Bitcoin zeigt sich zum Wochenausklang weiter robust. Während die US-Aktienfutures vor dem Handelsstart leicht im Minus notieren und erste Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Verlaufshochs sichtbar werden, hält sich Bitcoin stabil über der Marke von 80.000 US-Dollar. Damit notiert die größte Kryptowährung nahe des höchsten Stands seit Januar und signalisiert relative Stärke gegenüber klassischen Risikoassets.
Dennoch bleibt Bitcoin noch immer mehr als 30 Prozent unter dem Allzeithoch. Genau deshalb achten Anleger jetzt besonders auf Onchain-Daten und institutionelle Einschätzungen. Sowohl aktuelle Analysen von Swissblock als auch neue Aussagen von JPMorgan liefern nun Argumente dafür, dass Bitcoin strukturell weiter Vorteile gegenüber vielen Altcoins besitzen könnte.
Das Wichtigste im Überblick:
- Risk-Metrik zeigt anhaltende Schwächen der Bitcoin-Bären, mehr Kurspotenzial vorhanden.
- JPMorgan präferiert Bitcoin gegen Altcoins, fundamentale Probleme im Altcoin-Segment.
- Bitcoin-Wale verkaufen nicht mehr – bullische Trendwende indiziert.
Bären verlieren Kontrolle: Kaum mehr Verkaufsdruck bei Bitcoin
Neue Daten von Glassnode und Einschätzungen des Analysehauses Swissblock deuten darauf hin, dass Bitcoin aktuell nicht unter starkem Verkaufsdruck steht. Besonders auffällig ist dabei die Entwicklung des sogenannten „Risk Index“ in Kombination mit der „Supply in Profit/Loss“-Metrik. Laut der Analyse befindet sich der Markt derzeit nicht in einer klassischen Stressphase, obwohl Bitcoin zuletzt deutlich unter dem Allzeithoch gehandelt wurde.
Bitcoin is not under selling-pressure stress.
So far, selling pressure has been absorbed.
But history gives us a warning:
When Supply in Profit and Supply in Loss begin to compress together, while the Risk Index moves out of low-risk territory, it precede a distribution… pic.twitter.com/JZOCSqYd2m
— Bitcoin Vector (@bitcoinvector) May 14, 2026
Die Daten zeigen vielmehr, dass Verkaufsdruck zuletzt absorbiert wurde. Genau das gilt als bullisches Zeichen. Denn obwohl viele Anleger nach den starken Schwankungen Gewinne mitnehmen könnten, bleibt die Zahl der Coins im Profit relativ stabil. Gleichzeitig steigt die Menge an Bitcoin, die wieder langfristig gehalten wird. Historisch problematisch wurde es laut Glassnode immer erst dann, wenn sich „Supply in Profit“ und „Supply in Loss“ stark annähern und gleichzeitig der Risk Index wieder deutlich in den Hochrisikobereich steigt.
Genau dieses Szenario sehen Analysten derzeit aber nicht. Der Risk Index ist zuletzt vielmehr deutlich gefallen und bewegt sich aktuell wieder nahe der Low-Risk-Zone. Das deutet darauf hin, dass der Markt momentan eher eine Phase der Absorption und Stabilisierung erlebt. Bereits nach früheren größeren Rücksetzern folgten aus solchen Marktphasen häufig neue Aufwärtsbewegungen.
Swissblock argumentiert deshalb, dass die Bären aktuell Schwierigkeiten haben, nachhaltigen Verkaufsdruck aufzubauen. Trotz makroökonomischer Unsicherheit, schwächerer Aktienfutures und anhaltender Vorsicht institutioneller Anleger bleibt Bitcoin stabil über wichtigen Unterstützungen. Genau diese relative Stärke könnte laut Analysten mittelfristig den Grundstein für eine neue Dynamik legen.
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JPMorgan sieht weiter Vorteile für Bitcoin gegenüber Ethereum und Altcoins
Auch von institutioneller Seite bekommt Bitcoin derzeit Rückenwind. Laut aktuellen Aussagen von JPMorgan könnten Ethereum und viele Altcoins weiterhin schlechter abschneiden als Bitcoin, sofern sich fundamentale Kennzahlen im Kryptomarkt nicht deutlich verbessern. Konkret verweist die Großbank auf schwache Netzwerkaktivität, stagnierende DeFi-Nutzung und fehlende reale Anwendungen vieler Altcoin-Ökosysteme.
Besonders kritisch bewertet JPMorgan dabei die Entwicklung rund um Ethereum. Zwar bleibt Ethereum das wichtigste Smart-Contract-Netzwerk, doch laut der Analyse fehlt aktuell die Dynamik bei Nutzerwachstum und Transaktionsaktivität. Gleichzeitig hätten viele Layer-2-Lösungen Liquidität fragmentiert, wodurch das Wachstum des Mainnets gebremst werde.
🚨 LATEST: JPMorgan warns that Ether and altcoins could continue underperforming Bitcoin without meaningful improvements in network activity, DeFi, and real world applications. pic.twitter.com/ysBPzoszL2
— Cointelegraph (@Cointelegraph) May 15, 2026
Bitcoin profitiert laut JPMorgan dagegen zunehmend von seinem klaren Narrativ als digitales Wertaufbewahrungsmittel. Vor allem institutionelle Anleger würden Bitcoin weiterhin bevorzugen, da die Kryptowährung regulatorisch klarer eingeordnet sei und eine deutlich stärkere Marktposition besitze. Hinzu kommt, dass die Spot-Bitcoin-ETFs weiterhin als struktureller Nachfragefaktor gelten.
Die Analysten betonen zudem, dass viele Altcoins aktuell Schwierigkeiten haben, reale wirtschaftliche Nutzung nachzuweisen. Genau deshalb könnte Bitcoin seine Dominanz im Markt weiter ausbauen. Während Ethereum und kleinere Netzwerke stärker auf Innovation und tatsächliche Adoption angewiesen seien, profitiere Bitcoin vor allem von Knappheit, Liquidität und institutionellem Vertrauen.
Damit verdichten sich aktuell mehrere Signale: Die Onchain-Daten zeigen wenig Verkaufsdruck, während institutionelle Analysten Bitcoin weiter als stärksten Krypto-Asset im aktuellen Marktumfeld sehen.
Bitcoin-Wale stabilisieren sich: Diese Glassnode-Metrik macht Hoffnung
Eine weitere spannende Onchain-Metrik liefert aktuell Hinweise darauf, dass sich der Bitcoin-Markt zunehmend stabilisiert. Konkret geht es um die Anzahl der Wallet-Adressen mit einem Bitcoin-Bestand im Wert von mindestens einer Million US-Dollar. Genau diese Kohorte gilt als besonders relevant, da sie häufig institutionelle Anleger, vermögende Investoren oder langfristig orientierte Bitcoin-Wale repräsentiert.
Nach dem Allzeithoch im Oktober 2025 war hier zunächst ein deutlicher Rückgang sichtbar. Mit dem fallenden Bitcoin-Kurs sank auch die Zahl der Adressen über der Marke von einer Million US-Dollar erheblich. Besonders während der starken Korrekturphase Richtung 60.000 US-Dollar im Februar 2026 kam zusätzlicher Druck in die Metrik. Viele Marktteilnehmer befürchteten damals eine größere Kapitulationsphase.
Doch genau hier zeigt sich nun eine interessante Entwicklung. Seit dem Tiefpunkt im Februar stabilisiert sich die Anzahl der Adressen zunehmend. Während Bitcoin sich wieder über 80.000 US-Dollar zurückkämpft, bleibt die Zahl der Million-Dollar-Adressen vergleichsweise konstant und steigt zuletzt sogar leicht an.
Das ist relevant, weil diese Entwicklung darauf hindeutet, dass größere Marktteilnehmer ihre Positionen offenbar nicht weiter aggressiv abbauen. Stattdessen scheinen viele kapitalkräftige Investoren weiterhin an Bitcoin festzuhalten. Historisch galt genau das häufig als frühes Signal für eine mögliche Bodenbildung.
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