In den vergangenen Wochen hat sich das Bild bei XRP deutlich eingetrübt. Die Kursentwicklung liefert derzeit kaum Argumente für Optimismus: Auf Sicht von drei Monaten summiert sich das Minus auf rund 30 Prozent, allein in der vergangenen Woche verlor der Token weitere etwa 15 Prozent an Wert. Besonders enttäuschend für viele Marktteilnehmer ist, dass sich die zuvor erhoffte charttechnische Bodenbildung bislang nicht bestätigt hat. Der spekulierte Boden blieb aus, stattdessen setzte sich der Abwärtsdruck fort. Mit neuen Tiefs ist der Abwärtstrend bestätigt.
Das Wichtigste im Überblick:
- XRP verliert rund 30 Prozent in drei Monaten, Trend bleibt klar abwärtsgerichtet.
- Der erhoffte Boden blieb aus, der Verkaufsdruck hat sich weiter verstärkt.
- Die Unterstützungszone zwischen 1,90 und 2,00 US-Dollar wurde deutlich gebrochen.
- Bärische Candlesticks und steigendes Volumen signalisieren dominante Verkäuferseite.
- Intraday fiel XRP bereits bis auf 1,50 US-Dollar zurück.
- Nächster relevanter Support liegt technisch zwischen 1,33 und 1,45 US-Dollar.
- Kritik aus der Community nimmt zu und belastet das Vertrauen zusätzlich.
Keine Bodenbildung bei XRP: Abwärtsdruck nimmt zu
Ein Blick auf den Tageschart von XRP zeichnet derzeit ein klar bärisches Bild. Über mehrere Wochen hinweg versuchte sich der Kurs im Bereich zwischen 1,90 und 2,00 US-Dollar zu stabilisieren und dort eine tragfähige Bodenbildung auszubilden. Diese Zone fungierte zunächst als zentrales Supportlevel, wurde zuletzt jedoch deutlich aufgegeben. In den vergangenen Handelstagen kam es zu starkem Abwärtsdruck, begleitet von ausgeprägten bärischen Candlesticks und spürbar anziehendem Handelsvolumen auf der Unterseite.
Dieses Zusammenspiel deutet darauf hin, dass Verkäufer aktuell klar die Kontrolle übernommen haben. Besonders kritisch ist, dass der Bruch der Unterstützungszone dynamisch erfolgte und kaum Kaufinteresse erkennen ließ. Intraday rutschte XRP in der Folge bereits bis auf rund 1,50 US-Dollar ab. Aus technischer Sicht rückt damit der Bereich zwischen 1,33 und 1,45 US-Dollar in den Fokus, wo das nächste kleinere Supportniveau verläuft und ein kurzfristiger Stabilisierungsversuch möglich wäre.
Kurzfristig zeigen sich zwar erste positive Ansätze im Intraday-Handel, nachdem XRP sich zuletzt bis auf rund 1,61 US-Dollar erholen konnte. Diese Gegenbewegung wirkt jedoch bislang eher technisch und ändert wenig am übergeordnet angeschlagenen Chartbild.
Ripple – Seit dem Verlaufshoch im Januar hat $XRP rund -33% abgegeben. Erst Notierungen über dem Dezember-Tief bei $ 1.77 können für neue Erholungsbewegungen sorgen. Was denkt ihr? pic.twitter.com/rroYkF4XbB
— Salaheddine Bouhmidi, M.Sc. (@SalahBouhmidi) February 2, 2026
Auch aus Sicht vieler Trader fehlt es weiterhin an klarer Aufwärtsdynamik. So betont Salaheddine Bouhmidi, dass XRP seit dem Verlaufshoch im Januar rund 33 Prozent verloren hat. Erst nachhaltige Notierungen oberhalb des Dezember-Tiefs bei 1,77 US-Dollar könnten neue Erholungsbewegungen einleiten. Bis dahin bleibt Vorsicht in der Ripple Prognose angebracht.
Kritik an XRP: Kein Wachstum, keine Zukunft?
Parallel zur schwachen Kursentwicklung nimmt auch die öffentliche Kritik rund um XRP erneut spürbar zu. So sorgt aktuell ein Beitrag von Crypto Bitlord für Diskussionen, in dem schwere Vorwürfe gegen die XRP-Gründer erhoben werden.
$XRP founders admitted dumping billions on us since $0.10c
They sold us this dream: “the future of payments”. Gaslighting us for years with cryptic messages and false statements
The reality is they’ve failed. It’s nothing but a meme now
Watch this all fall apart in real time: pic.twitter.com/ZrDWwlpFvP
— Crypto Bitlord (@crypto_bitlord7) January 30, 2026
Der Tenor: Über Jahre hinweg seien große Token-Bestände verkauft worden, während Anleger mit der Vision einer „Zukunft des Zahlungsverkehrs“ bei Laune gehalten worden seien. Solche Aussagen treffen in Phasen fallender Kurse häufig auf fruchtbaren Boden und verstärken die negative Stimmung.
Dies untermauern auch Onchain-Daten, die XRP in weiter Ferne von den eigenen Ansprüchen sehen.
Auch von der fundamentalen Seite erhält XRP derzeit kaum Rückenwind. Ein Blick auf die Netzwerkdaten des XRP-Ledgers zeigt, dass das Wachstum zuletzt deutlich an Dynamik verloren hat. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei der Kennzahl Number of New Addresses. Hier wurde zuletzt der niedrigste Stand seit Mitte 2025 erreicht. Die Zahl neuer Adressen fiel zeitweise unter die Marke von 3.000 pro Tag, was auf eine geringe Nutzer- und Aktivitätsdynamik hindeutet. In Phasen nachhaltiger Erholung wäre hingegen ein anziehendes Netzwerkwachstum zu erwarten. Dass dieser Impuls aktuell ausbleibt, steht im Kontrast zum häufig betonten Anspruch eines wachsenden Zahlungsnetzwerks.
Zusammen mit der schwachen Kursentwicklung verstärkt dies den Eindruck, dass es XRP derzeit an überzeugenden fundamentalen Treibern mangelt.
Steigender Verkaufsdruck sichtbar: Mehr XRP auf die Börsen
Ein weiterer belastender Faktor zeigt sich in der Kennzahl Exchange Net Position Change bei XRP. In den vergangenen rund drei Wochen ist hier ein kontinuierlicher Zufluss von XRP auf die Börsen zu beobachten. Zwar erreicht dieser Anstieg bislang kein extrem überhitztes Niveau, dennoch markiert er einen klaren Stimmungswechsel. Zwischen Mitte Oktober und Mitte Januar dominierten nahezu ausschließlich Abflüsse, was auf Haltebereitschaft und geringeren Verkaufsdruck hindeutete.
Die aktuelle Entwicklung zeigt nun das Gegenteil. Es werden wieder mehr XRP auf Krypto-Börsen eingezahlt als abgezogen. Historisch gilt ein solcher Trend als frühes Warnsignal, da verfügbare Token auf Börsen häufig für potenzielle Verkäufe bereitgestellt werden.
In Kombination mit der schwachen charttechnischen Struktur untermauert dies die Annahme, dass die laufende Korrekturbewegung bislang noch nicht abgeschlossen ist.
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