Die US-Notenbank FED warnt Blockchain-User in ihrer Studie Harvest Now, Decrypt Later vor Quantencomputing.
Dass Kryptowährungen möglicherweise von Quantencomputern geknackt werden könnten, beschäftigt seit Jahren die Branche. Sind die Bitcoins in meiner Krypto-Wallet auf dem Rechner bedroht, wenn die Technologie rasant fortschreitet und der erste voll einsatzfähige Quantencomputer in Betrieb geht?
Laut der FED gibt es schon jetzt reale Gefahren, die allerdings mehr auf gestohlenen Blockchain-Daten von Usern liegen als auf den gespeicherten Kryptowährungen.
Das Wichtigste in Kürze:
Welche Gefahren gibt es durch Quantencomputing?
Digitale Signaturen und asymmetrisch verschlüsselte Daten stellen das Rückgrat der digitalen Wirtschaft dar. Googles experimenteller Quantencomputer hat innerhalb von 20 Sekunden das geschafft, wofür der beste IBM-Computer, der Summit, laut Forschern 10.000 Jahre benötigt hätte. Diese Zahl wurde zwar später von IBM auf 2,5 Jahre korrigiert, sie zeigt aber immer noch die unglaubliche Leistungsfähigkeit der Technologie.
Wenn es Computer gibt, die eine solche Rechenleistung besitzen, dann sind Kryptowährungen und alle anderen kryptografisch gesicherten Güter und Daten zweifelsohne in Gefahr. Wer aber jetzt glaubt, er könne sich die nächsten Jahre und Jahrzehnte entspannt zurücklehnen, dem sei die Studie der US-Notenbank FED ans Herz gelegt.
Wenn Hacker heute Daten stehlen, glaubt die Öffentlichkeit, die Datensätze würden umgehend im Darknet zum Verkauf angeboten. Doch dies ist nicht immer die primäre Vorgehensweise von Dieben, denn die Kriminellen speichern die großen Datenmengen, um sie später, wenn die Technologie durch Quantencomputer reif dafür ist, zu entschlüsseln und für ihre Zwecke zu nutzen.
Mit jedem noch so kleinen Fortschritt der Quantentechnologie kommen die Kriminellen ihrem Ziel ein Stück näher. Kryptografie wird früher oder später angreifbar sein, da sind sich viele Experten einig. Die Distributed-Ledger-Technologie ist die Grundlage von vertrauenslosen Netzwerken, wie der Bitcoin-Blockchain. Die Verschlüsselung mit privaten Schlüsseln, so die FED-Studie, ist besonders anfällig für leistungsstarke Quantencomputer der Zukunft.
Selbst wenn die Hacker im Moment des Diebstahls von Daten nichts mit diesen anfangen können, besteht die große Gefahr, dass sie die Integrität, Sicherheit und den Datenschutz von Blockchain-Netzwerken aushebeln. Eigene Governance-Methoden und Anforderungen sind bisher nicht standardisiert. Governance-Token ermöglichen häufig jedem Anleger, Stimmrechte auszuüben. Dabei steht immer das gegenseitige Vertrauen im Vordergrund.
Eine neue Studie der US-Notenbank Federal Reserve warnt davor, dass Quantencomputer eines Tages die private Historie von Bitcoin und anderen Blockchain-Netzwerken entschlüsseln und so Transaktionsdaten offenlegen könnten, die einst als für immer sicher galten.
Privatsphäre könnte durch Quantencomputer für immer verloren sein
Die Studie wurde vom Federal Reserve Board und der Federal Reserve Bank of Chicago veröffentlicht und befasst sich mit dem Konzept von Harvest Now, Decrypt Later, kurz HNDL. Das Konzept könnte weitreichende Folgen haben, heißt es in der FED-Studie, denn Angreifer laden schon heute verschlüsselte Daten und Informationen herunter, um sie später mit leistungsfähigen Quantencomputern zu entschlüsseln. Ein Geschäft für die Zukunft also, auf lange Sicht ausgelegt. Es zeigt aber auch die Anfälligkeit und den Irrglauben, dem die Menschen unterlegen sind, wenn es um ihre Privatsphäre im Internet geht. Bitcoin ist nicht anonym, auch wenn es zahlreiche Anbieter gibt, die damit werben, man könne Bitcoin anonym bei ihnen kaufen. Bitcoin ist pseudonym. Das allein zeigt schon, dass es Schwachstellen im kryptografischen Verschlüsselungsweg gibt. Es gibt allerdings einige Krypto-Börsen ohne Verifizierung, die den Schutz der privaten Daten gewährleisten.
Bei Krypto-Wallets kommen private Schlüssel ins Spiel, die schon allzu häufig von Dieben in unterschiedlichster Weise entwendet wurden. In Zukunft kommt noch die Quantencomputer-Technologie dazu. Die gesamte Bitcoin-Transaktionshistorie per Mausklick und innerhalb von Sekunden offengelegt? Kein Problem für die Supercomputer der Zukunft!
Krypto-Anleger müssen achtsam sein und sich stets über die neuesten Sicherheitsaspekte bei der Verwahrung ihrer digitalen Assets sowie ihrer privaten Daten im Netz informieren.
Das Papier der Federal Reserve erklärt, dass die Unveränderlichkeit verteilter Ledger – ein Merkmal, das für seine Vertrauensbildung gepriesen wird – zugleich ihre größte Schwachstelle gegenüber Quantenbedrohungen ist. Ihre angepriesene Unveränderbarkeit durch das dauerhafte Speichern der Transaktionen macht zugleich Tür und Tor für Quantencomputing auf.
Was bedeutet das für Krypto-Händler?
Vor allem ältere Krypto-Wallet-Adressen sind schwächer kryptografisch geschützt als die neueren Produkte. Auch bei älteren ruhenden Wallet-Adressen sehen die Verfasser der Studie höhere Risiken als bei aktuellen Versionen. Explizit warnt die Studie auch vor wiederverwendeten Bitcoin-Adressen, die die Privatsphäre und die Sicherheit der Transaktionspartner sowie der zukünftigen Werte unter Quantencomputing nicht gewährleisten können.
Der Bitcoin-Miner MARA behauptet, dass Bitcoin gegenüber Quantencomputing widerstandsfähig ist. Doch das ist nur eine Sichtweise, wenn man die oben genannten Aspekte berücksichtigt. Dennoch hat der Bitcoin-Miner-Gigant recht, denn:
Der Proof-of-Work von Bitcoin passt die Mining-Schwierigkeit alle 2.016 Blöcke an, um eine konstante Blockzeit von ca. 10 Minuten zu gewährleisten. Würde ein Quantencomputer Blöcke schneller minen, würde sich das Netzwerk anpassen und unfaire Vorteile verhindern.
Quelle: Mara.com
Quantencomputer greifen nicht nur die Integrität von Krypto-Netzwerken an. Auch im Finanzsektor werden immer mehr Distributed-Ledger, nicht nur die Blockchain, eingesetzt, um erlaubnislose Netzwerke zu schaffen. Diese sind in der Lage, in Echtzeit auf Bedrohungen zu reagieren, was es Angreifern zusätzlich schwer macht, an Informationen zu gelangen.
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