XRP zeigt zuletzt deutliche relative Stärke: In den vergangenen sieben Tagen legte der Kurs um rund 22 Prozent zu und notiert aktuell über 3,50 US-Dollar. Damit liegt der Token nur noch etwa 10 Prozent unter seinem bisherigen Allzeithoch. Mit einer Marktkapitalisierung von über 200 Milliarden US-Dollar rangiert XRP aktuell auf Platz 3 unter den wertvollsten Kryptowährungen.
Einige Anleger spekulieren zunehmend darauf, dass der kürzlich verabschiedete GENIUS Act indirekt auch den XRP-Kurs stützen könnte – insbesondere durch den zugehörigen Stablecoin RLUSD. Doch die potenziellen Auswirkungen sind komplex.
Das Wichtigste im Überblick:
- RLUSD ist vollständig gedeckt, auditierbar und läuft auf XRP und Ethereum.
- Der GENIUS Act schafft klare Regeln für Stablecoins und deren Reservehaltung.
- RLUSD erfüllt alle Anforderungen und wird damit institutionell deutlich attraktiver.
- XRP gewinnt theoretisch an Bedeutung, da jede RLUSD-Transaktion geringe XRP-Mengen verbrennt und die Knappheit steigert.
- Kritiker bezweifeln, dass diese geringen Burn-Mengen mittelfristig preistreibend wirken können.
- Der psychologische Effekt könnte dennoch spekulatives Kapital in XRP lenken.
- Mit klarer Regulierung kann RLUSD gegenüber CBDCs institutionell konkurrenzfähig werden.
RLUSD und GENIUS Act: Was steckt dahinter?
RLUSD (Ripple USD) ist ein vollständig gedeckter, an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin, der nativ auf dem XRP‑Ledger sowie als ERC‑20 auf Ethereum ausgegeben wird. Jede Einheit ist 1:1 durch segregierte Bargeld‑ und US‑Treasury‑Reserven besichert, die in von Treuhändern geprüften Konten gehalten werden; monatliche Attestierungen schaffen Transparenz, während tägliche On‑chain‑Proof‑of‑Reserves den Bestand verifizierbar machen.
Anders als algorithmische oder partielle Stablecoins verzichtet RLUSD auf Sekundärmarktkäufe und verzinsliche Risiken; Transaktionen finalisieren in Sekunden, Gebühren liegen weit unter Interbank‑Spreads. Durch Bridging‑Smart‑Contracts kann RLUSD auch in DeFi‑Lending‑Pools und darüber hinaus multifunktional verwendet werden.
Der am 18. Juli 2025 von Donald Trump unterzeichnete GENIUS‑Act schafft nun erstmals einen bundeseinheitlichen Lizenzrahmen für „Permitted Payment Stablecoin Issuers“, definiert strikte 100-Prozent-Reserve‑Pflichten, klammert regulierte Stablecoins aus dem Wertpapierrecht aus und erlaubt Banken die direkte Verwahrung der Deckungsmittel bei der Fed.
Damit entfallen die größten regulatorischen Unsicherheiten, die US‑institutionelle Anleger bislang von RLUSD fernhielten. Ripple hat bereits einen Antrag auf nationale Bankcharta gestellt, um RLUSD‑Reserven künftig beim Fedwire zu halten; mit GENIUS erhält dieses Modell nun Rechtsklarheit und potenziellen Zugang zum landesweiten Bank‑ und Handelsnetz.
Möglich sind nun höhere Institutionen‑Nachfrage, mehr Liquiditätspools und geringere Kontrahentenrisiken – allesamt bullische Fundamentalfaktoren für RLUSD, dessen Marktanteil gegenüber USDT und USDC weiter zulegen könnte.
Aktuell befindet sich RLUSD übrigens auf Platz 8 aller Stablecoins mit einer Marktkapitalisierung von rund 527 Millionen US-Dollar – Tendenz steigend. Doch bis zum Marktführer Tether (USDT) mit rund 161 Milliarden US-Dollar Bewertung ist es ein weiter Weg.
Ripple-Boost: RLUSD stärkt auch XRP-Fantasie
Einige Analysten sehen in der regulatorischen Klarheit für RLUSD nicht nur Rückenwind für den Stablecoin selbst, sondern auch eine indirekte Chance für XRP. Beide Token stammen von Ripple Labs – und je mehr Vertrauen der Markt in RLUSD gewinnt, desto stärker könnte auch XRP davon profitieren. Die These: Eine wachsende Nutzung von RLUSD in Zahlungssystemen und DeFi-Anwendungen erhöht langfristig auch die Relevanz des XRP-Ledgers und damit das Momentum von XRP.
Paul Barron bewertet hier RLUSD als regelkonformen Stablecoin mit starker Zukunft – insbesondere durch die 1:1-Deckung und regelmäßige Prüfungen gemäß dem GENIUS Act. Entscheidend sei laut ihm jedoch die Rolle von XRP: Jede RLUSD-Transaktion auf dem XRP-Ledger verbrennt eine kleine Menge XRP und erzeugt damit deflationären Druck.
🚨 GAME CHANGER: With $RLUSD already compliant with the GENIUS Act’s 1:1 reserve requirements and monthly audits, XRP becomes the bridge currency for a regulated digital payments ecosystem.
Every RLUSD transaction on XRPL burns $XRP, creating deflationary pressure while…— PaulBarron (@paulbarron) July 20, 2025
Doch dies sehen einige Analysten auch anders. Vincent Van Code widerspricht der optimistischen Einschätzung deutlich. Er hält die Burn-Mechanik, also das Verbrennen von XRP bei RLUSD-Transaktionen, für quantitativ unbedeutend. Seiner Ansicht nach ist der Effekt auf den XRP-Preis so minimal, dass sich daraus auf absehbare Zeit kein relevanter deflationärer Druck ergibt – selbst nicht bei starker Nutzung.
Stattdessen verweist er auf einen anderen Mechanismus: Durch die wachsende Anzahl an Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten auf dem XRP-Ledger werde die Nachfrage nach XRP als Liquiditätsbrücke zwar steigen, jedoch primär aus betrieblichem Nutzen. Firmen, die Zahlungslösungen anbieten, würden große Mengen XRP binden, um schnelle Asset-Transfers zu ermöglichen.
Burn? You kidding me?
The burn or fee is so insignificant that it won’t have impact on price for another decade or more.
All these stablecoins and RWA tokenization on XRPL will result in XRP liquidity increasing and allowing fluid and fast asset exchange. The companies…
— Vincent Van Code (@vincent_vancode) July 20, 2025
RLUSD – Bullisch oder bärisch für XRP?
Die Hoffnung auf spürbare XRP-Kursgewinne, direkt bedingt durch RLUSD dürfte übertrieben sein. Zwar wird bei jeder Transaktion mit dem Stablecoin eine geringe Menge XRP verbrannt, doch die reale Wirkung bleibt marginal: Seit Start des Netzwerks wurden insgesamt nur rund 15 Millionen XRP zerstört – im Vergleich zu über 59 Milliarden im Umlauf ein vernachlässigbarer Anteil.
Dennoch ist der psychologische Effekt spannend. Sollte RLUSD deutlich an Marktanteil gewinnen, könnten spekulative Anleger zunehmend in XRP investieren, um indirekt am Erfolg teilzuhaben. Denn anders ist es kaum möglich, den Trend zu spielen, solange Ripple Labs nicht selbst an der Börse notiert.
‼️The GENIUS Act Passed — Document Reveals What It Means for RLUSD and XRP‼️
• RLUSD Gains Credibility
The new law requires stablecoins to meet strict reserve and audit standards. RLUSD is expected to comply, making it more attractive to institutions.✅
• XRP Utility… pic.twitter.com/2DxDFWE15c
— SMQKE (@SMQKEDQG) June 17, 2025
Der Krypto-Analyst SMQKE sieht im GENIUS Act einen bedeutenden Fortschritt für RLUSD und XRP. Die neuen Anforderungen an Reservehaltung und Audits verleihen RLUSD regulatorische Glaubwürdigkeit. Dies sei ein entscheidender Faktor für institutionelles Vertrauen. Da RLUSD nativ auf dem XRP Ledger läuft, steige mit jeder Transaktion nicht nur die Netzwerknutzung, sondern auch die Nachfrage nach XRP.
Zudem ermögliche das Gesetz erstmals klare rechtliche Rahmenbedingungen, die XRP als Utility Token stärken. Schließlich sieht SMQKE in der neuen Regulierung eine Chance, dass RLUSD und XRP künftig direkt mit CBDCs um institutionelle Marktanteile konkurrieren können.
Wie stark sich RLUSDs potenzieller Erfolg auf XRP auswirkt, lässt sich heute kaum quantifizieren. Doch es gibt in der Community viel Fantasie – und häufig genügt dies bereits.
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