder folgte eine letzte Kapitulationsphase mit neuen Tiefständen oder der Markt begann bereits mit seiner langfristigen Erholung.

Analysten betonen, dass sich Bitcoin aktuell genau in dieser Zone befindet. Der Marktstress liegt nicht mehr in der Zukunft – er ist bereits Realität.

Die Wahrscheinlichkeit eines 80%-Crashs sinkt deutlich

Zusätzliche Unterstützung erhält die bullische Langfrist-These durch die sinkende Volatilität von Bitcoin.
Analyst Adam Livingston verweist darauf, dass die durchschnittliche annualisierte Volatilität zwischen 2019 und 2022 noch bei rund 73,6 % lag. Im Zeitraum von 2023 bis 2026 sank dieser Wert dagegen auf etwa 47,3 %.

Auf Basis umfangreicher Simulationen kommt Livingston zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit eines erneuten 80%-Einbruchs heute deutlich geringer ist als in früheren Marktzyklen.

Während ein derartiger Crash im früheren Hochvolatilitäts-Regime statistisch noch deutlich wahrscheinlicher war, sei das Risiko inzwischen drastisch gesunken.
Seiner Einschätzung nach würde ein weiterer Einbruch dieser Größenordnung heute wahrscheinlich ein außergewöhnliches makroökonomisches oder finanzielles Schockereignis voraussetzen.


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Bitwise sieht Bitcoin als Frühindikator für die Finanzmärkte

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält derzeit eine Analyse des Vermögensverwalters Bitwise.
Darin wird Bitcoin als eine Art „Kanarienvogel im Kohlebergwerk“ beschrieben – ein Frühwarnsystem für Veränderungen der globalen Liquidität.
Da Bitcoin rund um die Uhr gehandelt wird und besonders schnell auf Veränderungen der Geldpolitik und Liquiditätsbedingungen reagiert, habe der Markt in der Vergangenheit größere Korrekturen an den Aktienmärkten häufig mehrere Monate vorweggenommen.

Sollte sich dieses Muster erneut bestätigen, könnte dies bedeuten, dass die Aktienmärkte noch weiteren Druck erleben, während Bitcoin bereits einen Großteil seiner Anpassung hinter sich gebracht hat.

Knappes Angebot trifft auf historisch hohen Pessimismus

Die aktuellen Daten zeichnen ein spannendes Bild.
Einerseits herrscht weiterhin erheblicher Druck auf den Markt. Die Stimmung bleibt schwach und viele Anleger rechnen mit weiteren Rückgängen.
Andererseits erreichen wichtige On-Chain-Indikatoren Niveaus, die in der Vergangenheit häufig in der Nähe größerer Marktböden auftraten. Gleichzeitig halten langfristige Investoren ihre Bestände weiterhin fest und entziehen dem Markt zunehmend Liquidität.

Ob das endgültige Tief bereits erreicht wurde oder noch eine letzte Kapitulationsphase bevorsteht, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass Bitcoin nach Ansicht vieler Analysten inzwischen in einer Zone notiert, die langfristig deutlich attraktiver erscheint als noch während der Euphoriephasen der vergangenen Jahre.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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