Bitcoin tendiert am heutigen Abend des zweiten Weihnachtstags leicht fester. Der Kurs von Bitcoin legt rund ein Prozent zu und wird aktuell bei etwa 88.500 US-Dollar gehandelt. Auf Wochensicht zeigt sich jedoch weiterhin kaum Bewegung, die Seitwärtsphase setzt sich fort. Damit rückt der Blick zunehmend auf den Jahresschluss. Die Year-to-Date-Performance steht kurz vor dem Jahresende unter besonderer Beobachtung, da sich erstmals seit Jahren eine negative Jahresbilanz abzeichnen könnte.

Ein solches Ergebnis würde den klassischen Vierjahreszyklus infrage stellen, der für 2025 eigentlich ein bullisches Umfeld erwarten ließ. Ergänzend deuten mehrere Marktdaten darauf hin, dass Bitcoin derzeit so schwach tendiert wie zuletzt im Jahr 2022.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bitcoin notiert bei 88.500 US-Dollar, Wochenperformance stagniert trotz leichter Tagesgewinne.
  • Eine negative Year-to-Date-Performance rückt näher und stellt den Vierjahreszyklus infrage.
  • Das vierte Quartal 2025 verzeichnet bislang ein Minus von rund 23 Prozent.
  • Oktober, November und Dezember weichen deutlich von ihren historischen Durchschnittsrenditen ab.
  • Drei negative Monate in Folge traten zuletzt 2022 und davor 2019 auf.
  • Der Wochenchart bleibt angeschlagen, Stabilisierung oberhalb des 100-Wochen-SMA.

Bitcoin mit ungewöhnlich schwachem Jahresfinale

Die Kursentwicklung von Bitcoin präsentiert sich zum Jahresende 2025 deutlich schwächer als viele Marktteilnehmer erwartet hatten. Das vierte Quartal entwickelt sich bislang enttäuschend und liegt aktuell rund 23 Prozent im Minus. Ein derart schwaches Schlussquartal ist historisch selten. Zuletzt verzeichnete Bitcoin ein vergleichbares Quartal im zweiten Quartal 2022.

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Auch auf Jahressicht bleibt die Bilanz bislang negativ. Fünf Handelstage vor dem Jahreswechsel notiert Bitcoin rund fünf Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Damit steht der Markt unter Zugzwang, um zumindest eine ausgeglichene Year-to-Date-Performance zu erreichen. Auffällig ist zudem die Entwicklung der einzelnen Monate im Schlussquartal. Der Oktober, historisch einer der stärksten Bitcoin-Monate, schloss 2025 mit einem Minus von 3,69 Prozent. Noch deutlicher fiel der November aus, der im langfristigen Durchschnitt sogar der renditestärkste Monat ist. In diesem Jahr verlor Bitcoin hier jedoch 17,67 Prozent. Auch der Dezember zeigt bislang keine klare Erholungstendenz.

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Besonders bemerkenswert ist die Serie negativer Monatsrenditen. Drei aufeinanderfolgende Verlustmonate traten zuletzt ebenfalls im zweiten Quartal 2022 auf, davor erst im Jahr 2019. Bitcoin zeigt sich damit aktuell so schwach wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr.

Bitcoin-Wochenchart signalisiert erste Stabilisierung

Ein Blick auf den Wochenchart von Bitcoin zeigt zum Jahresende ein zunehmend angeschlagenes Bild. In den vergangenen rund zehn Wochen schlossen die Kerzen überwiegend negativ, was auf eine anhaltende Schwächephase hindeutet. Seit Mitte Oktober ist eine klare Korrekturbewegung erkennbar, auch wenn sich im letzten Monat erste Anzeichen einer Stabilisierung abzeichnen. Technisch auffällig ist die Lage knapp oberhalb des 100-Wochen-SMA, der derzeit als zentrale Unterstützung fungiert.

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Solange sich der Kurs darüber hält, bleibt eine Bodenbildung möglich. Ein nachhaltiger Bruch unter dieses Niveau würde das Risiko einer weiteren Abwärtsbewegung erhöhen. In diesem Szenario rückt zunächst der Bereich zwischen 67.000 und 72.000 US-Dollar als erste Zielzone in den Fokus. Sollte auch dieser Bereich nicht halten, wären Rücksetzer bis 55.000 bis 60.000 US-Dollar denkbar, wo der 50-Wochen-SMA verläuft.

Der Analyst Ash Crypto argumentiert, dass ein Ende des Bitcoin-Bullenmarkts aktuell wenig plausibel sei. Seine Einschätzung stützt sich auf die Beobachtung, dass klassische Anlageklassen wie Gold, Silber, Aktien und sogar Platin neue Allzeithochs markieren. Historisch folge auf solche Phasen häufig eine Kapitalrotation in risikoreichere Assets. Für 2026 erwartet er daher einen verstärkten Zufluss in den Kryptomarkt. In diesem Szenario hält er einen Anstieg von Bitcoin auf rund 150.000 US-Dollar für realistisch.

Phasen ausgeprägter Schwäche am Markt von Bitcoin gehen historisch häufig mit einem Risiko für weitere Rücksetzer einher. Weitere Korrekturen sind daher grundsätzlich nicht auszuschließen. Gleichzeitig zeigen frühere Marktzyklen, dass genau solche Phasen oft antizyklische Chancen eröffneten. Deutliche Rücksetzer, mehrere schwache Monate oder ausgeprägte Konsolidierungen markierten rückblickend häufig Zonen erhöhter langfristiger Attraktivität.

In solchen Umfeldern kann ein schrittweiser Einstieg sinnvoll sein, etwa über zeitlich gestaffelte Käufe im Rahmen eines Dollar-Cost-Averaging-Ansatzes. Dieser reduziert das Timing-Risiko und ermöglicht es, Kursschwächen systematisch zu nutzen.

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Ein Blick auf den MVRV-Z-Score von Bitcoin unterstreicht diese antizyklische Perspektive. Die letzte klare Überbewertungsphase trat im Jahr 2021 auf und markierte damals das Zyklushoch. Im aktuellen Marktzyklus blieb der MVRV-Z-Score deutlich darunter und überschritt nie die Marke von 3,5. Historisch gilt erst ein Wert oberhalb von 7 als Zone ausgeprägter Überbewertung. Aktuell bewegt sich der Indikator sogar nur knapp über 1. Dieses niedrige Niveau signalisiert, dass Bitcoin aus On-Chain-Sicht kaum überhitzt ist. Entsprechend könnten Rücksetzer und Konsolidierungen eher Chancen für antizyklische Einstiege darstellen.


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Daniel Robrecht

Nach seinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium entschied sich Daniel für eine Tätigkeit als freiberuflicher Autor und verfasst mittlerweile seit rund 10 Jahren qualitative Publikationen zu diversen Fachthemen. Als Investor sammelte er jahrelang Erfahrung mit Aktien & Kryptowährungen. Neben einem langfristigen Investitionsansatz... Mehr lesen

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