Es sind verrückte Zeiten an den globalen Finanzmärkten. Für Bitcoin haben die meisten Analysten eigentlich ein neues Allzeithoch zwischen 150.000 und 250.000 Dollar bis zum Jahresende vorhergesagt. Aktuell hat die digitale Leitwährung Probleme, die 90.000 Dollar Marke zurückzuerobern und es sieht nicht so aus, als würde hier bis zum Jahreswechsel noch viel Bewegung aufkommen. Gleichzeitig explodieren die Kurse bei den Edelmetallen. Experten versuchen nun, daraus eine mögliche Entwicklung für Bitcoin abzuleiten.

Gold und Silber am Allzeithoch

Die neue Woche startet direkt mit neuen Höchstständen. Allerdings nicht für Bitcoin oder andere Top Coins. Vielmehr sind die Bullen bei den Edelmetallen nicht mehr aufzuhalten. Nach einer Korrektur wurde der Widerstand des vorigen Hochs bei Gold durchbrochen, sodass es inzwischen zu einem neuen Allzeithoch von über 4.400 Dollar gekommen ist.

Eine ähnliche Situation zeigt sich aktuell bei Silber. Auch hier ist es heute zu einem neuen Höchststand gekommen, wobei nun schon bald die 70 Dollar Marke in Angriff genommen wird. Ein Blick auf den Chart macht schnell deutlich, dass es nicht danach aussieht, als würde das Momentum nachlassen.

Die Rallye bei den Edelmetallen führt allerdings dazu, dass Bitcoin den Anschluss immer mehr verliert. Die Idee von Bitcoin als digitalem Gold gerät dadurch in den Hintergrund. Während es für die einen ein Signal ist, dass Bitcoin stark unterbewertet ist, sehen die anderen hier ein klares Zeichen, dass Bitcoin in diesem Zyklus noch nicht so weit ist, um der Rolle als sicherer Hafen gerecht zu werden.

Bloomberg-Analyst macht Hoffnung

Ein Experte, der an der Wall Street einen ausgezeichneten Ruf genießt, ist der Bloomberg-Analyst Eric Balchunas. Er macht seinen Followern auf X Hoffnung und sieht keinen Grund zur Sorge. Zwar will er keine genaue Bitcoin-Prognose abgeben, allerdings weist er auf die Kapitalzuflüsse beim iShares Bitcoin Trust ETF ($IBIT) von BlackRock hin.

Der Analyst merkt an, dass der Bitcoin-Kurs in diesem Jahr unterm Strich gefallen ist, Anleger aber trotzdem über 25 Milliarden Dollar aufgebracht haben, um Bitcoin zu kaufen. Diese Summe bezieht sich nur auf den Kapitalzufluss bei Spot Bitcoin ETF von BlackRock. Damit liegt der börsengehandelte Fonds auf Platz 6 in Bezug auf die Year-to-Date-Kapitalzuflüsse, während Gold dahinter liegt. Und das in einer Zeit, in der Gold neue Höchststände erreicht hat.

Der Analyst weist darauf hin, dass dieses Kapital seiner Meinung nach langfristig im Markt bleiben wird und dass die enorme Summe ein erster Hinweis darauf ist, wie sich die Kapitalzuflüsse entwickeln könnten, wenn Bitcoin ein gutes Jahr hat, in dem der Kurs auch steigt.

Kritische Stimmen

Eigentlich hat man ein neues Allzeithoch bei Gold in der Vergangenheit immer als extrem bullishes Signal für Kryptowährungen gewertet. Wenn das Edelmetall einen neuen Höchststand erreicht hat, haben Analysten empfohlen, Kryptowährungen zu kaufen, da der Bitcoin-Kurs dem Goldkurs mit einer Verzögerung von 2 – 3 Monaten oft gefolgt ist. Inzwischen haben sich die beiden Assets aber voneinander entkoppelt und es werden Stimmen lauter, dass sich die Rallye negativ für Bitcoin auswirken könnte.

Der Analyst NoLimitGains weist seine 100.000 Follower auf X darauf hin, dass die Rallye der Edelmetalle dafür spricht, dass sich Investoren im großen Stil gegen eine mögliche Krise absichern. Seiner Meinung nach geht daraus hervor, dass aktuell nicht der Zeitpunkt ist, um in Risiko-Assets zu investieren und auch wenn Bitcoin von vielen als sicherer Hafen bezeichnet wird, ist es für viele Investoren eben nach wie vor ein hochspekulatives Asset, das eher in Risk-On-Phasen bevorzugt wird.

Die Meinungen der Analysten gehen also weit auseinander. Sicher ist, dass Anleger in diesem Jahr nicht mehr mit großen Kurssprüngen rechnen sollten und dass es auch im Januar nicht sofort nach den Feiertagen zu einem neuen Allzeithoch bei Bitcoin kommen wird. Vielmehr wird eine Seitwärtsphase vermutet, wie sie bereits seit Wochen zu beobachten ist. Die langfristigen Krypto-Prognosen bleiben dagegen bullish, wobei ein neues Allzeithoch für Bitcoin im Jahr 2026 nach wie vor erwartet wird, wenn auch nicht schon Anfang des Jahres.

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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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