Die US-Indizes beendeten die Woche erneut mit beeindruckender Stärke. Der S&P 500 legte rund 0,8 Prozent zu, während die Nasdaq mit einem Plus von etwa 1,6 Prozent sogar die Marke von 29.000 Punkten knackte.

Besonders auffällig bleibt die Geschwindigkeit dieser Rallye: Viele trendstarke Aktien laufen immer weiter, doch für Neueinstiege wirkt das Chance-Risiko-Verhältnis zunehmend anspruchsvoll. Getragen wird die Bewegung erneut vor allem vom Halbleitersektor. Micron und andere Chipwerte sprangen teils zweistellig an, weil Anleger weiter aggressiv auf KI, Rechenzentren und Energiebedarf setzen.

Bitcoin hinkt dieser Euphorie dagegen klar hinterher und notiert weiterhin mehr als 30 Prozent unter seinem Allzeithoch. Genau darin sehen einige Marktbeobachter jedoch eine mögliche Chance.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Starke Handelswoche für Aktien, neues Allzeithoch in US-Indizes.
  • Anthony Pompliano und Jordi Visser sehen ein bullisches Setup für Bitcoin.
  • Häufig folgen Bitcoin und Altcoins mit zeitlicher Verzögerung auf den Aktienmarkt.

Warum Aktien-Allzeithochs jetzt bullisch für Bitcoin sein könnten

Anthony Pompliano und Jordi Visser ordnen die anhaltenden Allzeithochs am Aktienmarkt nicht als Belastung, sondern als potenziell bullisches Signal für Bitcoin ein. Ihre Kernthese: Das Kapital ist aktuell nicht verschwunden, sondern nur in einem anderen Teil des Risikomarktes gebunden. Anleger jagen derzeit vor allem KI-, Halbleiter- und Energieaktien, weil dort kurzfristig enorme Renditen erzielt werden.

Besonders Retail-Investoren, die Visser als wichtige „Energiequelle“ für Krypto beschreibt, haben ihren Fokus zuletzt stark auf diese Momentum-Trades verlagert.

Genau deshalb leidet Bitcoin aktuell trotz grundsätzlich konstruktiver Makrolage. Die Aufmerksamkeit liegt nicht bei Krypto, sondern bei Nvidia, Micron, Strominfrastruktur, Rechenzentren und allem, was direkt mit dem KI-Boom verbunden ist. Visser sieht diesen Trend jedoch nicht als Konkurrenz zu Bitcoin, sondern als Vorstufe einer möglichen Rotation. Denn KI und Krypto seien eng miteinander verbunden: Beide stehen für Knappheit, digitale Infrastruktur, neue Kapitalströme und spekulatives Wachstum.

Sollte der Aktienmarkt seine Stärke halten, könnten Bitcoin und Ethereum laut dieser Argumentation irgendwann in die breitere Rallye hineingezogen werden. Momentum-Investoren bleiben zunächst beim stärksten Trend. Sobald KI-Aktien aber langsamer steigen oder eine Pause einlegen, könnte Kapital in zurückgebliebene Risikoassets rotieren. Bitcoin wäre dann besonders interessant, weil der Abstand zum Allzeithoch weiterhin groß ist.

Visser geht sogar noch weiter: Auch eine temporäre Korrektur am Aktienmarkt könnte Bitcoin helfen. Wenn Aktien nach einer überhitzten Rallye drei Monate konsolidieren, etwa wegen höherer Inflation, könnten Anleger ihre Positionierung überdenken. Dann würde Kapital aus überlaufenen Aktiensegmenten abfließen und neue Chancen suchen. Für Pompliano und Visser ist die aktuelle Aktienrallye deshalb nicht das Ende der Bitcoin-Story, sondern möglicherweise ihr Treibstoff für die zweite Jahreshälfte.


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Langfristig blieb Bitcoin bislang die klar bessere Wahl

Kurzfristig wirken die Entwicklungen aktuell durchaus widersprüchlich. Während US-Technologieaktien von der KI-Euphorie profitieren und immer neue Höchststände markieren, bleibt Bitcoin weiterhin deutlich unter seinem Allzeithoch zurück. Genau hier kann jedoch ein Schritt zurück helfen.

Denn der langfristige Vergleich zeigt ein völlig anderes Bild. Laut aktuellen Daten aus dem Morgan-Stanley-E*Trade-Report erzielte Bitcoin in den vergangenen zehn Jahren mit Abstand die stärkste Performance unter den großen Anlageklassen. Während Bitcoin durchschnittlich um rund 85,5 Prozent pro Jahr zulegte, kamen Nasdaq-100, S&P 500 und Gold nur auf Werte zwischen etwa 13 und 19 Prozent.

Das verdeutlicht vor allem eines: Bitcoin war historisch extrem volatil, langfristig jedoch außergewöhnlich renditestark. Anleger mussten dabei immer wieder starke Rückschläge aushalten, wurden über längere Zeiträume bislang aber deutlich besser entlohnt als bei klassischen Assets. Genau deshalb bleibt Bitcoin trotz kurzfristiger Schwäche für viele Investoren weiterhin ein strategisch spannendes Asset.

Analyst erwartet jetzt Momentum bei Altcoins

Michaël van de Poppe sieht den Markt aktuell in einer wichtigen Übergangsphase. Seiner Einschätzung nach bewegen sich Risikoassets bei einem Regimewechsel häufig in klaren Wellen: Zuerst zieht die Nasdaq an, anschließend folgt Bitcoin mit einer Verzögerung von ein bis drei Wochen, bevor dann auch Altcoins mit ähnlicher Verzögerung Momentum aufbauen. Genau in dieser letzten Phase befinde sich der Markt nun.

Für den Analysten ist deshalb entscheidend, dass immer mehr Altcoins ausbrechen und nicht mehr nur Bitcoin oder große Tech-Aktien Stärke zeigen. Das könnte auf eine breitere Risikobereitschaft hindeuten.

Wenn Kapital nach der Nasdaq-Rallye und der Bitcoin-Erholung in kleinere Krypto-Assets rotiert, entstehen typischerweise dynamischere Bewegungen. Van de Poppe erwartet daher potenziell mehrere Wochen Altcoin-Momentum, sofern die Marktstruktur stabil bleibt und Bitcoin nicht abrupt schwächelt.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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