Strategy hat einen Aufstieg hingelegt, der seinesgleichen sucht. Das Unternehmen um Michael Saylor, das früher noch MicroStrategy geheißen hat, wurde in wenigen Jahren zu einem der größten Bitcoin-Wale der Welt. Nur Satoshi Nakamoto und BlackRock halten mehr Bitcoin, wobei BlackRock aber nicht im Eigeninteresse kauft, sondern nur, um seinen Bitcoin ETF physisch abzusichern. Genauso spektakulär wie der Aufstieg von Strategy könnte nun aber auch der Niedergang werden. Einige befürchten sogar, dass das Unternehmen auch Bitcoin mit nach unten reißen könnte.

Das Wichtigste im Überblick:

  • MSCI Inc. könnte neue Regeln einführen, die die Aufnahme in die Indizes des Unternehmens betrifft.
  • Unternehmen, deren Vermögenswerte zu mehr als 50 % aus digitalen Vermögenswerten bestehen, könnten ausgeschlossen werden.
  • Damit würde Strategy aus Indizes wie dem MSCI World ausgeschlossen werden.
  • Die Aktie würde stark unter Druck geraten, während Bitcoin nicht betroffen wäre.

Strategy droht der Rauswurf

Es war nur eine Frage der Zeit, bis es für die zahlreichen Krypto-Treasury-Unternehmen Einschränkungen geben wird. Strategy hat den Anfang gemacht und seit 2020 jeden verfügbaren Dollar genutzt, um Bitcoin zu kaufen. Das Unternehmen hält inzwischen fast 650.000 Bitcoin, die aktuell auf einen Gesamtwert von über 54 Milliarden Dollar kommen.

Zwischenzeitlich lag der Wert der Bitcoin schon bei weit über 70 Milliarden Dollar. Der CEO Michael Saylor ist für seine bullishen Bitcoin-Prognosen bekannt. Er erwartet in 20 Jahren einen Bitcoin-Kurs von 13 Millionen Dollar, in einem bullishen Szenario sogar über 20 Millionen Dollar. Es wundert also nicht, dass er jede Gelegenheit nutzt, um Bitcoin zu kaufen.

Ein erheblicher Teil der Bitcoin-Käufe wird durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien finanziert. Da das Wertpapier lange über dem Nettowert der Bitcoin-Bestände gehandelt wurde, kam man so an frisches Kapital, um neue Bitcoin zu kaufen. Inzwischen ist die Strategy-Aktie aber stark eingebrochen und es könnte noch deutlich schlimmer werden.

MSCI Inc. ist eines der größten ETF-Emittenten Unternehmen der Welt. Fonds wie der MSCI World sind jedem, der sich mit der Börse beschäftigt, ein Begriff. Aufgrund der Größe, die Strategy in Bezug auf die Marktkapitalisierung erreicht hat, ist das Unternehmen in mehreren MSCI-Indizes vertreten.

Wenn ein Unternehmen in einen Index wie den MSCI World aufgenommen wird, müssen sich Anleger nicht bewusst dazu entscheiden, in dieses Unternehmen zu investieren, wie es etwa beim Kauf von Einzelaktien der Fall ist. Algorithmen sorgen dafür, dass das Kapital, das in die Fonds fließt, auch in die Aktien der Unternehmen fließt, die darin vertreten sind.

Strategy droht nun der Rauswurf aus allen ETFs von MSCI, da das Unternehmen über neue Regeln nachdenkt. Im Januar soll Klarheit darüber herrschen, ob Unternehmen, deren Assets zu mehr als 50 % aus digitalen Vermögenswerten bestehen, aus den ETFs ausgeschlossen werden sollen.

Wenn das eintritt, würde das bedeuten, dass Strategy aus sämtlichen MSCI-Indizes rausgenommen wird und Aktien in Milliardenhöhe auf den Markt kommen würden, da die Fonds sie dann abverkaufen müssen und andere Unternehmen, die neu aufgenommen werden, gekauft werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Dabei geht es noch gar nicht um bewusste Verkäufe von Investoren, sondern nur um die Neuausrichtung der Fonds.

Wird Strategy auch Bitcoin mit nach unten reißen?

Der aktuelle Bitcoin-Kursverlauf wird oft mit dem Durchschnittspreis in Verbindung gebracht, zu dem Saylor Bitcoin gekauft hat. Durch die vielen Käufe der letzten Monate ist sein Durchschnittspreis auf über 74.000 Dollar gesteigen und immer wieder hört man, dass Saylor seine Coins verkaufen muss, wenn der Kurs unter diesen Wert fällt. Das ist allerdings nicht der Fall.

Der Großteil der Käufe in diesem Jahr wurde durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert. Das Risiko liegt damit bei den Aktionären, die die Aktien gekauft haben. Schulden sind dadurch nicht entstanden. Ein weiterer beachtlicher Teil der Käufe wurde durch Wandelanleihen finanziert, die längst getilgt wurden, wobei sich die meisten Gläubiger für die Aktien zum vorher festgelegten Preis entschieden haben, da der Aktienkurs seit der Bitcoin-Strategie stark gestiegen ist.

Für die Strategy-Aktie könnte es also tatsächlich noch deutlich weiter bergab gehen, wenn der Ausschluss aus den Indizes folgen sollte. Auf die bisherigen Bitcoin-Käufe von Strategy hat das allerdings keinen Einfluss und auch ein Bitcoin-Kurs von 70.000 Dollar würde Saylor nicht zum Verkauf zwingen.

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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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