Oliver Michel, CEO der Tokentus Investment AG, sprach bei „Der Aktionär TV“ über die aktuelle Lage am Kryptomarkt nach dem Flash Crash. Der Markt hat sich zwar erholt, doch die entscheidenden Marken stehen noch bevor. Besonders bei XRP zeigt sich ein klarer technischer Schlüsselbereich. Laut Michel ist die Zone um 2,70 US-Dollar die Marke, an der sich entscheidet, ob der Coin den Befreiungsschlag schafft. Diese Linie war in der Vergangenheit mehrfach ein Support und könnte nun zum Widerstand werden. Erst wenn XRP darüber schließt, sei der Weg für die Bitcoin Alternative nach oben wieder frei. Das vorherige Zwischenhoch bei 2,64 US-Dollar wurde bereits überwunden, was erste Stärke signalisiert. Danach liegen die nächsten Ziele bei 3,10 US-Dollar, 3,20 US-Dollar und 3,40 US-Dollar, bevor ein neues Allzeithoch in Sicht kommt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • XRP muss 2,70 US-Dollar sauber überlaufen, danach liegen 3,10 bis 3,40 als Hürden.
  • Bitcoin arbeitet an der Retracement Kette, der Bereich um 121.000 US-Dollar bleibt der Schlüssel.
  • Makro hilft: CPI bei 3,0 Prozent statt 3,1, US Indizes auf Rekord, Gold schwach.
  • Blick auf die Fed am 29.10. mit Erwartung einer Zinssenkung um 25 Basispunkte und möglicher QE Debatte.

Auch beim Bitcoin bleibt die Situation angespannt. Michel analysierte die Retracements zwischen 0,618 und 0,786, die aktuell entscheidend sind. Diese Zone liegt bei rund 121.000 US-Dollar und gilt als Schlüsselbereich. Ein klarer Durchbruch darüber würde den Aufwärtstrend bestätigen und weiteres Potenzial eröffnen. Scheitert Bitcoin jedoch erneut, droht ein tieferes Tief und eine mögliche Trendumkehr. Laut Michel bleibt das Muster unverändert. Erst kommt der Trend, dann die Korrektur und anschließend die Fortsetzung. Auf Monatsbasis zeigt sich aktuell eine Kerze mit langer Lunte und kleinem Körper, was für Unentschlossenheit steht. Ein kräftiger grüner Monatsabschluss wäre ein starkes Signal für die Bullen.

Monatliche Abschlüsse von Bitcoin

Kein Ende des Bullrun im “FEAR” Bereich, Quelle: Der Aktionär TV Analyse auf https://www.youtube.com/

USA könnten Markt wieder Ankurbeln

Auf der Makroseite sieht Michel Rückenwind. Die US-Inflationsdaten fielen besser aus als erwartet. Statt 3,1 Prozent wurden nur 3,0 Prozent gemeldet, was die Aktienmärkte sofort beflügelte. S&P 500 und Nasdaq erreichten neue Allzeithochs, während der Russell 2000 nur knapp darunter blieb. Gold dagegen verlor in fünf Tagen rund zehn Prozent. In der Vergangenheit zeigte sich oft eine umgekehrte Korrelation zwischen Gold und Bitcoin. Fällt Gold, zieht Bitcoin häufig an. Dieses Muster könnte sich erneut zeigen, die Bitcoin Prognose ist damit positiv.
Auch geopolitisch entspannt sich das Umfeld leicht. Die Handelsgespräche zwischen den USA und China zeigen Annäherung, während der Regierungsstillstand in Washington an Bedeutung verliert. Am 29. Oktober steht die Zinssitzung der Federal Reserve an. Der Markt rechnet mit einer Senkung um 25 Basispunkte und spekuliert gleichzeitig auf erste Hinweise zum Übergang von Quantitative Tightening zu Quantitative Easing. Sollte die Fed beginnen, wieder Anleihen zu kaufen und damit Liquidität in den Markt zu bringen, könnte das Risikoassets wie Bitcoin und Altcoins neuen Schub verleihen.

Altcoins bleiben Hoffnungsträger

Ethereum zeigt laut Michel eine ähnliche Struktur wie Bitcoin. Der erste wichtige Bereich liegt bei 4.300 US-Dollar, danach folgt 4.750 US-Dollar. Oberhalb davon wäre der Weg Richtung Allzeithoch offen.

XRP hat in der Erholung schon etwas mehr Fortschritt gezeigt, doch die Zone bei 2,70 US-Dollar bleibt der Prüfstein. Dort hatte der Kurs schon in früheren Phasen als zentrale Marke für größere Bewegungen gedient. Erst ein klarer Ausbruch darüber würde den Befreiungsschlag bestätigen.
Zum Sentiment sagte Michel, dass der Fear-Greed-Index aktuell von Angst auf neutral gewechselt ist. Ein Bullenmarkt ende nie in dieser neutralen Zone, sondern immer in einem Zustand extremer Gier. Davon sei der Markt noch weit entfernt. Der Fokus liege daher weiterhin auf Disziplin und klarer Struktur. Anleger sollten Schritt für Schritt vorgehen, Marken beobachten und Reaktionen abwarten. Erst wenn Bitcoin die 121.000 US-Dollar und XRP die 2,70 US-Dollar nachhaltig überwindet, sei die Erholung wirklich stabil. Bis dahin bleibe der Markt ein Spiel der Levels, nicht der Wünsche.

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Stefan Haas
Stefan Haas

Nach dem Maschinenbaustudium war Stefan mehrere Jahre als leitender Angestellter tätig, bevor er 2020 in die Selbstständigkeit wechselte. Erste Berührungspunkte mit Bitcoin hatte er bereits 2016 – damals noch im kurzfristigen Trading. Später baute und betrieb er ein eigenes Mining... Mehr lesen

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