Wer gehofft hat, dass der Zinsentscheid der Fed Entlastung für den angespannten Kryptomarkt mit sich bringt, hat sich getäuscht. Zwar wurden die Zinsen in den USA, wie von den meisten Marktteilnehmern erwartet, gesenkt, allerdings ist die Reaktion darauf nicht wie erhofft ausgefallen. Bitcoin ist unter die wichtige 110.000 Dollar Marke gefallen und auch $XRP von Ripple hat eine wichtige Marke unterschritten. Zu allem Überfluss stellt die Krypto-Community nun immer mehr den Sinn des Ripple Coins in Frage.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Nach dem Zinsentscheid ist der Bitcoin-Kurs eingebrochen, was auch Altcoins wie XRP einbrechen lassen hat.
  • Der EMA 200 wurde unterschritten und ein Death Cross könnte sich schon bald bilden.
  • Neben der schwierigen technischen Situation wird auch die Frage nach dem Nutzen immer lauter.
  • Inzwischen weichen zahlreiche Unternehmen auf Alternativen aus.

XRP fällt nach Zinsentscheid

Eigentlich sagt man, dass niedrigere Zinsen Anleger auf riskantere Assets ausweichen lassen, weil Anleihen oder Tagesgeldkonten dann eben auch niedrigere Zinsen einbringen. Das führt in der Regel dazu, dass Kapital in den Aktien- oder eben auch in den Kryptomarkt fließt, um hier potenziell höhere Renditen zu erzielen. Das ist bisher aber nicht passiert. Obwohl die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen um 0,25 % gesenkt hat, sind die Kurse am Kryptomarkt gefallen.

Neben Bitcoin haben auch die meisten namhaften Altcoins an Wert verloren, als Powell erwähnt hat, dass eine weitere Zinssenkung im Dezember alles Andere als sicher sei. Dabei hat $XRP erneut eine wichtige Marke unterschritten, was einen neuen Anstieg umso schwieriger macht. Die bullishen Ripple-Prognosen geraten damit in immer weitere Ferne.


($XRP Chart – Quelle: Tradingview)

Aktuell notiert XRP bei 2,56 Dollar. Damit wurde der EMA 200, der bei 2,60 Dollar liegt, erneut unterschritten. Der EMA 200 gilt als wichtigster gleitender Durchschnitt in der technischen Analyse und findet viel Beachtung unter Analysten und Anlegern. In den vergangenen Tagen konnte der EMA 200 zwar noch leicht überschritten werden, allerdings rückt auch der EMA 50 immer näher und dieser war bisher als Widerstand kaum noch zu überwinden.

Der EMA 50 liegt aktuell bei 2,67 Dollar und das bedeutet auch, dass hier ein Death Cross unmittelbar bevorsteht. Davon spricht man, wenn ein gleitender Durchschnitt einer kleineren Zeiteinheit den einer größeren Zeiteinheit von oben nach unten kreuzt, wie es bei $XRP bald der Fall ist, wenn der EMA 50 unter den EMA 200 fällt. Die Differenz wird mit jedem Tag kleiner, an dem der Ripple Coin unterhalb des EMA 200 notiert.

Frage nach dem Sinn

Nicht nur die technische Situation sollten Anleger im Auge behalten. Inzwischen stellen sich immer mehr Krypto-Experten die Frage, welchen Nutzen $XRP eigentlich noch erfüllt. Zwar arbeitet Ripple mit Banken zusammen, meistens wird hier aber nur eine Softwärelösung durch das RippleNet geboten. Der Kauf von $XRP ist für die Nutzung nicht nötig. Außerdem weist der Wolf of All Streets, der auf X über eine Million Follower hat, darauf hin, dass viele Träume der Ripple-Community längst geplatzt sind.

Er erinnert daran, dass immer mehr Unternehmen Stablecoins auf Ethereum oder Solana launchen und dass auch SWIFT als größter Hoffnungsträger der Ripple-Community längst mit Alternativen wie Linea experimentiert.

Der Traum, dass $XRP eine zentrale Rolle im globalen Zahlungsverkehr einnehmen wird, war ohnehin auf einem schwachen Fundament gebaut, da sich internationale Banken niemals von einem einzigen US-Unternehmen abhängig machen würden. Die Idee mit dem SWIFT-Ersatz war also von Anfang an weit hergeholt.

$XRP hat zwar durchaus Potenzial, auch noch ein neues Allzeithoch von 5 Dollar zu erreichen, wenn der Kryptomarkt insgesamt weiter steigt, die großen Renditen von tausenden Prozent sollten sich Anleger hier allerdings nicht erhoffen, weshalb viele Investoren bereits auf neuere Kryptowährungen setzen.

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Manuel Lippitz

Nach 10 Jahren als leitender Angestellter hat sich Manuel 2019 mit einer eigenen Immobilienfirma in die Selbstständigkeit gewagt. Bis heute hat er vier Unternehmen gegründet oder mit aufgebaut und mit dem Bau des ersten eigenen Mining Rigs wurde neben der... Mehr lesen

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