XRP könnte schon bald neuen Angebotsdruck erhalten, geht es nach einem Report des YouTubers Crypto Anarchist, der in seinem neuesten Video mehrere spannende Punkte rund um XRP, ETF-Käufe und On-Chain Bewegungen aufgegriffen hat.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neue Schätzungen zeigen, dass nur noch rund 3 bis 5 Milliarden XRP tatsächlich frei handelbar sind
  • Mehrere XRP ETFs kaufen massiv nach und ziehen täglich Millionen an XRP aus dem Umlauf
  • Große Wallets erhöhen ihre Bestände kontinuierlich, während Retail eher verkauft
  • Riesige On-Chain Bewegungen und Cold-Storage Umverlagerungen sorgen für zusätzliche Spannung

Der Markt bleibt schwach, doch XRP sorgt trotz der roten Zahlen vieler Altcoins einmal mehr für Gesprächsstoff. Bei rund 2,30 passt das Bild zum Gesamtmarkt, dennoch gibt es im Hintergrund Entwicklungen, die für viele gerade erst sichtbar werden. Gemeint sind die real verfügbaren XRP Reserven auf OTC Desks, die bislang wie ein Geheimnis behandelt wurden. Neue Berechnungen kommen nun auf nur 4 bis 10 Prozent des gesamten Circulating Supply, das aktuell knapp 60 Milliarden umfasst. Damit bleiben etwa 2,1 bis 4 Milliarden XRP in diesem Segment übrig. Bezieht man freie Bestände auf zentralen Börsen ein, könnte das Gesamtvolumen an sofort kaufbaren XRP bei rund 3 bis 5 Milliarden liegen.

Saugen ETFs alle XRP ab?

Das ist vor allem relevant, weil neue institutionelle Käufer bereits auf den Plan treten. ETFs könnten perspektivisch genau jene 4 bis 5 Prozent des gesamten Angebots absorbieren, wie es Bitcoin ETFs vorgemacht hatten. Der Prozess verläuft dynamisch, Coins wandern ständig zwischen Anlegern und Börsen hin und her, dennoch ist klar sichtbar, dass die strukturierte Verfügbarkeit sinkt. Mit steigenden Kursen rückt dieser Zustand erfahrungsgemäß schneller näher als viele annehmen. Auch die kontinuierlichen monatlichen Freigaben von Ripple ändern daran kaum etwas, weil ein großer Teil unmittelbar wieder eingesammelt wird.

XRP Kurs weiter im Fallen, Quelle: www.coinmarketcap.com
Ein aktuelles Beispiel liefert der Canary XRP ETF. Innerhalb kurzer Zeit flossen dort weitere 12 Millionen XRP hinein. Jeder einzelne Tag, der im positiven Bereich endet, bedeutet neue Coins, die dauerhaft in die physische Deckung des ETFs wandern und damit aus dem freien Markt verschwinden. Und dieser ETF ist erst der Anfang. Franklin Templeton, Bitwise, 21 Shares, CoinShares, Grayscale und WisdomTree stehen bereits in den Startlöchern. Die kommenden Wochen könnten die stärksten Kapitalströme bringen, die die Bitcoin Alternative seit Jahren gesehen hat, unabhängig davon, ob sich das sofort im Kurs zeigt oder verzögert einsetzt.

Wohin fließen die XRP?

Dazu kommen auffällige Transaktionen. In den vergangenen Nächten wurde ein Transfer von 80 Millionen XRP registriert, Gegenwert rund 175 Millionen US-Dollar. Eine einzige Transaktion dieser Größenordnung sorgt stets für Spekulationen. Möglich wäre eine interne Verschiebung bei Ripple oder eine Börse, die Cold-Storage Reserven in Hot Wallets umschichtet, um steigender Nachfrage gerecht zu werden. Solche Bewegungen treten meist dann auf, wenn Börsen Bestände auffüllen müssen.
Parallel dazu zeigt die Wallet Verteilung ein klares Muster. Die großen Adressen vergrößern ihre Bestände, während kleinere Wallets abbauen. Dieser Trend zieht sich seit Monaten durch die On-Chain Daten. Die reichsten XRP Halter sammeln leise immer weiter ein, während Retail eher verkauft. Das lässt sich unterschiedlich interpretieren, doch die Richtung ist klar.

https://twitter.com/ali_charts/status/1989861223794708811

Spannend ist auch das Dokument von WisdomTree, das ihren physischen XRP ETF beschreibt. Darin wird bestätigt, dass er zu 100 Prozent durch echte XRP gedeckt ist, verwahrt in professionellen Cold-Storage Systemen. Die Regeln verpflichten den ETF dazu, innerhalb eines festen Zeitfensters tatsächlich XRP am Markt nachzukaufen. Spekulatives Verzögern ist ausgeschlossen. Die Käufe passieren zeitnah und unabhängig vom kurzfristigen Preisverlauf. Das führt dazu, dass institutionelle Produkte dieselben Bedingungen haben wie normale Käufer. Sie kaufen zu Marktpreisen und halten langfristig, weil das Modell sonst keinen Sinn ergibt.

Großanleger greifen zu

Mit Blick auf andere große institutionelle Akteure wird ebenfalls klar, dass die Einkaufspreise von 2,30 oder 2,40 keineswegs als zu hoch gelten. Große Player suchen langfristige Rendite, nicht kurzfristige Schwankungen. Dass sich dieses Verhalten auf XRP überträgt, ist ein logischer Schritt, zumal andere digitale Assets denselben Weg gegangen sind.
Viele rechnen bereits durch, wie sich ETF Volumen und schwindender Angebotspool auf die Kursentwicklung auswirken könnten. Für genau diesen Zweck gibt es mittlerweile sogar Tools, mit denen man simulieren kann, wie sich Angebotsengpässe in einer möglichen Altcoin Season auswirken. Die Diskussion darüber dürfte in den nächsten Wochen weiter Fahrt aufnehmen.

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Stefan Haas
Stefan Haas

Nach dem Maschinenbaustudium war Stefan mehrere Jahre als leitender Angestellter tätig, bevor er 2020 in die Selbstständigkeit wechselte. Erste Berührungspunkte mit Bitcoin hatte er bereits 2016 – damals noch im kurzfristigen Trading. Später baute und betrieb er ein eigenes Mining... Mehr lesen

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