Der Kryptomarkt startet mit spürbarem Gegenwind in den Februar. Am Wochenende setzte sich der Verkaufsdruck fort. Bitcoin verlor auf Wochensicht rund zwölf Prozent und rutschte zeitweise auf den tiefsten Stand seit etwa zehn Monaten. Vom Verlaufstief unter 75.000 US-Dollar konnte sich die größte Kryptowährung zwar leicht erholen, konsolidiert aktuell jedoch nur bei rund 77.500 US-Dollar. Besonders hart traf es die Altcoins: Viele verzeichneten innerhalb einer Woche zweistellige Verluste und gaben teils über 20 Prozent nach, von ohnehin bereits stark gedrückten Kursniveaus.

Ein genauer Blick auf den aktuellen Krypto-Crash zeigt bekannte Muster. Doch welchen gemeinsamen Nenner hat jeder Krypto-Crash, was wiederum Hoffnung für Anleger macht?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Kryptomarkt startet schwach in den Februar, begleitet von starkem Verkaufsdruck.
  • Bitcoin verliert zweistellig, während Altcoins innerhalb weniger Tage massiv einbrechen.
  • Panikverkäufe und Liquidationen ähneln auffällig früheren Crash-Phasen der Marktgeschichte.
  • Historisch wirkte jeder Einbruch existenziell, relativierte sich jedoch im langfristigen Chart.
  • Der aktuelle Abverkauf betrifft nicht nur Krypto, sondern nahezu alle Asset-Klassen.
  • Bitcoin nähert sich einer langfristig wichtigen Supportzone zwischen 72.000 und 77.000 Dollar.
  • Fed-Sorgen und sinkende Liquidität belasten Risikoanlagen und verstärken die Abwärtsdynamik.

Diesen gemeinsamen Nenner hat jeder Krypto-Crash

Die Analysten vom Kobeissi Letter bringen einen zentralen Gedanken auf den Punkt, der sich durch alle großen Bitcoin-Crashs der Geschichte zieht: In jeder Phase fühlte sich der Einbruch wie das Ende von Bitcoin an, rückblickend wurden diese jedoch zu einer Randnotiz im langfristigen Chart. Ob Mt.-Gox-Kollaps, das Platzen der ICO-Blase, der Corona-Schock, der FTX-Zusammenbruch oder geopolitische Verwerfungen – der Auslöser war stets unterschiedlich. Der emotionale Ablauf hingegen war fast identisch, was die heutige Bitcoin Prognose beeinflusst.

In jeder dieser Phasen dominierten Angst, Liquidationen und der Eindruck, dass „diesmal alles anders“ sei. Kurse fielen in kurzer Zeit extrem, Marktteilnehmer verloren das Vertrauen, und viele erklärten Bitcoin für gescheitert. Genau dieses Muster zeigt auch die aktuelle Marktphase. Der Rückgang wirkt brutal, vor allem im Vergleich zu den zuvor erreichten Höchstständen und wird von einem breiten Abverkauf bei Altcoins begleitet.

Der gemeinsame Nenner, auf den die Grafik verweist, liegt jedoch im langfristigen Verlauf: Jeder dieser Crashs wurde mit genügend zeitlichem Abstand relativiert. Was im Moment existenziell wirkte, schrumpfte im größeren Bild zu einer Korrektur innerhalb eines übergeordneten Trends. Historisch folgten auf Phasen maximaler Unsicherheit stets neue Akkumulationsphasen und letztlich höhere Bewertungsniveaus.

Gerade deshalb kann die aktuelle Situation Mut machen. Nicht, weil kurzfristige Risiken verschwunden wären, sondern weil die Geschichte zeigt, dass extremer Pessimismus oft den Grundstein für die nächste strukturelle Wachstumsphase gelegt hat.

Extreme Angst als Kontra-Indikator

Aktuell sehen wir mit einem Fear-and-Greed-Index von 15 wieder einen Wert, der extreme Angst zeigt.

Fear and Greed

Der aktuelle Abverkauf ist kein isoliertes Kryptophänomen und auch nicht ausschließlich auf Bitcoin begrenzt. Vielmehr zeigt sich zum Wochenstart eine ungewöhnlich breite Schwäche über nahezu alle Asset-Klassen hinweg.

Rohstoffe geraten massiv unter Druck, Edelmetalle verlieren deutlich, Energie-Commodities verzeichnen zweistellige Rückgänge und selbst Aktienmärkte starten klar im Minus in die neue Handelswoche. Bitcoin und Ethereum fügen sich damit in ein globales Risk-off-Umfeld ein, das von erhöhter Volatilität und Kapitalabbau geprägt ist. Der Crash spiegelt somit eine übergreifende Marktverunsicherung wider, kein singuläres Problem des Kryptomarktes. Nichtsdestotrotz gehört zur Wahrheit eben auch, dass der Kryptomarkt zuletzt monatelange Schwäche zeigte.

Bitcoin nähert sich langfristigem Support

Die Korrekturbewegung im Bitcoin-Markt hat sich zuletzt noch einmal spürbar verschärft. Die Abwärtsdynamik bleibt hoch, weshalb weiterhin Vorsicht geboten ist, bevor Anleger versuchen, in ein sprichwörtlich fallendes Messer zu greifen. Aktuell deutet wenig auf eine schnelle, V-förmige Erholung hin. Wahrscheinlicher erscheint zunächst eine Phase der Stabilisierung, in der sich Angebot und Nachfrage neu neu austarieren.

Bitcoin

Trotzdem rückt nun ein technisch spannender Bereich in den Fokus. Ein Blick auf den Wochenchart zeigt, dass sich Bitcoin einer langfristig wichtigen Supportzone nähert. Der Bereich zwischen rund 72.000 und 77.000 US-Dollar spielte bereits 2024 eine zentrale Rolle, als der Markt mehrfach an diesem Niveau scheiterte. Auch Anfang 2025, im Umfeld der Tiefs im März und April, diente diese Zone als Basis für die anschließende Rally bis zum Allzeithoch.

Zur Wahrheit gehört jedoch auch: Die letzte Wochenkerze wirkt klar bearish. Der Verkaufsdruck ist weiterhin hoch, weshalb zunächst eine sichtbare Marktreaktion in dieser Zone abgewartet werden sollte. Wer sein Krypto-Portfolio aufbauen möchte, wartet ergo eine Reaktion ab oder steigt gestaffelt in den Markt.

Fed-Sorgen belasten Risk-on-Assets

Den einen klaren Auslöser für den aktuellen Krypto-Crash oder die ausgeprägte Risk-off-Stimmung gibt es kaum. Wie so oft treffen mehrere Faktoren zusammen, die sich gegenseitig verstärken. Ein besonders naheliegender Punkt ist jedoch die mögliche Neuausrichtung der US-Geldpolitik.

Mit Kevin Warsh als wahrscheinlich neuem Vorsitzenden der Federal Reserve rückt ein Kandidat in den Fokus, der zwar Zinssenkungen nicht grundsätzlich ausschließt, sich jedoch deutlich kritisch gegenüber weiterem Quantitative Easing positioniert.

Warsh hat zuletzt mehrfach betont, dass die Bilanz der US-Notenbank aus seiner Sicht zu groß sei und langfristig reduziert werden müsse. Genau diese Aussicht wirkt belastend auf die Märkte. Eine schrumpfende Fed-Bilanz bedeutet weniger Liquidität. Dies ist dann ein Umfeld, in dem risikoreiche Anlageklassen wie Kryptowährungen, Aktien und auch Rohstoffe historisch unter Druck geraten. Entsprechend reagieren die Märkte sensibel, noch bevor konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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