Am Kryptomarkt zeigt sich aktuell eine Phase der Stabilisierung. Bitcoin konsolidiert bei rund 114.000 US-Dollar, nachdem zuvor ein Rekordhoch von 124.000 US-Dollar markiert worden war. Der Rücksetzer um etwa 10.000 US-Dollar wirkt im langfristigen Chart unbedeutend und verändert den intakten Aufwärtstrend nicht.
Spannend ist jedoch eine neue Entwicklung abseits der Kursdaten: Ein Harvard-Professor räumte zuletzt ein, Bitcoin über Jahre falsch eingeschätzt und nicht vollständig verstanden zu haben. Nun die bullische Kehrtwende:
Das Wichtigste im Überblick:
- Harvard-Ökonom Rogoff prognostizierte einst Bitcoin bei 100 statt 100.000 US-Dollar.
- Seine Annahme basierte auf strenger Regulierung gegen Geldwäsche und Steuerflucht.
- Rogoff unterschätzte die globale Schattenwirtschaft als Preissockel für Bitcoin.
- Heute räumt er ein, Bitcoin nicht vollständig verstanden zu haben.
- Harvard investierte inzwischen 117 Millionen Dollar in Bitcoin über IBIT.
- Der späte Einstieg verdeutlicht, wie teuer Fehleinschätzungen werden können.
- Anleger könnten bereuen, jetzt nicht einzusteigen, bevor Knappheit Preise weiter treibt.
Harvard-Ökonom Rogoff gesteht Irrtum bei Bitcoin ein
Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und ehemaliger Chefökonom des IWF, galt lange als entschiedener Bitcoin-Skeptiker. In früheren Interviews betonte er, die Kryptowährung sei deutlich wahrscheinlicher in Richtung 100 US-Dollar unterwegs als in den sechsstelligen Bereich. Sein Kernargument: Ohne Geldwäsche und Steuerflucht habe Bitcoin kaum einen Nutzen. Umfassende Regulierung werde den Markt unweigerlich nach unten drücken.
Diese Einschätzung räumt Rogoff nun ein – und erklärt, wo er falsch lag. Er habe überschätzt, wie konsequent Regierungen weltweit gegen Bitcoin vorgehen würden. Stattdessen habe sich gezeigt, dass ein global abgestimmtes Regulierungssystem kaum umsetzbar ist. Während einzelne Länder Beschränkungen einführten, blieb das Netzwerk dezentral und international nutzbar.
Zudem habe er die Bedeutung der Schattenwirtschaft unterschätzt. Bitcoin diene in weiten Teilen als Transaktionsmedium jenseits des offiziellen Finanzsystems. Diese Nachfrage bilde eine Art Preissockel. Dieser verhindert, dass die Kryptowährung wertlos wird. Rogoff verweist darauf, dass selbst hochrangige Regulierer inzwischen enorme Kryptobestände halten.
Mit seinem Eingeständnis zeigt Rogoff, dass selbst etablierte Ökonomen die Durchsetzungskraft von Bitcoin unterschätzt haben. Wo er einst nur Risiken sah, erkennt er heute die Funktion als eigenständiges Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel.
Almost a decade ago I was the Harvard economist that said that bitcoin was more likely to be worth $100 than 100k. What did I miss? I was far too optimistic about the US coming to its senses about sensible cryptocurrency regulation; why would policymakers want to facilitate tax…
— Kenneth S Rogoff (@krogoff) August 19, 2025
Harvards später Einstieg macht frühere Skepsis kostspielig
Dass sich Prognosen irren können, ist im Finanzmarkt Alltag – doch bei Bitcoin können Fehleinschätzungen teuer werden. Jüngst wurde bekannt, dass Harvard über seine Anlagestiftung Anteile am iShares Bitcoin Trust (IBIT) erworben hat.
JUST IN: Harvard officially bought $117 million of BlackRock's spot Bitcoin ETF — SEC filing pic.twitter.com/Q4gvypdeU4
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) August 8, 2025
Demnach flossen rund 117 Millionen US-Dollar in das Produkt, zu Kursen jenseits der Marke von 100.000 US-Dollar pro Bitcoin. Die Ironie ist kaum zu übersehen: Während einer der einflussreichsten Ökonomen der Universität noch vor Jahren den Kollaps von Bitcoin prognostizierte, engagiert sich die Institution heute direkt im Markt – allerdings zu Preisen, die ein Vielfaches über den Niveaus von damals liegen.
Der Tenor liegt auf der Hand: Wer zu lange zögert, zahlt am Ende mehr. Gerade im Fall von Harvard unterstreicht das Beispiel, dass eine verpasste Einstiegschance in Bitcoin nicht nur eine akademische Fußnote bleibt, sondern konkrete finanzielle Folgen haben kann.
Auch heutige Anleger könnten sich noch irren. Wer bei rund 115.000 US-Dollar zögert, läuft Gefahr, in einigen Jahren höhere Preise akzeptieren zu müssen. Die algorithmische Knappheit von Bitcoin und seine wachsende Rolle als globaler Store of Value könnten den Kurs langfristig weiter antreiben.
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