Der Kryptomarkt bleibt massiv unter Druck. Bitcoin kämpft weiter um die Marke von 60.000 US-Dollar, während Altcoins noch deutlich stärker unter die Räder geraten. Besonders XRP zeigt seit Monaten kaum bullisches Momentum.
Allein in den vergangenen 24 Stunden verlor der Kurs erneut rund 3 Prozent und testet mittlerweile den Bereich um 1,10 US-Dollar. Immer mehr Anleger ziehen Kapital aus dem Markt ab, das Sentiment bleibt schwach und die Angst vor einem Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 1 US-Dollar wächst. Technisch dominiert weiterhin der Abwärtstrend. Dennoch gibt es nun eine On-Chain-Metrik, die zumindest erste Hoffnung auf eine mögliche Trendwende in der Ripple Prognose macht.
Das Wichtigste im Überblick:
- Nur noch 40 Prozent aller XRP liegen aktuell im Gewinn.
- Historische Tiefpunkte entstanden meist erst bei etwa 20 Prozent.
- Weitere Kapitulation könnte XRP noch unter 1 Dollar drücken.
Upbit-Reserven sinken leicht: Warum das für XRP positiv sein könnte
Aktuell richtet sich der Blick einiger Analysten auf die XRP-Bestände der südkoreanischen Kryptobörse Upbit. Die dort gehaltenen XRP-Reserven gelten als wichtige Kennzahl, da Upbit zu den größten Handelsplätzen für XRP weltweit zählt und einen erheblichen Teil des Handelsvolumens auf sich vereint.
Upbit's $XRP reserve is decreasing slightly.
In general, periods when Upbit's $XRP reserves increased coincided with periods of bearish trend.
Conversely, when Upbit's reserves decreased, $XRP showed a bullish rally.
Although subtle, the reserves are showing signs of a slight… pic.twitter.com/lddeLRCdPd
— CW (@CW8900) June 9, 2026
Die jüngsten Daten von CryptoQuant zeigen nun, dass die XRP-Reserven auf Upbit zuletzt leicht zurückgegangen sind. Auf den ersten Blick wirkt diese Bewegung unspektakulär. Historisch betrachtet könnte sie jedoch durchaus relevant sein. In den vergangenen zwei Jahren fielen Phasen steigender XRP-Bestände auf Upbit häufig mit schwachen Kursentwicklungen zusammen. Gelangten mehr XRP auf die Börse, erhöhte sich oftmals der potenzielle Verkaufsdruck. Anleger transferierten ihre Coins auf Handelsplätze, um Gewinne mitzunehmen oder Positionen abzubauen.
Das Gegenteil war ebenfalls mehrfach zu beobachten. Wenn die Reserven auf Upbit zurückgingen, entwickelte sich XRP häufig deutlich besser. Sinkende Börsenbestände können darauf hindeuten, dass Investoren ihre Coins von Handelsplattformen abziehen und langfristig halten wollen. Dadurch reduziert sich kurzfristig das verfügbare Angebot.
Genau dieses Muster scheint sich nun erneut anzudeuten. Die Reserven zeigen erste Anzeichen eines Rückgangs, während der XRP-Kurs gleichzeitig auf stark überverkaufte Bereiche gefallen ist. Für Bullen ist das zumindest ein kleiner Lichtblick.
Von einem klaren Kaufsignal kann jedoch noch keine Rede sein. Die aktuelle Abnahme der Reserven fällt bislang relativ gering aus und muss sich in den kommenden Wochen fortsetzen, um eine echte Trendbestätigung zu liefern. Solange der Gesamtmarkt schwach bleibt und XRP keine neue Nachfrage generieren kann, bleibt das Risiko weiterer Kursverluste bestehen. Die Metrik liefert daher erste Hoffnung, aber noch keinen Beweis für eine nachhaltige Trendwende.
Nur 40 Prozent der XRP-Anleger liegen im Gewinn – Bodenbildung?
Eine weitere spannende On-Chain-Metrik zeigt derzeit, wie angespannt die Lage für XRP-Investoren tatsächlich ist. Gemeint ist der Anteil aller XRP, die sich aktuell im Gewinn befinden. Diese Kennzahl misst, wie viele Coins zuletzt zu einem niedrigeren Preis bewegt wurden als der aktuelle Marktwert. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto größer sind Angst, Resignation und Kapitulation unter den Anlegern.
Aktuell befinden sich nur noch rund 40 Prozent aller XRP im Gewinn. Das ist bereits ein außergewöhnlich niedriger Wert und signalisiert erheblichen Druck auf den Markt. Viele Anleger sitzen inzwischen auf Verlusten, während die Stimmung immer pessimistischer wird. Historisch betrachtet waren solche Phasen häufig Vorboten einer späteren Erholung.

Allerdings zeigt der Blick in frühere Bärenmärkte auch, dass eine echte finale Kapitulation oftmals erst bei noch deutlich niedrigeren Werten erreicht wurde. In vergangenen Marktzyklen fiel der Anteil profitabler Coins teilweise bis in den Bereich von 20 Prozent oder sogar darunter. Erst diese extremen Werte markierten häufig den Zeitpunkt, an dem die letzten schwachen Hände den Markt verlassen hatten.
Genau deshalb bleibt trotz der bereits starken Verluste Vorsicht angebracht. Sollte sich der Abwärtstrend am Kryptomarkt fortsetzen, könnte XRP durchaus noch einmal unter die Marke von 1 US-Dollar fallen. Eine solche Bewegung würde die Kapitulation weiter verschärfen und könnte letztlich den Boden für den nächsten größeren Aufwärtstrend bereiten. Langfristig bleibt das Chancen-Risiko-Verhältnis dadurch zwar attraktiver, kurzfristig erscheint ein weiterer Ausverkauf jedoch keineswegs ausgeschlossen.
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