Der Bitcoin-Markt ist deutlich stärker ins Jahr 2026 gestartet als viele Analysten erwartet hatten. Nach einer enttäuschenden Jahresrendite im Jahr 2025 ist der Auftakt gelungen. Allein in der vergangenen Woche legte Bitcoin rund 6 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht bereits ein Plus von etwa 9 Prozent zu Buche. Aktuell konsolidiert die wertvollste Kryptowährung der Welt stabil oberhalb der Marke von 95.000 US-Dollar. Dennoch bleibt die Stimmung nicht durchweg euphorisch.
Einige Analysten warnen vor einer möglichen Bullenfalle und sehen die jüngste Erholung noch nicht als endgültigen Wiederaufnahme des Bullenmarkts.
In dieser Phase lohnt sich stets ein genauer Blick auf das Verhalten großer Marktteilnehmer. Denn gerade die Aktivitäten der Kryptowale liefern oft entscheidende Hinweise auf die nächsten größeren Bewegungen.
Das Wichtigste im Überblick:
- Bitcoin startet stark ins Jahr 2026, doch einige Analysten warnen vor Bullenfalle.
- On-Chain-Daten zeigen deutlich sinkenden Verkaufsdruck bei langfristigen OG-Bitcoin-Investoren.
- Die jüngste Korrektur war schmerzhaft, gilt aber als gesunde Marktbereinigung.
- Neue Wale rutschen erstmals in Verluste, alte Wale bauen Gewinnpuffer ab.
- Die Zahl der Wallets mit über zehn Bitcoin stabilisiert sich erstmals seit Jahren.
- Aktivität von kleinen und großen Investoren steigt, ohne bisherige Überhitzungssignale.
- Technisch bleibt der Ausbruch über 94.000 Dollar entscheidend für den nächsten Aufwärtsimpuls.
Bitcoin-OGs bremsen Verkaufsdruck deutlich
Eine neue Analyse von CryptoQuant zeigt, dass die Aktivität der sogenannten OG-Bitcoin-Investoren zuletzt stark zurückgegangen ist. Als OGs gelten hier Halter, deren Coins seit mehr als fünf Jahren nicht bewegt wurden. Betrachtet wird die Anzahl der von ihnen ausgegebenen UTXOs, geglättet über einen 90-Tage-Durchschnitt. Während diese langfristigen Investoren in diesem Zyklus zunächst außergewöhnlich aktiv waren und sogar mehr verkauft haben als im vorherigen Marktzyklus, hat sich das Bild zuletzt klar verändert.
OG Bitcoin activity has dropped sharply
“This suggests that OGs have also slowed down their selling… The prevailing trend now seems to lean more toward holding rather than distribution.” – By @Darkfost_Coc pic.twitter.com/Ds6NRnpJpm
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) January 15, 2026
Der letzte Aktivitäts-Peak lag noch bei rund 2.300 BTC im 90-Tage-Schnitt, inzwischen ist dieser Wert auf etwa 1.000 BTC gefallen. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck aus dieser wichtigen Gruppe spürbar nachlässt.
Gerade weil dieser Zyklus durch institutionelle Käufer und sogar staatliche Nachfrage ein ideales Umfeld für Gewinnmitnahmen bot, ist diese Zurückhaltung bemerkenswert.
So spricht vieles dafür, dass die OGs zunehmend vom Verkaufen ins Halten übergehen – ein potenziell positives Signal für den Bullenmarkt.
Bitcoin-Korrektur trifft Anleger besonders hart
Eine weitere Analyse von CryptoQuant wirft einen detaillierten Blick auf die jüngste Korrektur im laufenden Bitcoin-Bullenzyklus. Dieser könnte eine Bereinigung gewesen sein. Der jüngste Rücksetzer war für viele Marktteilnehmer der bislang schmerzhafteste. Die Analysten vergleichen drei größere Abverkäufe und zeigen, dass der jüngste Einbruch in mehreren zentralen On-Chain-Metriken deutlich stärkere Belastungen verursacht hat als zuvor. Besonders auffällig ist der realisierte Verlust, der mit rund 5,8 Milliarden US-Dollar ein neues Hoch erreicht.
Gleichzeitig stieg die Menge der im Verlust befindlichen Bitcoins auf etwa 7,5 Millionen BTC, deutlich mehr als bei den vorherigen Korrekturen.
The On-Chain Pain of Bitcoiners
“This is the first time in this cycle that New Whales have moved into net unrealized loss territory. Old Whales ratio fell to the 1.11 level. The last time this occurred after an ATH in both indicators was in May 2022.” – By @_onchain pic.twitter.com/9ROHlag6gY
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) January 13, 2026
Auch die Kennzahl NUPL, die den nicht realisierten Gewinn oder Verlust im Markt misst, fiel auf 0,33 und zeigt, dass ein großer Teil der zuvor aufgebauten Buchgewinne abgebaut wurde. Kurzfristige Anleger traf es besonders hart, was sich im stark negativen STH-NUPL widerspiegelt. Bemerkenswert ist zudem, dass erstmals in diesem Zyklus auch die sogenannten „neuen Wale“ in den Bereich nicht realisierter Verluste gerutscht sind, während die „alten Wale“ ihre Gewinnpuffer weiter abbauen. Dies indiziert eine fortgeschrittene Kapitulation.
Trotz dieser schmerzhaften Bereinigung werten die Analysten die Situation nicht nur negativ. Solche Phasen gelten historisch oft als wichtiger Reset innerhalb eines Bullenmarktes. Der Abbau von Überhitzung und spekulativem Überschwang kann die Basis für eine stabilere nächste Aufwärtsbewegung schaffen.
Bitcoin Analyse: Konsolidierung gelungen? Viel Kurspotenzial vorhanden
Ein wichtiger Blick lohnt sich ebenfalls auf die On-Chain-Metrik „Number of Addresses with Balance greater than 10 BTC“. Dies ist die Anzahl der Wallets, die mehr als 10 Bitcoin halten. Genau hier zeigt sich seit dem Jahr 2023 ein klarer Abwärtstrend, der auf einen schrittweisen Abbau von Beständen und damit auf anhaltenden Verkaufsdruck aus dieser Anlegergruppe hindeutet. Spannend ist die aktuelle Entwicklung: Im Januar 2026 hat sich die Zahl dieser Adressen spürbar stabilisiert und pendelt seitdem in einem engen Korridor um die Marke von rund 150.000 Wallets. Diese Seitwärtsbewegung deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck aus dieser wichtigen Kohorte deutlich nachlässt.
Ein weiterer wichtiger Indikator ist die On-Chain-Metrik „Bitcoin Relative Activity of Small and Large Entities“. Diese misst, wie aktiv sowohl kleinere als auch große Marktteilnehmer im Netzwerk agieren. In den vergangenen Wochen ist hier bei beiden Gruppen ein klarer Anstieg der Aktivität zu beobachten. Das deutet darauf hin, dass nicht nur Privatanleger, sondern auch größere Investoren wieder vermehrt in den Markt zurückkehren und offenbar beginnen, Positionen aufzubauen.
Gleichzeitig vermittelt die Metrik weiterhin ein eher unaufgeregtes Gesamtbild. Die extremen Ausschläge, die in früheren Hochphasen zu sehen waren, bleiben bislang aus. Gerade im Vergleich zum Zyklus 2021, als rund um das damalige Allzeithoch massive Aktivitätsspitzen bei großen Marktteilnehmern auftraten, wirkt die aktuelle Situation deutlich gesünder. Auch die typischen Überhitzungs-Signale auf der Retail-Seite fehlen bisher. Das spricht dafür, dass der Markt von diesem Kursniveau aus noch Spielraum für eine weitere Erholungsbewegung haben könnte.
Bitcoin-Ausblick wird positiver: Technischer Ausbruch gelungen
Die verschiedenen On-Chain-Analysen zeichnen insgesamt ein zunehmend konstruktives Bild für den Bitcoin-Markt. Sowohl bei den großen als auch bei den kleinen Marktteilnehmern steigt die Aktivität wieder, ohne dass es bereits zu Überhitzungserscheinungen kommt. Gleichzeitig hat der Verkaufsdruck aus mehreren wichtigen Kohorten spürbar nachgelassen: Die Zahl der Wallets mit mehr als 10 BTC stabilisiert sich, neue Wale sind zwar kurzfristig unter Druck geraten, doch auch hier scheinen die stärksten Abgaben bereits verarbeitet. Besonders auffällig ist, dass langfristige OG-Investoren ihre Verkäufe deutlich reduziert haben und wieder stärker zum Halten tendieren. In Summe deutet das darauf hin, dass ein großer Teil der schwachen Hände aus dem Markt gespült wurde und die aktuelle Struktur eine solidere Basis für die nächste größere Bewegung bildet.
Charttechnisch hat Bitcoin zuletzt eine wichtige Impulsbewegung gezeigt und den zentralen Widerstand bei rund 94.000 US-Dollar überzeugend überwunden. Die aktuell laufende kleinere Korrektur wirkt vor diesem Hintergrund gesund und unproblematisch, solange sich der Kurs oberhalb der Zone zwischen 93.000 und 94.000 US-Dollar behaupten kann. Mit dem Ausbruch wurde zudem der EMA50 zurückerobert, was die technische Lage weiter verbessert. Ein sauberer Retest des neuen Supports könnte als Sprungbrett für die nächste Aufwärtsbewegung dienen. In diesem Szenario rückt zunächst der Bereich um 100.000 US-Dollar in den Fokus, mit einer wichtigen Widerstandszone zwischen 100.000 und 102.000 US-Dollar.
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