Bitcoin steht massiv unter Druck. Der Kurs testet erneut den Bereich um 60.000 US-Dollar und verlor auf Wochensicht rund 15 Prozent. Momentum ist kaum erkennbar, zugleich notiert BTC mehr als 50 Prozent unter dem Allzeithoch. Zwar könnte sich bei 60.000 US-Dollar theoretisch ein Doppelboden ausbilden, doch viele Marktbeobachter bleiben skeptisch. Der Bärenmarkt wirkt weiterhin intakt, während technische und On-Chain-Daten auf anhaltenden Verkaufsdruck hindeuten. So fallen die Bitcoin Prognosen durchaus bearish aus.

Das Wichtigste im Überblick:

  • On-Chain-Daten zeigen stärkste Bitcoin-Nachfragekontraktion des gesamten aktuellen Marktzyklus bisher.
  • Mehrere Analysten erwarten weitere Tiefs deutlich unter 60.000 US-Dollar.
  • Doppelboden bleibt möglich, doch Bärenmarkt dominiert weiterhin das Marktgeschehen.

Experten warnen: Bitcoin könnte noch tiefer fallen

Benjamin Cowen sieht Bitcoin bereits in der dritten und finalen Phase des Bärenmarkts. Sein Argument: Marktteilnehmer, die zuvor noch jede bärische These abgelehnt hätten, würden nun selbst einräumen, dass BTC weiter fallen könne. Für Cowen ist das typisch für eine späte Bärenmarktphase. Erst wenn frühere Bullen beginnen, ihre Erwartungen deutlich nach unten anzupassen, nähere sich der Markt einem psychologisch wichtigen Tiefpunkt. Gleichzeitig bedeutet das aber nicht automatisch, dass der Boden bereits erreicht ist.

Auch CryptoCon bleibt vorsichtig. Er verweist auf einen möglichen Bruch unter die „First Low Bear Band“. Sollte Bitcoin diese Zone nachhaltig verlieren, sieht er als nächstes Ziel den Bereich um 44.500 US-Dollar. Noch deutlich tiefer liegt sein zyklisches Extremziel bei rund 28.500 US-Dollar. Besonders wichtig ist seine Einschätzung, dass Anleger geduldig bleiben sollten. Viele würden in jeder Schwächephase den Boden ausrufen, doch echte Zyklustiefs entstünden meist erst unter maximaler Kapitulation.

Merlijn The Trader liefert dagegen eine konstruktivere, aber ebenfalls vorsichtige Perspektive. Er verweist auf frühere Bärenmärkte, in denen Bitcoin nach neun roten Monatskerzen einen Boden ausbildete. 2018 folgte nach neun roten Kerzen der Boden bei 3.200 US-Dollar, 2022 bei rund 15.500 US-Dollar. Aktuell zählt er sieben rote Monatskerzen. Sollte sich das Muster wiederholen, könnte ein Tief um 45.000 US-Dollar möglich sein. Alternativ würde ein Reclaim von 78.000 US-Dollar die Serie frühzeitig beenden.

Bitcoins On-Chain-Daten zeigen massiven Nachfragerückgang

Besonders kritisch wirken die On-Chain-Signale. Darkfost verweist auf CryptoQuant-Daten, wonach die gesamte Bitcoin-Nachfrage auf minus 501.000 BTC gefallen sei. Das wäre die stärkste Kontraktion dieses Zyklus. Dabei ist sowohl die Spot-Nachfrage als auch die Futures-Nachfrage negativ. Die Spot-Nachfrage liegt laut Darstellung bei minus 272.000 BTC auf 30-Tage-Basis, während die Futures-Nachfrage bei minus 229.000 BTC liegt. Das zeigt: Nicht nur langfristige Käufer halten sich zurück, auch spekulative Nachfrage bleibt schwach.

Darkfost betont zudem, dass technische Rebounds auf der Futures-Seite zwar immer wieder auftreten, aber schnell auslaufen. Das passt zu einem Markt ohne nachhaltiges Momentum. Solche Bewegungen können kurzfristig Hoffnung erzeugen, ändern aber wenig am übergeordneten Trend. Zusätzlich belasten ein schwieriges Makro-Umfeld, hohe Renditen, angespannte Liquidität und geopolitische Risiken. Kapital fließt aktuell eher in Aktien, KI-Werte, Forex oder Edelmetalle.

Ki Young Ju sieht ebenfalls ungewöhnlich starken Verkaufsdruck. Er verweist darauf, dass der durchschnittliche Kostensatz der Bitcoin-Investoren bei rund 53.000 US-Dollar liegt. Historisch endeten Bärenmärkte häufig erst, wenn der Kurs unter den realisierten Preis fiel. Besonders brisant: Trotz massiver Käufe durch Strategy und ETF-Zuflüsse notiert Bitcoin wieder nahe früherer Niveaus. Für ihn deutet das auf eine große Umverteilung hin. Viele Coins wechseln offenbar die Hände, während der Markt trotz institutioneller Nachfrage keine Stärke zeigt.

Fazit: Bärenmarkt bleibt dominant, Hoffnung auf Doppelboden lebt

Bitcoin befindet sich weiterhin in einer kritischen Phase. Zwar könnte der Bereich um 60.000 US-Dollar kurzfristig als Doppelboden fungieren, doch zahlreiche Analysten sehen aktuell mehr Risiken als Chancen. Benjamin Cowen spricht von der finalen Bärenmarktphase, CryptoCon hält sogar Kurse im Bereich von 44.500 bis 28.500 US-Dollar für möglich. Gleichzeitig zeigen die Daten von Darkfost und Ki Young Ju eine historisch schwache Nachfrage und ungewöhnlich hohen Verkaufsdruck.

Solange sich Nachfrage, Liquidität und Marktstimmung nicht deutlich verbessern, bleibt der übergeordnete Abwärtstrend intakt. Erst eine nachhaltige Rückeroberung wichtiger Widerstände könnte das bearishe Bild wieder aufhellen.


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Christoph Peterson
Christoph Peterson
Krypto Redakteur

Vor einigen Jahren hat Christoph das Thema Kryptowährungen für sich entdeckt und ist seither leidenschaftlich als Autor und Enthusiast in diesem Bereich aktiv. Sein Interesse gilt vor allem den Themen Kryptowährungen, Blockchain-Technologie und Security Token Offerings (STOs). Als regelmäßiger Autor... Mehr lesen

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