Der Kryptomarkt bleibt massiv unter Druck. Bitcoin verlor auf Wochensicht rund 15 Prozent und testet erneut die Tiefs des aktuellen Bärenmarktes. Von bullischem Momentum fehlt derzeit jede Spur. Stattdessen dominieren Angst, Unsicherheit und anhaltender Verkaufsdruck das Marktgeschehen. Mit Kursen um 63.000 US-Dollar wirkt Bitcoin technisch angeschlagen, während viele Anleger bereits weitere Tiefs erwarten. Das Sentiment befindet sich auf einem schwachen Niveau und eine nachhaltige Trendwende ist bislang nicht erkennbar. Dennoch lohnt sich jetzt ein Blick auf den MVRV-Indikator. Denn dieser signalisiert aktuell sowohl Risiken als auch Chancen für langfristig orientierte Investoren.

Das Wichtigste im Überblick:

  • MVRV signalisiert günstige Bewertung, aber noch kein bestätigtes Markttief aktuell.
  • Historische Parallelen deuten auf weiteren Bitcoin-Rückgang vor Bodenbildung hin.
  • Ein Dip unter 50.000 Dollar könnte starke Akkumulationschance schaffen.

MVRV-Indikator zeigt Risiko – aber auch eine mögliche Akkumulationszone

Der MVRV-Indikator (Market Value to Realized Value) vergleicht die aktuelle Marktkapitalisierung von Bitcoin mit dem realisierten Wert aller Coins. Werte deutlich über 1 deuten auf Überbewertung hin, während niedrige Werte auf eine günstigere Bewertung hindeuten können. Historisch markierten tiefe MVRV-Werte häufig Phasen, in denen langfristige Anleger begannen, Positionen aufzubauen.

Laut einer aktuellen Analyse von CryptoQuant ist der MVRV-Wert inzwischen auf 1,19 gefallen. Damit nähert sich Bitcoin einem Bereich, der in vergangenen Zyklen häufig mit späten Bärenmarktphasen verbunden war. Besonders interessant ist dabei das Zusammenspiel verschiedener gleitender Durchschnitte innerhalb des MVRV-Modells.

Die Analysten betrachten vor allem die 365-Tage-Linie sowie den historischen Durchschnitt der vergangenen rund 4.000 Tage. Genau zwischen diesen beiden Linien kam es nun zu einem sogenannten Death Cross. Ein solches Signal entsteht, wenn ein kurzfristigerer Durchschnitt unter einen langfristigen Durchschnitt fällt. Normalerweise wird dies als Warnsignal interpretiert und deutet darauf hin, dass weiterer Abwärtsdruck möglich bleibt.

Doch CryptoQuant verweist auf die historische Einordnung dieses Signals. Bereits im Jahr 2022 trat ein ähnliches Muster auf. Damals markierte das Death Cross nicht den Beginn der größten Verluste, sondern den Übergang in die zweite Hälfte des Bärenmarktes. Es folgte eine längere Phase der Bodenbildung und Konsolidierung, bevor der Markt schließlich wieder in einen neuen Aufwärtstrend überging.

Die aktuelle Situation ähnelt diesem Muster. Zwar schließen die Analysten weitere Kursrückgänge nicht aus. Gleichzeitig deutet die Kombination aus niedrigem MVRV-Wert und dem Death Cross darauf hin, dass Bitcoin zunehmend in eine langfristige Akkumulationszone übergeht. Für Investoren könnte dies bedeuten, dass eine schrittweise Kaufstrategie – etwa per Dollar-Cost-Averaging (DCA) – attraktiver wird. Kurzfristig bleibt der Markt fragil, langfristig verbessert sich jedoch das Chance-Risiko-Verhältnis zunehmend.

MVRV Z-Score warnt: Das Tief könnte noch nicht erreicht sein

Ein weiterer wichtiger On-Chain-Indikator ist der MVRV Z-Score. Während der klassische MVRV das Verhältnis zwischen Marktwert und realisiertem Wert misst, setzt der MVRV Z-Score diese Differenz zusätzlich ins Verhältnis zur historischen Standardabweichung. Dadurch lassen sich Phasen extremer Über- oder Unterbewertung besser erkennen. Historisch markierten hohe Werte häufig Zyklushochs, während Werte nahe der grünen Zone attraktive Kaufgelegenheiten signalisierten.

Aktuell ist der MVRV Z-Score deutlich gefallen und bewegt sich auf Niveaus, die zuletzt während der großen Korrekturphase 2022 beobachtet wurden. Genau darin sehen einige Analysten jedoch nicht nur eine Chance, sondern auch ein Risiko. Denn die aktuelle Struktur erinnert auffällig an den Mai 2022. Damals galt Bitcoin nach zahlreichen Bewertungsmetriken bereits als günstig. Viele Marktteilnehmer gingen davon aus, dass der Großteil des Abverkaufs bereits abgeschlossen sei.

btc

Die Realität sah jedoch anders aus. Nach einer ersten Bodenbildung folgte mit dem Kollaps großer Marktakteure und einer weiteren Vertrauenskrise noch einmal eine finale Kapitulationsphase. Bitcoin verlor daraufhin rund 30 Prozent und markierte erst Monate später sein endgültiges Zyklustief.

Ein ähnliches Szenario kann auch heute nicht ausgeschlossen werden. Der MVRV Z-Score deutet zwar auf eine zunehmend attraktive Bewertung hin, liefert jedoch kein unmittelbares Kaufsignal für eine Trendwende. Vielmehr zeigt die Historie, dass günstige Bewertungen über längere Zeit bestehen bleiben können. Sollte sich die Parallele zum Jahr 2022 fortsetzen, wäre ein weiterer Rückgang von rund 20 bis 30 Prozent denkbar. Das würde Bitcoin in einen Bereich unter 50.000 US-Dollar drücken.

Für langfristig orientierte Anleger könnte genau eine solche Kapitulationsphase jedoch die attraktivste Akkumulationszone des gesamten Bärenmarktes darstellen. Entsprechend bleibt Geduld gefragt – ebenso wie die Bereitschaft, mögliche weitere Rücksetzer als Chance statt als Bedrohung zu betrachten.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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