Das französische Unternehmen Ledger steht offenbar kurz vor einem bedeutenden Schritt an die Börse. Mehreren aktuellen Berichten zufolge bereitet das Unternehmen einen Initial Public Offering (IPO) in den Vereinigten Staaten vor. Dabei strebt das Unternehmen eine Bewertung von über 4 Milliarden US-Dollar an. Es handelt sich um den weltweit führenden Hersteller von Hardware Krypto Wallets.
Das Wichtigste im Überblick:
Von Paris nach New York – Der Kapitalmarkt ruft
Ledger, 2014 in Paris gegründet, ist vor allem durch seine Ledger Nano S, Nano X und neueren Modelle bekannt geworden. Die Geräte gelten bei weiten Teilen der Krypto-Community als Goldstandard für Krypto Wallets. Vor allem da sie die sichere, eigenverwaltete Aufbewahrung von Bitcoin, Ethereum und Tausenden anderen Kryptowerten offline gewährleisten.
CEO Pascal Gauthier erklärte bereits im November 2025 gegenüber dem Financial Times, dass das Unternehmen 2026 entweder einen Börsengang in New York oder eine große private Finanzierungsrunde anstrebe. Mittlerweile verdichten sich die Hinweise, dass die Entscheidung zugunsten eines IPO gefallen ist.
Big Banks an Bord – Goldman Sachs, Jefferies und Barclays
Ledger soll laut der Financial Times die renommierten Wall-Street-Institute Goldman Sachs, Jefferies und Barclays mandatiert haben, den Börsengang zu begleiten. Der Prozess könnte bereits im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden. Weiteren Infos zufolge soll das Unternehmen eine Bewertung von über 4 Mrd. USD anstreben.
Die Bewertung würde dabei einen massiven Sprung gegenüber bisherigen Bewertungen stellen. Bei der letzten großen Finanzierungsrunde im Jahr 2023 lag die Unternehmensbewertung noch bei etwa 1,5 Milliarden Dollar. Das entspräche einer mehr als 2,5-fachen Steigerung in nur knapp drei Jahren.
Der Zeitpunkt ist dabei kein Zufall. Gaulthier hat in einem Interview bereits angedeutet, dass 2025 ein Rekordjahr für Ledger sein wird, wobei die Einnahmen erstmals im sechstelligen Bereich lägen. Der aktuelle Investitionszyklus brachte viele neue Investoren, die zum ersten Mal Bitcoin kaufen und ihre Coins sicher verwahren wollen, greifen zu Ledger-Geräten, was den Umsatzrekord 2025 maßgeblich mit erklärt und die hohe IPO-Bewertung untermauert.
Hacks und gezielte Raubüberfälle auf Ledger-Kunden überschatten den Erfolg
Allerdings begann das Jahr für Ledger durchaus mit schlechten Nachrichten. Am 5. Januar fand ein Datenleck bei Ledger statt, wie wir berichteten. Diesmal nicht in den eigenen Systemen, sondern beim Drittanbieter Global-e, einem Zahlungs- und E-Commerce-Partner, der seit etwa 2023 internationale Bestellungen auf Ledger.com abwickelt.
Hacker erhielten unbefugten Zugriff auf Teile der Global-e-Cloud und kopierten personenbezogene Daten von Kunden, darunter Vor- und Nachnamen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Postadressen sowie Bestelldetails (Produkte, Preise, Bestellnummern).
Sensible Kryptodaten wie Private Keys, Seed Phrases, Wallet-Bestände oder Zahlungskartendaten waren nicht betroffen. Dennoch begann eine erneute Welle gezielter Phishing- und Social-Engineering-Attacken. Auch gezielte Raubüberfälle auf Anleger, die in Kryptowährungen investieren, nehmen in den letzten Jahren zu. Diese könnten in Zukunft auch auf das Datenleck von diesem Monat zurückzuführen sein.
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