Oliver Michel von Tokentus stellt im Interview bei “Der Aktionär TV” einen ungewöhnlichen Marker in den Mittelpunkt. Der Pizza Indikator rund um das Pentagon habe wieder angeschlagen. Eine hohe Bestellrate gilt als Hinweis auf außergewöhnliche Aktivität im Verteidigungsapparat, zuletzt sei die Bestellrate wieder deutlich gestiegen. Parallel brechen die Bestellungen schwerer Lkw in den USA ein, historisch ein Vorläufer für konjunkturelle Schwäche. Beides zusammen ergibt für Michel ein Umfeld erhöhter Wachsamkeit an Aktien und Kryptos. Politische Entscheidungen, Haushaltsdebatten und ein möglicher Government Shutdown verstärken die Nervosität. Solche Phasen sind Treibstoff für schnelle Re-Ratings in Risikoanlagen, sobald Liquidität freigesetzt wird oder Makroerwartungen drehen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pizza Indikator rund um das Pentagon schlägt an, parallel fallen Heavy Truck Bestellungen in den USA, Konjunktursignal bleibt fragil.
  • Fed senkt Zinsen weiter in kleinen Schritten, Schwerpunkt rückt zum Arbeitsmarkt.
  • Swift kooperiert mit ConsenSys und setzt auf Ethereum Bausteine, während Ripple mit XRP das Zahlungssegment angreift.
  • Bitcoin pendelt um 113.000 bis 115.000 US-Dollar, oberhalb von 120.000 US-Dollar wäre der Weg in Richtung 140.000 bis 150.000 US-Dollar offen.
  • ETF Entscheidungen für XRP, Solana, Litecoin und Dogecoin stehen an, Wirkung hängt von Mittelzuflüssen und Marktstimmung ab.
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    Die Fed hat im September die Zinsen gesenkt, für Oktober rechnet der Markt mit weiteren 25 Basispunkten. Damit verbessert sich die Kapitallage schrittweise. Jerome Powell betonte zugleich, dass die Gewichtung stärker in Richtung Arbeitsmarktstabilität verschoben wird. Unterstützung kommt von den aktuellen Daten: Das Bruttoinlandsprodukt für Q2 wurde mehrfach nach oben korrigiert und die Kerninflation blieb stabil. Für Michel eröffnet das die Möglichkeit einer längeren Serie kleiner Zinsschritte. Dennoch sorgte Powells Hinweis auf überhöhte Assetpreise für ein kurzes Abkühlen an der Wall Street. Donald Trump fordert dagegen deutlich aggressivere Maßnahmen und erhöht mit seinem Druck die Schwankungsanfälligkeit und drückt damit auch die Bitcoin Prognose.

    Pizza Indikator schlägt aus

    Makrofaktoren bleiben entscheidend, Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=NUXkb5J2c8U

    Entscheidend bleibt, ob die Zinskurve im vierten Quartal genug Rückenwind liefert. Erfahrungsgemäß fließt Kapital in Phasen sinkender Zinsen zunächst in große Indizes und erreicht erst danach verstärkt Kryptowährungen, sobald der Risikoappetit zurückkehrt. Die Altcoin Season ist für Oliver Michel noch lange nicht vom Tisch.

    Bitcoin zwischen Spülwellen und Zielmarken

    Bitcoin schwankte zuletzt zwischen 113.000 und 116.000 US-Dollar. Innerhalb weniger Stunden lösten starke Abwärtsbewegungen Kaskaden von Liquidationen bei Long-Positionen aus, ohne dass passende Nachrichten die Bewegungen erklären konnten. Michel sieht darin klassische Spülwellen, mit denen kurzfristige Spekulationen aus dem Markt gedrängt werden, während institutionelle Akteure Bitcoin kaufen und damit ein stabileres Umfeld anstreben. Der Blick auf die US-Indizes bleibt für ihn ein Schlüsselfaktor. Nasdaq, S&P 500 und Dow erreichten zuletzt neue Allzeithochs, während Kryptos heftige Ausschläge zeigten. Dennoch hält er am Aufwärtsszenario fest. Überwindet Bitcoin nachhaltig die Marke von 120.000 US-Dollar, könne sich der Weg in Richtung 140.000 bis 150.000 US-Dollar im vierten Quartal öffnen. Parallel dürfte die Bitcoin-Dominanz zurückgehen, sobald Altcoins in einer späteren Phase stärker nachziehen.

    ETF Pipeline, Gold und die Frage der Mittelzuflüsse

    Im Oktober stehen mehrere Spot-ETFs an, unter anderem für XRP, Solana, Litecoin und Dogecoin. Die SEC könnte gleich mehrere Genehmigungen bündeln. Der Einfluss auf die Kurse hängt jedoch vom Marktumfeld ab. ETFs entfalten ihre Wirkung erst, wenn Kapital in großem Stil einfließt und damit echte Käufe auf den Märkten ausgelöst werden.

     

    Bleibt die Stimmung schwach, verpufft der Effekt. Parallel notiert Gold nahe dem Allzeithoch. Sollte der parabolische Anstieg auslaufen, könnte frei werdende Liquidität in Aktien und Kryptowährungen umgelenkt werden. Für Michel zählt diese Umverteilung zu den unterschätzten Treibern des vierten Quartals. Sein Szenario bleibt bullisch, auch wenn er mit einem finalen Hoch rechnet, dem eine längere Korrekturphase folgen könnte. Anleger mit hohen Buchgewinnen sollten nach seiner Einschätzung diszipliniert agieren, feste Strategien einhalten und den Grundsatz beherzigen: lieber etwas zu früh als zu spät.

    Fazit des Experten

    Der Pizza Indikator liefert einen ungewöhnlichen, aber bezeichnenden Aufhänger für ein Marktumfeld, das derzeit von Politik, Makrodaten und Liquidität gesteuert wird. Während Zinsen weiter sinken und die ETF-Pipeline sich füllt, liefern Swift und Ripple den nächsten Technologiewettstreit im Zahlungsverkehr. Bitcoin arbeitet an der Zone um 120.000 US-Dollar, das vierte Quartal gilt als Zeitfenster für entscheidende Bewegungen. Wer bereits im Plus liegt, sollte umsichtig handeln. Wer auf den nächsten Schub setzt, muss Zinsentscheidungen, ETF-Zuflüsse und die Dynamik am Goldmarkt genau im Blick behalten.

     

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    Stefan Haas
    Stefan Haas

    Nach dem Maschinenbaustudium war Stefan mehrere Jahre als leitender Angestellter tätig, bevor er 2020 in die Selbstständigkeit wechselte. Erste Berührungspunkte mit Bitcoin hatte er bereits 2016 – damals noch im kurzfristigen Trading. Später baute und betrieb er ein eigenes Mining... Mehr lesen

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