Während Enthusiasten damals bequem über ihren Computer minen und so täglich mehrere Coins schürfen konnten, müssen Akteure heute komplexe Anlagen errichten, um in einem Mining-Pool überhaupt Bruchteile eines Coins zu generieren. Auch Fred Thiel, CEO des Bitcoin-Miners Mara Holdings (MARA), bezeichnete die Branche kürzlich als „Nullsummenspiel“, wobei laut ihm nur innovative und effiziente Akteure das nächste Halving überleben werden. Doch steht der Mining-Sektor gerade wirklich so stark unter Druck?
Das Wichtigste im Überblick:
- Die Gebühreneinnahmen der Miner sind auf ein Zwölfmonatstief gefallen und machen derzeit weniger als ein Prozent der Gesamterlöse aus.
- Mit jedem Halving sinkt die Blockbelohnung weiter, wodurch langfristig Transaktionsgebühren die einzige Einnahmequelle für Miner werden.
- Analysten warnen, dass ein zu geringer Gebührenmarkt die Netzwerksicherheit gefährden könnte, sollte der Bitcoin-Preis nicht entsprechend nachziehen.
Gebühreneinnahmen auf dem Tiefstand: Wie steht es um die Bitcoin-Miner?
Nach der Einführung von Bitcoin war Mining die schnellste und einfachste Möglichkeit, an Coins zu kommen. Und während all jene Miner rückblickend ein Vermögen mit vergleichsweise geringem Aufwand verdienten, ist der Mining-Sektor heute hart umkämpft.
Das liegt zum einen daran, dass immer mehr Akteure am Bitcoin-Netzwerk partizipieren, was den Wettbewerb der Miner untereinander erschwert. Vor allem aber hat der Block-Reward einen maßgeblichen Einfluss auf die Rentabilität:
Angefangen mit 50 BTC pro Block, wurde die Belohnung für Miner nach dem ersten Bitcoin-Halving (2012) um die Hälfte auf 25 BTC reduziert. Beim zweiten Halving (2016) sank die Belohnung dann auf 12,5 Coins pro Block, und beim dritten Halving (2020) auf 6,25.
Seit dem letzten Halving (April 2024) beträgt die Belohnung 3,125 BTC pro Block, wobei sich das Halving im 4-Jahreszyklus solange fortsetzt, bis die Block-Belohnung im Jahr 2140 auf Null sinkt und alle 21 Millionen Coins geschürft bzw. im Umlauf sind.
Ab diesem Zeitpunkt verlagern sich die Anreize für Miner vollständig auf Transaktionsgebühren – eine aktuell eher zweitrangige Einnahmequelle. Miner verdienen dann nur noch das, was Nutzer für den Blockspeicher wirklich zu zahlen bereit sind.
Dieses Wirtschaftsmodell setzt jedoch voraus, dass entweder das Transaktionsvolumen deutlich steigt, oder aber der Bitcoin-Kurs so weit anzieht, dass die Miner allein durch Gebühren angemessen vergütet werden.
Die Transaktionsgebühren tragen derzeit täglich rund 300.000 USD zu den Einnahmen der Miner bei, was einem Tiefstand der letzten zwölf Monate entspricht und weniger als 1 Prozent der gesamten Einnahmen ausmacht.
Im Vergleich zum Block-Reward (45 Mio. USD täglich) ist dieser Wert verschwindend gering und verdeutlicht die derzeitige starke Abhängigkeit des Netzwerks von inflationsbasierten Belohnungen anstelle einer gebührenbasierten Nachhaltigkeit. Erfahre hier, wie du Bitcoin anonym kaufen kannst!
Stellt das Halving irgendwann eine Gefahr für Bitcoin dar?
On-Chain-Daten zeigen, dass die Transaktionsgebühren im Bitcoin-Netzwerk insbesondere im Laufe der Jahre 2023 und 2024 sprunghaft anstiegen, wobei die „Spikes“ durch Protokolle wie Ordinals und Runes verursacht wurden, die zwischenzeitig eine außerordentlich hohe Nachfrage nach Bitcoin-Blockspace erzeugten.
Und natürlich werden ähnliche Innovationen auch in der Zukunft entstehen und damit zu erhöhter Nachfrage und periodischen Erhöhungen der Gebühreneinnahmen für Miner führen.
Doch genau hier setzt die zentrale Debatte an: Reichen solche wiederkehrenden Nutzungsschübe langfristig aus, um das Netzwerk in einer Zukunft ohne Blocksubvention zu sichern?
Die derzeitige Nutzung der Blockchain zeigt, dass Bitcoin in erster Linie als Geldtransfernetzwerk dient und nicht als Plattform für vielfältige Anwendungen, was das Potenzial zur Gebührengenerierung einschränkt.
Auch wenn das Ende der Blocksubventionen noch über ein Jahrhundert entfernt ist, werfen die anhaltend niedrigen Transaktionsgebühren Fragen zur langfristigen Wirtschaftlichkeit der Miner auf.
Analysten vermuten, dass der Bitcoin-Kurs so weit steigen wird, dass selbst moderate Gebühreneinnahmen für Miner wirtschaftlich rentabel sind. Wenn das aber nicht der Fall ist und zahlreiche Miner aufgrund unzureichender Einnahmen ihren Betrieb einstellen, käme es im Netzwerk zu einem nachhaltigen Rückgang der Hashrate bzw. Sicherheit.
Aktuell handelt es sich dabei eher um ein Designmerkmal, das es zu beobachten gilt, als um einen unmittelbaren Anlass zur Sorge. Allerdings verdient die anhaltend niedrige Aktivität in der Blockchain Aufmerksamkeit! Lies hier unsere Bitcoin-Prognose!
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