Wie Reuters am 11. Juli berichtete, ist die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, die ESMA, gegen zahlreiche Krypto-Börsen mit Malta Lizenz vorgegangen. Im Zentrum steht dabei die aus Sicht der ESMA zu lasche Vergabepraxis der Behörden auf Malta. Die Krypto-Regulierung in dem EU-Mitgliedsstaat gilt als ausgesprochen offen für Unternehmen aus dem Krypto-Sektor.
Angesichts der aktuellen Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung unter der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets, MiCA, wird die Bewertung von Geschäftsrisiken, IT-Systemen und Kontrollmechanismen durch Maltas Finanzbehörden derzeit als schwach eingeschätzt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Derzeit verfügen nur 4 Krypto-Börsen mit Sitz in Malta über eine MiCA-Lizenz
- Die nichtöffentliche Sitzung kritisierte Geschwindigkeit der Lizenzvergabe
- ESMA hinterfragt einzelne Lizenzen von EU-Regulierungsbehörden
- Malta soll Risiken nicht ausreichend bewertet haben, so die ESMA
Schon im Juni hatte die ESMA auf mangelnde Vorkehrungen seitens der Aufsichtsbehörden auf Malta hingewiesen. Die Sitzungen fanden hinter verschlossenen Türen statt und brachten Kritik an einzelnen Behörden und ihrer Risikobewertung zutage.
🔎 A peer review analysing @MFSAComm approach to authorising #CryptoAsset Service Providers under #MiCA:
✅ Good supervisory engagement and resources
💡 Areas for improvement related to the assessment of authorisations were identifiedhttps://t.co/dBy1J12NnQ pic.twitter.com/O4OuYz78WE— ESMA – EU Securities Markets Regulator 🇪🇺 (@ESMAComms) July 10, 2025
Das jetzige Peer-Verfahren, bei dem unabhängige Gutachter die Prozesse wissenschaftlich untersuchen, zeigt massive Schwachstellen, nicht nur bei Krypto-Börsen für Einsteiger.
Wurden Lizenzen für Krypto-Börsen nicht ausreichend geprüft?
Die Finanzaufsichtsbehörde für Malta, die MFSA, hätte den gesamten Zulassungsprozess gründlicher und rechtzeitiger durchführen müssen, heißt es in dem Bericht weiter. Nur so wäre die ordnungsgemäße Bewertung der Einhaltung von MiCA-Vorgaben möglich gewesen. Seit Januar hat die MFSA, eigenen Angaben nach, 5 solcher Krypto-Lizenzen erteilt, teilt die Behörde mit. Im Register sind derzeit jedoch nur 4 Unternehmen zu finden.
Der maltesischen Finanzdienstleistungsaufsicht MFSA wurde seitens der ESMA in einem Pressebericht eine allgemein gute Kompetenz und Erfahrung bescheinigt. Allerdings hat es bei der Vergabe der CASP-Lizenzen, das sind Lizenzen als Crypto-Asset Service Provider oder allgemein als Dienstleister von Kryptowerten, wesentliche Probleme gegeben, so der ESMA-Bericht weiter.
Gemäß der EU-Verordnung „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA), die in diesem Jahr in Kraft getreten ist und das weltweit erste umfassende Regelwerk für Kryptowährungen darstellt, müssen Unternehmen, die Kryptodienste anbieten, eine Lizenz von einer nationalen Regulierungsbehörde einholen. Quelle Reuters
Die Behörde empfiehlt allen Vergabestellen von CASP-Lizenzen ein besonderes Augenmerk auf Risikobereiche wie Geschäftswachstum, Interessenkonflikte, Governance und konzerninterne Vereinbarungen zu legen.
Welche Krypto-Börsen mit Sitz in Malta sind sicher?
Derzeit weist das offizielle Register der MFSA vier Unternehmen auf, die über die maltesische Behörde eine MiCA-Lizenz als Crypto-Asset Service Provider erhalten haben.
- BP23 CA LTD, das ist die Krypto-Börse Bitpanda
- FORIS DAX MT LIMITED, hier handelt es sich um Crypto.com
- OKCOIN EUROPE LTD, dahinter steht die Börse OKX.com
- ZILLION BITS LTD, die recht unbekannte Krypto-Plattform ZBX
Malta gilt allgemein als sehr offen für den Krypto-Handel und bietet Privatanlegern im Gegensatz zu vielen anderen Ländern günstige Steuersätze. Unternehmen profitieren ebenfalls von steuerrechtlich angenehmen Rahmenbedingungen, weshalb Malta auch als europäisches Steuerparadies gilt.
Mit regelmäßigen Peer-Reviews will die ESMA dafür sorgen, dass die erteilten Zulassungen unter Einhaltung der strengen Vorgaben durch die Einführung von MiCA stattfinden. Der Sektor von Kryptowährungen und der Handel mit Kryptowerten gilt als risikoreich und befindet sich gleichzeitig noch im Aufbau. Daher sind die jetzigen Kontrollen ein wichtiger Beitrag, um mehr Sicherheit für Anleger zu erreichen.
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