Der Kryptomarkt bleibt massiv unter Druck. Bitcoin notiert nur noch knapp über 61.000 US-Dollar und hat auf Wochensicht rund 15 Prozent verloren. Von bullischem Momentum fehlt derzeit jede Spur.

Stattdessen dominieren Unsicherheit, Kapitulation und weitere Abverkäufe das Marktgeschehen. Viele Anleger fragen sich inzwischen, ob der Bärenmarkt noch lange nicht vorbei ist.

Besonders bemerkenswert: Ein viel beachteter Langfrist-Indikator signalisiert aktuell einen Bereich, der historisch oft mit extremer Angst und Pessimismus zusammenfiel. Laut dem Bitcoin Rainbow Chart befindet sich Bitcoin inzwischen wieder in der Zone „Bitcoin is dead“ – ein Bereich, der in der Vergangenheit häufig attraktive Einstiegsgelegenheiten markierte.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Kapital wandert aktuell massiv von Bitcoin in boomende KI-Unternehmen.
  • OpenAI, Anthropic und SpaceX ziehen Milliarden institutioneller Investorengelder an.
  • Saylor sieht Kapitalrotation statt fundamentaler Schwäche bei Bitcoin aktuell.

Bitcoin Rainbow Chart signalisiert „Bitcoin is dead“

Der von Analysten häufig genutzte Bitcoin Rainbow Chart gehört zu den bekanntesten Langfrist-Indikatoren im Kryptomarkt. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Trading-Tool, sondern um ein Bewertungsmodell, das den Bitcoin-Kurs auf einer logarithmischen Wachstumskurve darstellt. Die verschiedenen Farben symbolisieren unterschiedliche Marktphasen – von extremer Unterbewertung bis hin zu spekulativen Übertreibungen.

Am oberen Ende befinden sich rote Bereiche mit Bezeichnungen wie „Maximum Bubble Territory“ oder „Sell. Seriously, SELL!“. Dort notierte Bitcoin historisch häufig nahe wichtiger Zyklushochs. Die unteren blauen und violetten Bereiche stehen dagegen für starke Unterbewertungen. Die aktuell erreichte Zone trägt die Bezeichnung „Bitcoin is dead“ und beschreibt Phasen, in denen das Marktvertrauen besonders gering ist.

Der Hintergrund: Bitcoin wächst langfristig nicht linear, sondern folgt über viele Jahre einer logarithmischen Kurve. Der Rainbow Chart versucht, diese Entwicklung mathematisch abzubilden und dadurch Über- oder Unterbewertungen sichtbar zu machen. Genau deshalb wird der Indikator vor allem von langfristigen Investoren genutzt.

Historisch betrachtet waren Besuche in den unteren Rainbow-Bereichen selten. Nach dem Corona-Crash 2020 sowie während des Bärenmarktes 2022 folgten auf ähnliche Bewertungen später deutliche Erholungsbewegungen. Dennoch liefert der Rainbow Chart keine Garantie für unmittelbar steigende Kurse. Er zeigt lediglich, dass Bitcoin im historischen Vergleich relativ günstig bewertet erscheint.

Gerade in ausgeprägten Bärenmärkten können günstige Bewertungen über Monate bestehen bleiben. Kurzfristig dominiert weiterhin der Abwärtstrend. Langfristig signalisiert der Rainbow Chart jedoch, dass sich Bitcoin mittlerweile wieder in einer Bewertungszone bewegt, die in vergangenen Marktzyklen häufig attraktive Chancen für geduldige Anleger bot.

KI-Boom statt Bitcoin-Problem: Das steckt hinter dem Bitcoin-Crash

Für Michael Saylor liegt die Ursache der aktuellen Bitcoin-Schwäche nicht in fundamentalen Problemen des Netzwerks. Der Executive Chairman von Strategy argumentiert vielmehr, dass derzeit eine massive Kapitalrotation stattfindet. Während Bitcoin-ETFs seit Mitte Mai Milliardenabflüsse verzeichneten, fließen enorme Summen in den boomenden KI-Sektor. Laut Saylor haben die Kapitalmärkte innerhalb von nur sechs Monaten rund 400 Milliarden US-Dollar für den Ausbau von Künstlicher Intelligenz bereitgestellt.

Besonders stark profitieren dabei Unternehmen und Projekte rund um KI-Infrastruktur. Anleger positionieren sich für mögliche Börsengänge und Finanzierungsrunden von Schwergewichten wie OpenAI, Anthropic sowie der Raumfahrtfirma SpaceX. Diese Unternehmen gelten als potenzielle Gewinner der nächsten Technologiewelle und ziehen derzeit enorme Mengen an Risikokapital an.

Nach Ansicht Saylors bedeutet dies jedoch keine strukturelle Schwäche von Bitcoin. Vielmehr würden Investoren kurzfristig Liquidität aus verschiedenen Anlageklassen abziehen, um von den Chancen im KI-Sektor zu profitieren. Der Verkaufsdruck bei den Bitcoin-ETFs sei daher eher Ausdruck einer Umschichtung von Kapital als eines Vertrauensverlusts in die führende Kryptowährung.

Saylor bezeichnet die aktuelle Entwicklung deshalb als schlichte Kapitalrotation. Die hohe Volatilität sei aus seiner Sicht kein Warnsignal, sondern Teil normaler Marktzyklen. Sobald sich die Kapitalströme wieder normalisieren und die KI-Euphorie abkühlt, könnte auch Bitcoin erneut stärker von institutionellem Kapital profitieren. Für langfristige Anleger sieht Saylor die aktuelle Schwächephase daher eher als temporären Gegenwind denn als Zeichen einer dauerhaften Trendwende.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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