Bitcoin notiert aktuell bei rund 66.500 US-Dollar und steckt seit Wochen in einer klar definierten Seitwärtsrange zwischen 60.000 und 72.000 US-Dollar fest. Kurzfristige Ausbrüche in Richtung 75.000 US-Dollar entpuppten sich bislang als klassische Fakeouts. Aus charttechnischer Sicht bleibt das Bild damit eindeutig: Übergeordnet befinden wir uns weiterhin in einem Abwärtstrend, während mittelfristig eine Konsolidierung ohne klare Richtung dominiert. Doch genau in solchen Phasen lohnt sich der Blick unter die Oberfläche – denn On-Chain-Daten geben in der Bitcoin Prognose oft frühzeitig Hinweise darauf, wohin die Reise als Nächstes gehen könnte.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoins werden von Börsen abgezogen, Angebot knapper als 2018.
  • Onchain-Metriken zeigen günstige Bitcoin-Bewertung und langfristige Kaufchance.
  • Kaum Aktivität auf der Bitcoin-Blockchain, Bärenmarkt ist intakt.

Börsenabflüsse auf Extremniveau – Akkumulation wie zum ATH?

Ein besonders spannender Indikator ist die sogenannte Exchange Net Position Change. Dieser misst, ob mehr Bitcoin auf Börsen ein- oder ausgezahlt werden. Negative Werte – wie aktuell deutlich sichtbar – bedeuten, dass mehr BTC von Börsen abgezogen werden. Historisch ist das ein stark bullisches Signal, da Coins in der Regel in Cold Wallets verschoben werden und somit dem unmittelbaren Verkaufsdruck entzogen sind.

Aktuell sehen wir hier massive Abflüsse, die in ihrer Intensität zuletzt rund um das Allzeithoch im Oktober zu beobachten waren. Gleichzeitig zeigt ein zweiter Indikator – der Percent Balance on Exchanges – dass sich der Anteil der Bitcoin auf Börsen auf dem niedrigsten Niveau seit 2018 befindet. Das ist ein strukturell extrem wichtiger Punkt.

Denn: Je weniger Bitcoin auf Börsen liegen, desto geringer ist das kurzfristig verfügbare Angebot. In Kombination mit steigender Nachfrage kann das schnell zu starken Preissprüngen führen. Genau dieses Muster war bereits in früheren Zyklen zu beobachten.

Die aktuelle Entwicklung deutet also klar darauf hin, dass große Marktteilnehmer weiterhin akkumulieren. Trotz Seitwärtsphase und schwachem Momentum scheint im Hintergrund Kapital in den Markt zu fließen – nur eben nicht sichtbar im Preis, sondern in der Angebotsstruktur. Das spricht eher für eine Vorbereitung auf die nächste impulsive Bewegung als für eine Fortsetzung des Abwärtstrends.

Bewertung historisch günstig – MVRV und Profit-Level im Fokus

Neben Angebotsdaten ist auch die Bewertung entscheidend. Hier liefert der MVRV Z-Score wichtige Hinweise. Dieser Indikator setzt den aktuellen Marktwert von Bitcoin ins Verhältnis zum realisierten Wert – also dem durchschnittlichen Kaufpreis aller Coins im Netzwerk. Hohe Werte signalisieren Überbewertung, niedrige Werte hingegen attraktive Einstiegszonen.

Aktuell bewegt sich der MVRV Z-Score deutlich unter den Extremwerten vergangener Bullenmärkte und nähert sich wieder neutralen bis günstigen Bereichen an. Historisch betrachtet waren genau diese Zonen häufig gute Kaufgelegenheiten – insbesondere im mittleren Zyklusverlauf.

Ein ähnliches Bild zeigt der Indikator Percent Supply in Profit. Dieser misst, wie viel Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots aktuell im Gewinn sind. Nach starken Korrekturen fällt dieser Wert typischerweise deutlich ab – genau das sehen wir aktuell.

Der Anteil profitabler Coins ist klar zurückgegangen und bewegt sich inzwischen in Regionen, die in der Vergangenheit häufig lokale Tiefpunkte markierten. Psychologisch bedeutet das: Viele Marktteilnehmer sitzen nicht mehr auf großen Gewinnen, was Verkaufsdruck reduziert und gleichzeitig neue Einstiegsmöglichkeiten schafft.

Die Kombination aus moderatem MVRV Z-Score und reduziertem Profit-Level deutet darauf hin, dass Bitcoin aktuell weder überbewertet noch in einer Euphoriephase ist. Vielmehr befinden wir uns in einer Übergangsphase, die historisch oft den Boden für die nächste Aufwärtsbewegung gelegt hat.

Netzwerkaktivität schwach – Bärenmarkt-Niveau als Kontraindikator?

Während Angebots- und Bewertungsdaten eher bullisch wirken, zeigt ein dritter Bereich ein deutlich anderes Bild: die Netzwerkaktivität. Die Active Address Momentum sowie die absolute Anzahl aktiver Adressen liefern hier wichtige Einblicke.

Das Active Address Momentum vergleicht kurzfristige mit langfristigen Trends der Netzwerkaktivität. Aktuell liegt der kurzfristige Durchschnitt klar unter dem langfristigen – ein Zeichen für eine Kontraktion im Netzwerk. Vereinfacht gesagt: Es gibt weniger aktive Nutzer und weniger Transaktionen als im längerfristigen Durchschnitt.

Auch die absolute Zahl der aktiven Adressen bestätigt dieses Bild. Diese befindet sich aktuell auf einem Niveau, das zuletzt im Jahr 2018 – also im klassischen Bärenmarkt – gesehen wurde. Das ist zunächst ein klar bärisches Signal, da eine schwache Nutzung oft mit geringer Nachfrage einhergeht.

Doch genau hier wird es interessant: Historisch waren Phasen extrem niedriger Aktivität oft Wendepunkte. Wenn das Netzwerk „tot wirkt“, sind viele schwache Hände bereits aus dem Markt gespült. Übrig bleiben langfristige Investoren – und genau diese Phase bildet häufig die Grundlage für neue Aufwärtszyklen.

Die aktuelle Situation lässt sich daher als klassische Divergenz beschreiben: Während die Aktivität schwach ist, zeigen Angebots- und Bewertungsdaten Stärke. Solche Konstellationen traten in der Vergangenheit häufig kurz vor größeren Trendwechseln auf.

Bitcoin steckt aktuell zwar charttechnisch in einer richtungslosen Phase, doch die On-Chain-Daten zeichnen ein deutlich differenzierteres Bild. Massive Börsenabflüsse, historisch niedrige Angebotsniveaus auf Exchanges und eine zunehmend attraktive Bewertung sprechen eher für eine Akkumulationsphase. Gleichzeitig signalisiert die schwache Netzwerkaktivität eine späte Phase der Konsolidierung. Genau diese Kombination könnte sich im Nachhinein als Ausgangspunkt für die nächste größere Bewegung entpuppen.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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