Bitcoin zeigt sich zum Start ins Jahr 2026 wenig dynamisch und kommt aktuell kaum vom Fleck. Nach einem Rückgang von rund 6 Prozent in den letzten sieben Tagen sind die bisherigen Jahresgewinne nahezu wieder aufgezehrt, auch nach fast vier Wochen verläuft die Kursentwicklung weitgehend seitwärts. Viele Anleger scheinen derzeit bewusst Risiken einzupreisen und agieren vorsichtig. Ein zunehmend diskutierter Unsicherheitsfaktor ist dabei das Thema Quantencomputer und die mögliche Bedrohung für die Kryptografie.

Genau hier setzt Coinbase nun mit konkreten Vorbereitungen an, umso mehr überrascht die kritische Reaktion von Michael Saylor.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Coinbase gründet ein Advisory Board, um Bitcoin frühzeitig gegen Quantencomputer abzusichern.
  • Ziel ist es, Risiken zu bewerten und konkrete Schutzmaßnahmen vorzubereiten.
  • Analyst Ignas sieht darin ein wichtiges Signal gegen die wachsende Quantum-FUD.
  • Charles Edwards betont, dass die Zeit für ein Bitcoin-Upgrade gefährlich knapp wird.
  • Michael Saylor warnt hingegen vor opportunistischen Reformern und überstürzten Protokolländerungen.
  • Viele Analysten widersprechen und sehen Quantencomputer als deutlich größeres reales Risiko.
  • Kritiker erinnern daran, dass Stillstand Bitcoin gegenüber externen Bedrohungen verwundbar machen könnte.

Coinbase rüstet sich gegen Quantencomputer

In der vergangenen Woche hat Coinbase einen wichtigen strategischen Schritt angekündigt. Der größte US-Krypto-Broker hat ein unabhängiges Advisory Board zum Thema Quantencomputing und Blockchain ins Leben gerufen. Hintergrund ist die wachsende Sorge, dass leistungsfähige Quantencomputer in Zukunft die heute verwendeten kryptografischen Verfahren von Bitcoin, Ethereum und vielen anderen Netzwerken angreifen könnten. Zwar gelten diese Systeme aktuell noch als sicher. Doch die Branche weiß, dass technologische Durchbrüche oft schneller kommen als erwartet. Für zukünftige Krypto Prognosen werden damit Quantencomputer-Risiken zu einem wichtigen Thema.

Mit dem neuen Expertengremium will Coinbase frühzeitig bewerten, wie real diese Bedrohung ist und welche konkreten Schritte nötig sind, um sich darauf vorzubereiten. Die Gruppe soll regelmäßig Einschätzungen veröffentlichen und im Fall wichtiger Durchbrüche in der Quantenforschung zeitnah reagieren. Parallel dazu arbeitet Coinbase bereits an einer eigenen „Post-Quantum-Roadmap“. Dazu gehören unter anderem Verbesserungen beim Umgang mit Bitcoin-Adressen, eine modernere interne Schlüsselverwaltung und die langfristige Integration neuer, quantensicherer Signaturverfahren.

Auch der Krypto-Analyst Ignas ordnet die Ankündigung von Coinbase vor allem als wichtiges Signal gegen die aktuelle „Quantum FUD“ ein, die auf dem Bitcoin-Kurs lastet. Seiner Einschätzung nach kann Coinbase zwar den Bitcoin-Code nicht im Alleingang ändern, aber sehr wohl Führung übernehmen: Forschung finanzieren, dem Thema Dringlichkeit verleihen und Institutionen zeigen, dass die Branche die Gefahr ernst nimmt. Da Coinbase selbst Milliarden in Bitcoin hält, steht für das Unternehmen enorm viel auf dem Spiel. Würden Quantencomputer Wallets oder Bitcoin selbst gefährden, wäre das Kerngeschäft bedroht. Gerade weil Brian Armstrong langfristig extrem bullisch ist, erwartet Ignas starken Einsatz.

Derweil drängt die Zeit, so der folgende Experte. Denn für Charles Edwards unterstreicht die aktuelle Entwicklung vor allem die zeitliche Dringlichkeit des Themas. Er argumentiert, dass Bitcoin 2025 in eine Art „Quantum Event Horizon“ eingetreten sei. Erstmals sei der Zeitraum, bis Quantencomputer mit einer realistischen Wahrscheinlichkeit die heutige Kryptografie brechen könnten, kürzer als die Zeit, die das Bitcoin-Ökosystem für ein umfassendes Upgrade benötigen könnte. Genau deshalb habe sich Bitcoin zuletzt von globaler Liquidität und Geldmengenentwicklung entkoppelt. Kapital beginne, dieses Risiko einzupreisen.

Michael Saylor warnt vor falschen Reformern

Michael Saylor widerspricht derweil der Dringlichkeit um mögliche Quantenrisiken und setzt einen anderen Schwerpunkt. Für ihn liegt die größte Gefahr für Bitcoin nicht in einer fernen technologischen Bedrohung, sondern in Menschen, die unter dem Vorwand der Sicherheit oder Innovation tiefgreifende Protokolländerungen durchsetzen wollen. Solche „ambitionierten Opportunisten“ könnten, so seine implizite Warnung, die Stabilität und die bewährten Grundprinzipien von Bitcoin untergraben. Saylor sieht Bitcoin gerade deshalb als so wertvoll an, weil das Protokoll extrem konservativ und schwer veränderbar ist. Überstürzte oder politisch motivierte Eingriffe hält er für riskanter als theoretische Quantenangriffe.

Das Echo auf Michael Saylors Aussage fällt jedoch kritisch aus. Mehrere bekannte Analysten und Entwickler widersprachen öffentlich und warfen ihm vor, die eigentliche Risikolage zu verkennen. So verweist der Solana-Entwickler Mert Mumtaz darauf, dass die Formulierung „die größte Gefahr seien Menschen, die Bitcoin weiterentwickeln wollen“ kaum als weitsichtige Analyse tauge.

Udi Wertheimer ging noch weiter und erinnerte daran, dass Saylor in der Vergangenheit schon einmal mit sehr selbstsicheren Prognosen falsch lag, etwa als er Ethereum einen Spot-ETF kategorisch abgesprochen hatte, kurz bevor genau dieser genehmigt wurde.

Fred Krueger bringt ebenfalls Gegenposition auf den Punkt: Für ihn ist nicht Evolution das Problem, sondern die reale technologische Bedrohung durch Quantencomputer. Diese dürfte die zukünftige Bitcoin Prognose massiv beeinflussen.

Der Tenor vieler Reaktionen lautet daher: Bitcoin verdankt seine Stärke zwar seiner Stabilität, aber genau diese Stabilität darf nicht mit Stillstand verwechselt werden.

Bitcoin Treasury

Gerade bei Michael Saylor sorgt diese Aussage für Verwunderung, weil kaum jemand so stark vom Vertrauen in Bitcoin abhängt wie er selbst. Mit Strategy führt er das weltweit größte Bitcoin-Treasury-Unternehmen und hält mit rund 709.000 BTC eine gewaltige Position in der Kryptowährung. Der gesamte Unternehmenswert und die Investmentstory basieren darauf, dass Investoren langfristig an die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit von Bitcoin glauben. Umso überraschender wirkt es, wenn ausgerechnet Saylor vor notwendigen Weiterentwicklungen warnt.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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